Tuttosport
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Rodengo Saiano siegt mit jugendlicher Leichtigkeit in Bari

Ein kühler Februarabend, Flutlicht, 13.205 Zuschauer - und eine Heimmannschaft, die sich schon nach einer halben Stunde fragte, warum sie eigentlich aus der Kabine gekommen war. Bari Calcio verlor am 19. Spieltag der 3. Liga Italien (1. Div) gegen Rodengo Saiano deutlich mit 1:3. Und das, obwohl man sich laut Trainerbank "offensiv" geben wollte. Am Ende war es aber vor allem Rodengo, das mit jugendlichem Elan und erstaunlicher Reife den Ton angab.

Schon der Start ließ erahnen, wohin dieser Abend führen würde: Nach nicht einmal fünf Minuten hatte Rodengo Saiano bereits viermal auf das Tor von Bario-Keeper Hans Scherer geschossen. Besonders der erfahrene Antonio Cocco prüfte den jungen Schlussmann gleich mehrfach - ein Vorgeschmack auf den Dauerbeschuss, der folgen sollte. Bari versuchte, das Spiel mit kontrolliertem Ballbesitz (46 Prozent) zu beruhigen, wirkte dabei aber so kontrolliert wie ein Straßenkater in der Badewanne.

In der 34. Minute dann das logische 0:1: Der 21-jährige Alessandro Vegliaturo traf nach feinem Zuspiel von Lorenzo Cerva, der im Mittelfeld die Fäden zog wie ein junger Pirlo im Provinzformat. "Ich hab’ den Ball einfach mal laufen lassen", grinste Cerva später. "Und Alessandro hat gezeigt, dass man auch mit 21 schon weiß, wo das Tor steht."

Kurz vor der Pause erwachte Bari kurz aus dem Dornröschenschlaf, allerdings in die falsche Richtung: Rechtsaußen Rafael Galindo sah Gelb, weil er die Geduld des Schiedsrichters ähnlich strapazierte wie die der Heimfans. "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch leben", rechtfertigte er sich nach dem Spiel - ein Satz, der auf den gesamten Auftritt zutraf.

Die zweite Halbzeit begann, wie man sie in Bari abends gern hat: mit einem Espresso und einem kurzen Moment Hoffnung. Kaum 60 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Luigi Fumagalli zum 1:1. Jacopo Magisano hatte den Ball mustergültig in den Lauf gelegt, und Fumagalli versenkte eiskalt. Jubel brandete auf, die Fans sangen, und selbst der Stadionsprecher klang, als könne das noch was werden.

Es wurde nichts.

In der 66. Minute flog Linksverteidiger Marco Barbero nach einem ungeschickten Einsteigen vom Platz - Rot. Trainerkommentar am Spielfeldrand: "Das war kein Foul, das war ein Missverständnis zwischen Schuh und Schienbein." Doch die Unparteiischen hatten wenig Humor.

Nur eine Minute später schlug Rodengo wieder zu: Der eingewechselte Nachwuchsstürmer Vincenzo Cerutti, 19 Jahre jung, traf nach erneutem Pass von Cerva zum 1:2. Der Junge rannte jubelnd zur Eckfahne, rutschte auf den Knien und brüllte Richtung Kamera: "Das ist für meine Nonna!" - ein Moment, den selbst die Heimfans mit einem Schmunzeln quittierten.

Bari versuchte, sich noch einmal zu berappeln, doch mit zehn Mann und nur sechs Torschüssen blieb es beim Versuch. Rodengo dagegen spielte weiter munter nach vorn, als stünde es 0:0. In der 79. Minute machte Innenverteidiger Dario Bassi nach einer Ecke von Giacomo Morabito den Deckel drauf - 1:3. Ein Verteidiger als Torschütze, das passte zum Bild des Abends: selbst die Defensivkräfte des Gastes hatten mehr Zug zum Tor als die Stürmer Barios.

Trainer Jan Beyer von Rodengo Saiano lobte hinterher die Mischung seines Teams: "Wir haben die Ruhe der Alten und den Hunger der Jungen - das ist in dieser Liga selten." Tatsächlich: Mit Cerutti (19), Degano (17) und Rinaldi (17) standen drei Teenager auf dem Platz, die ihre Sache abgeklärt machten.

Bari-Coach - der seinen Namen nach dieser Vorstellung lieber nicht in die Mikrofone sagte - war sichtlich bedient: "Wir haben offensiv gespielt", murmelte er, "aber leider auch defensiv." Seine Mannschaft wirkte in den letzten Minuten so ausgelaugt, dass selbst die Balljungen mehr Pressing betrieben.

Statistisch war die Sache klar: 18 Torschüsse für Rodengo, nur 6 für Bari. 53 Prozent Ballbesitz für die Gäste, eine Zweikampfquote von 55 Prozent - das war kein Glück, sondern schlicht gutes Handwerk.

Als der Schlusspfiff ertönte, applaudierten die Heimfans höflich, fast erleichtert. Ein älterer Herr auf der Tribüne fasste es mit typisch süditalienischer Gelassenheit zusammen: "Manchmal ist Fußball wie Pasta - wenn sie zu weich gekocht ist, hilft auch keine Soße mehr."

Rodengo Saiano dagegen feierte ausgelassen. Nachwuchstrainer Beyer wurde von seinen Spielern mit Wasser übergossen, und Doppeltorschütze Cerva - der eigentlich gar keines erzielt hatte, aber zwei vorbereitet - grinste breit: "Ich fühle mich trotzdem wie ein Torschütze."

Und Bari? Muss sich fragen, ob "offensiv" vielleicht nicht nur eine taktische Ausrichtung, sondern auch ein Lebensgefühl ist - eines, das man auf dem Platz wiederfinden muss. Bis dahin gilt: Drei Tore kassiert, eins geschossen, rote Karte gesehen. Ein Abend, der sich so schnell nicht wiederholen sollte - zumindest aus Sicht der Gastgeber.

04.01.643991 20:36
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