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Rodengo Saiano ringt Rimini nieder - späte Erlösung im Pokalfight

Ein Pokalabend, wie er im Buche steht: Flutlicht, kalte Luft, ein leicht feuchter Rasen und 7750 Zuschauer, die zwischen Jubel und Nervenzusammenbruch pendelten. Rodengo Saiano besiegte am Mittwochabend in der zweiten Pokalrunde den AS Rimini mit 2:1 (1:0) - ein Ergebnis, das knapper klingt, als es die Statistik vermuten lässt. 21 Torschüsse für die Hausherren, 7 für die Gäste, dazu ein Ballbesitz, der eigentlich Rimini leicht vorn sah (52 zu 48 Prozent). Doch Fußball wird bekanntlich nicht in Excel gewonnen, sondern im Strafraum.

Der erste Jubel brandete in der 32. Minute auf. Der 19-jährige Gaetano Uffugo, der schon zuvor wie ein ungeduldiger Teenager auf Koffein durch die Riminier Abwehr wirbelte, traf nach Vorlage des erfahrenen Innenverteidigers Dario Bassi zum 1:0. "Ich hab nur gedacht: endlich!", grinste Uffugo nach dem Spiel. "Ich hatte schon fünf Dinger draufgehalten, da meinte Dario: ’Junge, jetzt zielt’s du mal richtig!’ - und dann war’s drin." Trainer Jan Beyer kommentierte trocken: "Gaetano hat heute mehr geschossen als unsere ganze Mannschaft letzte Woche. Aber lieber so als andersrum."

Rimini, das bis dahin vor allem auf Kontrolle und Sicherheit bedacht war, brauchte eine ganze Halbzeit, um die eigenen Motoren anzuwerfen. Nach dem Seitenwechsel zeigten sie plötzlich, dass sie auch Fußball spielen können. In der 61. Minute war es ausgerechnet Rechtsverteidiger Filippo Carta, der nach feinem Zuspiel von Alejandro Costa den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte nagelte - 1:1, und das Spiel kippte kurzzeitig.

"In dem Moment dachte ich: jetzt holen wir das Ding", sagte Riminis Trainer nach dem Spiel, "aber dann haben wir aufgehört, an den nächsten Pass zu denken." Tatsächlich zog sich Rimini nach dem Ausgleich etwas zurück, als würde man das Unentschieden über die Zeit retten wollen. Rodengo Saiano dagegen schaltete noch einmal hoch, das Pressing wurde bissiger, die Zuspiele direkter.

In der 77. Minute kam es zu einer Schrecksekunde, als Rechtsverteidiger Davide Castello nach einem Zweikampf am Boden liegen blieb. "Ich hab nur kurz Sterne gesehen", erklärte er später, "aber dann kam der Doc und meinte, ich solle lieber runter - also durfte Antonio Cocco mal Außenverteidiger spielen." Cocco, sonst Mittelstürmer, wurde tatsächlich eingewechselt - und brachte neuen Schwung, auch wenn er hinten zunächst wirkte wie ein Tourist auf fremdem Terrain.

Die Entscheidung fiel schließlich kurz vor Schluss. In der 87. Minute nahm Emanuele Soverato, der unermüdliche rechte Mittelfeldarbeiter, Maß und setzte den Ball aus 18 Metern flach ins Eck. Der Jubel war ohrenbetäubend, Beyer rannte an der Seitenlinie entlang wie ein Mann, der gerade die Lottozahlen richtig getippt hatte. "Emanuele ist unser Dauerläufer. Wenn der trifft, weißt du, dass der Fußballgott uns heute mag", scherzte der Coach nach Abpfiff.

Rimini versuchte in den letzten Minuten noch einmal alles, brachte den 17-jährigen Alberto Giovannini nach vorn, der zweimal gefährlich abschloss (86. und 92. Minute), doch Torwart Niccolò Argusto war zur Stelle. "Ich hab ihm nach dem Spiel gesagt, dass er ein Riesentalent ist", erzählte Argusto. "Aber nicht heute, mein Junge."

Am Ende blieb es beim 2:1 - und einem verdienten Einzug in die nächste Runde. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft mit einem Applaus, der eher nach Finale als nach Zwischenrunde klang.

Statistisch gesehen hätte Rodengo Saiano das Spiel schon früher entscheiden müssen. 21 Abschlüsse, zwei Tore, unzählige vergebene Chancen - vor allem Uffugo könnte allein ein Chancenquiz aus dem Spiel veranstalten. Rimini dagegen effizient, aber zu harmlos.

Trainer Beyer fasste es zusammen: "Wir haben heute gesehen, dass Leidenschaft manchmal mehr zählt als Ballbesitz. Und dass Gaetano irgendwann auch mal den Ball trifft."

Vielleicht war es kein fußballerisches Feuerwerk, aber ein Pokalfight mit Charakter - mit Schmerz, Schweiß und einem Schuss Ironie. Und als die Flutlichter ausgingen, sagte ein grinsender Fan auf der Tribüne: "Ich wusste gar nicht, dass wir so spannend sein können."

Rodengo Saiano geht in die nächste Runde - Rimini nach Hause. Und irgendwo in der Kabine summte Gaetano Uffugo leise: "Endlich hab ich getroffen."

04.10.643990 02:45
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