Tuttosport
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Rodengo Saiano ringt Libertatis Lucca nieder - ein Sieg mit roter Note

8750 Zuschauer erlebten am Dienstagabend im kleinen, aber stimmungsvollen Stadion von Rodengo Saiano ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Tore, ein Platzverweis - und eine gehörige Portion Dramatik. Am Ende stand ein 2:1-Erfolg für die Hausherren gegen Libertatis Lucca, der ebenso hart erkämpft wie verdient war.

Trainer Jan Beyer hatte seine Mannschaft gewohnt offensiv eingestellt. "Wir wollten zeigen, dass wir auch gegen Ballbesitz-Fußball bestehen können", grinste er nach dem Abpfiff, während er sich demonstrativ den Schweiß von der Stirn wischte. Und tatsächlich: Obwohl Lucca mit 55 Prozent Ballbesitz mehr vom Spiel hatte, waren es die Gastgeber, die die klareren Chancen verbuchten - 17 Torschüsse zu 8 sprechen eine deutliche Sprache.

Die Partie begann mit viel Mittelfeldgeplänkel. Rodengo Saiano attackierte früh, während Lucca, angetrieben vom 17-jährigen Tyler Cromwell, über die Flügel suchte, aber selten durchkam. Die erste halbe Stunde war geprägt von verpassten Möglichkeiten - ein Schuss von Giacomo Morabito in der 20. Minute rauschte knapp über das Tor, während auf der anderen Seite Riccardo Belsito gleich zweimal an Keeper Niccolò Argusto scheiterte.

Dann folgte jene Viertelstunde, die das Spiel entschied. In der 38. Minute zog der junge Alessandro Vegliaturo nach schöner Vorarbeit von Emanuele Soverato von links nach innen und versenkte den Ball trocken ins lange Eck - 1:0. Das Stadion tobte, und Vegliaturo präsentierte sich jubelnd vor der Fankurve, als hätte er gerade das Champions-League-Finale entschieden. "Ich wollte einfach nur draufhalten", sagte der 21-Jährige später, "und diesmal hat’s funktioniert - anders als im Training gestern."

Nur vier Minuten später revanchierte sich Soverato selbst: Nach einem beherzten Vorstoß von Linksverteidiger Lorenzo Montegiordano kam der Ball punktgenau in den Strafraum, wo Soverato humorlos einnetzte - 2:0. Libertatis Lucca wirkte konsterniert, schüttelte sich aber kurz und schlug prompt zurück.

In der 43. Minute war es Valerio Di Marco, der nach Pass des unerschrockenen Teenagers Cromwell ins linke Eck traf. Ein sehenswerter Anschlusstreffer, der das Spiel wieder öffnete. "Wir haben gezeigt, dass wir leben", meinte Di Marco später mit trotzigem Lächeln, "aber leider war das Leben nach der Pause ziemlich kompliziert."

Denn obwohl Lucca in der zweiten Halbzeit mehr Ballkontrolle hatte, fehlte es an Durchschlagskraft. Die Defensive von Rodengo Saiano stand stabil - zumindest bis zur 76. Minute, als Dario Bassi mit einer übermotivierten Grätsche alles riskierte und dafür die Rote Karte sah. "Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte sich Bassi, "aber der Ball war wohl ein bisschen schneller als ich."

Ab diesem Moment wurde es hektisch. Trainer Beyer reagierte sofort, brachte den erfahrenen Antonio Cocco und später sogar den 17-jährigen Xabier Martins, um das Bollwerk zu halten. Libertatis Lucca rannte an, doch abgesehen von einem Distanzschuss von Dario Conte (72.) und einem späten Versuch von Enrico Figline (88.) sprang nichts Zählbares heraus.

In der Nachspielzeit hatte Vincenzo Cerutti noch die Chance, alles klarzumachen, doch sein Schuss aus 18 Metern wurde von Luccas Torhüter Domenico Giovannini glänzend pariert. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab - und der Jubel auf den Rängen war grenzenlos.

"Wir haben heute mit Herz verteidigt", fasste Coach Beyer zusammen. "Klar, spielerisch war das nicht immer Delikatessen-Fußball, aber manchmal muss man eben auch mal die rustikale Küche servieren."

Sein Gegenüber - Luccas Trainer (dessen Name in den offiziellen Unterlagen merkwürdigerweise fehlte) - verzichtete auf große Worte: "Wir haben das Spiel in fünf Minuten verloren. Der Rest war Kosmetik."

Statistisch gesehen war es tatsächlich ein kurioses Spiel: Mehr Ballbesitz, aber weniger Wirkung bei Lucca; weniger Kontrolle, aber mehr Effizienz bei Rodengo Saiano. Und so bleibt der Eindruck eines Abends, an dem Leidenschaft über System siegte - und ein Platzverweis die Nerven aller Beteiligten strapazierte.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: "Wenn sie immer so spielen, kauf ich mir endlich wieder eine Dauerkarte."

Ein bisschen Pathos, ein bisschen Chaos, und drei Punkte - Rodengo Saiano hat seinen Ruf als launischer, aber unterhaltsamer Gastgeber einmal mehr bestätigt. Und irgendwo in der Kabine wird Alessandro Vegliaturo wohl noch immer grinsen.

14.06.643993 02:17
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