Anpfiff
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Rodengo Saiano kämpft sich nach 0:2-Rückstand zu wildem 2:2 gegen Entella

8750 Zuschauer im Stadio Comunale von Rodengo Saiano bekamen am Mittwochabend einen dieser Fußballabende, die zeigen, warum man den Sport liebt - und gleichzeitig hasst. Ein launiges 2:2 zwischen Rodengo Saiano und Virtus Entella, in dem sich Drama, jugendlicher Übermut und taktisches Chaos zu einer fast klassischen Pokalgeschichte mischten.

Trainer Jan Beyer, sonst nicht gerade als Freund großer Emotionen bekannt, ließ nach dem Abpfiff den Satz fallen, der den Abend wohl am besten beschreibt: "In der ersten Halbzeit haben wir geschlafen, in der zweiten sind wir aufgewacht - leider erst nach zwei Ohrfeigen."

Und diese Ohrfeigen kamen früh. Schon in der siebten Minute traf der 18-jährige Giovanni Cropalati nach Zuspiel von Emiliano Pietrafitta. Kaum hatten die Heimfans den ersten Schock verdaut, legte Virtus Entellas alter Fuchs Jaroslav Drsek in der achten Minute mit einem trockenen Abschluss nach - vorbereitet vom quirlig flinken Domingo Ferreira. Zwei Tore in zwei Minuten, und Rodengo Saiano schien auf dem besten Weg, das erste Gruppenspiel des Liga-Pokals komplett zu verschlafen.

Die Gäste aus Ligurien, taktisch solide im "balanced mode", kontrollierten Ball und Gegner. 54 Prozent Ballbesitz, 16 Abschlüsse - das sah nach einem souveränen Auftritt aus. Doch Fußball hat ja bekanntlich seine eigene Logik, und die lautet selten: "Wer führt, gewinnt."

Beyer reagierte in der Pause. "Ich habe ihnen gesagt, dass das hier kein Freundschaftsspiel ist", grinste der Coach später. Tatsächlich kam Rodengo Saiano mit Wut im Bauch und Pressing im Kopf zurück. Der junge Alessandro Vegliaturo, zuvor glücklos, wurde plötzlich zum Wirbelwind auf links. Nach mehreren Versuchen in der 18., 20. und 24. Minute fand er in der 66. schließlich die Lücke: Nach Pass von Giorgio Bianchi traf er aus spitzem Winkel zum 1:2. Das Stadion tobte - endlich Leben in der Bude.

Virtus Entella wirkte nun nervös. Der 33-jährige Drsek, eben noch Torschütze, verpasste in der 69. Minute per Kopf die Vorentscheidung. Stattdessen folgte das, was man in Rodengo Saiano wohl noch lange erzählen wird: In der 72. Minute fasste sich Luca Cariati, 21, ein Herz und zirkelte den Ball nach Vorlage von Routinier Giacomo Morabito ins lange Eck - 2:2!

"Das war kein Schuss, das war ein Gedicht", raunte ein älterer Fan auf der Tribüne - und bekam dafür von seinem Nachbarn ein ironisches "Dann rahm’s dir ein!" zurück.

Die letzten 20 Minuten waren dann pures Chaos in Blau und Weiß. Virtus Entella drückte, hatte durch Drsek (81., 83.) und Arnaldo Vegliaturo (91.) noch drei gute Chancen. Doch Torwart Niccolo Argusto, 34, wuchs über sich hinaus. "Ich wollte einfach nicht, dass der Junge da vorne noch ein zweites Mal feiert", knurrte er über Drsek - und grinste dabei so breit wie das Tor, das er bewachte.

Ein Wermutstropfen für die Gastgeber: In der 81. Minute musste Rechtsverteidiger Davide Castello verletzt raus, gestützt von zwei Betreuern. "Nur eine Zerrung", gab Beyer später Entwarnung, "aber wir hatten kurz überlegt, ihn einfach auf den Platz zu kleben." Sein Ersatz Davide Castello - pardon, Davide Castello wurde durch Federico Di Paolo ersetzt - brachte immerhin frische Beine für den Endspurt.

Statistisch blieb Entella das etwas reifere Team: mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, weniger Chaos. Aber Rodengo Saiano hatte Herz, Willen und den Mut, das Spiel zu drehen. Und das ist in einem Pokalauftakt manchmal mehr wert als jedes taktische Konzept.

Virtus-Coach, der namenlose Pragmatiker an der Seitenlinie, murmelte nach dem Abpfiff nur: "Wenn man 2:0 führt und 2:2 spielt, ist das kein Punktgewinn - das ist ein Weckruf."

Jan Beyer hingegen stand mit verschränkten Armen und einem Lächeln da. "Wir haben gezeigt, dass wir leben. Und dass wir auch Fußball spielen können, wenn’s drauf ankommt. Vielleicht sollten wir künftig einfach jedes Spiel mit einem Rückstand beginnen."

Ein sarkastischer Vorschlag, der gar nicht so abwegig klingt - zumindest wenn man die zweite Halbzeit gesehen hat.

Kurzum: Ein 2:2, das sich anfühlt wie ein Sieg für Rodengo Saiano und wie eine verpasste Chance für Virtus Entella. Und irgendwo zwischen Adrenalin, Rasenschnitt und feuchten Augen lag das, was Fußball manchmal am schönsten macht: dass er völlig unberechenbar bleibt.

04.12.643993 11:31
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Sex vor einem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.
Berti Vogts
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