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Rodengo Saiano fegt Manfredonia vom Platz - Vegliaturo doppelt, Morabito adelt

Ein kalter Februarabend, 20:30 Uhr in Manfredonia: 7000 Zuschauer, die sich eigentlich auf einen leidenschaftlichen Heimauftritt ihres AC freuten, bekamen stattdessen eine Lehrstunde in Effizienz serviert - von Rodengo Saiano, das schon nach einer halben Stunde alle Fragen beantwortet hatte. 0:3 hieß es am Ende, und das völlig verdient.

Bereits in der dritten Minute zappelte der Ball im Netz. Alessandro Vegliaturo, 21 Jahre jung, schien die Gastfreundschaft des AC Manfredonia etwas zu wörtlich zu nehmen. Nach einem Pass des 19-jährigen Vincenzo Cerutti setzte er den Ball trocken ins linke Eck, während Torwart Enrico Centrache noch überlegte, ob er sich warm machen sollte. "Ich hab ihn einfach gespürt, diesen Moment", grinste Vegliaturo später. "Und dann dachte ich: Warum warten?"

Kaum zwölf Minuten gespielt, derselbe Mann, dieselbe Konsequenz. Diesmal kam der Ball von Giacomo Morabito, der das Mittelfeld dominierte, als hätte er den Ball mit einem Magneten geführt. Vegliaturo nahm Maß - 0:2. Manfredonia schwankte, das Stadion verstummte. Ein älterer Fan auf der Haupttribüne murmelte nur: "Das wird heute lang."

In der 24. Minute dann der endgültige Knockout. Morabito selbst durfte ran und verwertete eine Vorlage von Luca Cariati aus vollem Lauf. 0:3, und die Gastgeber schauten sich gegenseitig an, als hätten sie die Spielanweisung in einer anderen Sprache bekommen. Trainer Jan Beyer von Rodengo Saiano rieb sich an der Seitenlinie die Hände. "Wir wollten ruhig bleiben, aber wenn du siehst, wie die Jungs kombinieren, da darfst du auch mal lächeln", sagte er nach dem Spiel - und lächelte dabei so breit, dass man ihm fast den Spruch abnahm.

Dabei hatte Manfredonia gar nicht wenig vom Spiel. 56 Prozent Ballbesitz, ein ordentliches Passspiel, das phasenweise an Handball erinnerte - viel quer, wenig vorwärts. Fünf Torschüsse standen am Ende zu Buche, die meisten davon eher freundliche Grüße an den gegnerischen Torwart Niccolò Argusto. "Wir wollten kontrollieren, nicht kopflos rennen", verteidigte sich Kapitän Alessio Alberti. "Aber manchmal musst du vielleicht doch einfach mal draufhalten."

Rodengo Saiano dagegen spielte schnörkellos, zielstrebig, fast unverschämt effizient. 15 Torschüsse, 3 Tore - das ist Mathematik, die jedem Trainer gefällt. Besonders auffällig: die jugendliche Sturmreihe mit Cerutti (19), Uffugo (19) und Vegliaturo (21). Beyer gönnte ihnen am Ende sogar eine Pause: In der 82. Minute brachte er gleich drei 17-Jährige - Rinaldi, Degano und Pentone. "Die sollen wissen, wie sich Sieg anfühlt", grinste der Coach.

In der zweiten Halbzeit passierte dann - nun ja - nicht mehr viel. Manfredonia bemühte sich, das Spiel zu kontrollieren, als wäre ein 0:3 ein akzeptabler Zwischenstand. Trainer des Heimteams - der Name blieb an diesem Abend lieber ungenannt - gestikulierte wild, aber seine Mannschaft blieb brav im Modus "balanciert". Kein Pressing, kein Risiko, keine Wut. Vielleicht war das die eigentliche Tragik des Abends: eine Mannschaft, die sich nicht wehrte.

Rodengo Saiano dagegen verwaltete das Ergebnis mit der Gelassenheit eines Teams, das genau wusste, dass hier nichts mehr anbrennen würde. Cerutti prüfte Centrache noch zweimal (44., 86.), Vegliaturo hatte weitere Chancen (53., 70., 80.), aber irgendwann war klar: Es würde bei den drei Treffern bleiben.

Nach Abpfiff standen die Gäste Arm in Arm vor der Kurve, während Manfredonia bedröppelt in die Kabine schlich. "Wir haben heute nicht nur verloren, wir haben Lektionen gelernt", sagte Mittelfeldmann Georges Leblanc - und klang dabei, als schreibe er gleich einen philosophischen Essay.

So endete ein Spiel, das nach 30 Minuten entschieden war, aber 90 Minuten dauerte. Statistikfreunde notierten: mehr Ballbesitz für Manfredonia, mehr Torschüsse für Rodengo Saiano, bessere Zweikampfquote für die Gäste (55,1 zu 44,9 Prozent). Und irgendwo zwischen diesen Zahlen steht die Wahrheit: Rodengo Saiano spielte Fußball, Manfredonia verwaltete ihn.

Vielleicht das schönste Zitat des Abends kam von Doppeltorschütze Vegliaturo: "Ich bin 21, da darf man noch Spaß haben." Spaß hatte er, keine Frage. Die Fans von Manfredonia dagegen werden hoffen, dass sie bald wieder lachen können - vielleicht schon nächste Woche. Bis dahin bleibt ihnen nur die Erkenntnis: Gegen Rodengo Saiano war an diesem Abend einfach kein Kraut gewachsen.

Und so pfiff der Schiedsrichter pünktlich ab, drei Tore, drei Punkte, drei Fragen weniger: Wer ist hier das bessere Team? Wer hat die Zukunft? Und wann bekommt Manfredonia endlich wieder einen Stürmer, der trifft?

01.12.643990 03:37
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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