Tuttosport
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Rodengo Saiano erkämpft Arbeitssieg in Venedig - jugendlicher Charme siegt über Routine

Ein kalter Februarabend, 20:30 Uhr in Venedig. 6.500 Zuschauer im ehrwürdigen Stadio Pier Luigi Penzo, die meisten davon in dicken Schals gehüllt und in der Hoffnung, dass ihre Venezia Unita den 21. Spieltag der 3. Liga Italien mit einem Heimsieg veredeln würde. Am Ende aber lachte nur einer: Gaetano Uffugo, 19 Jahre jung, der mit seinem Treffer in der 23. Minute Rodengo Saiano zu einem 1:0-Erfolg schoss - ein Tor, das aus dem Nichts kam, aber den Abend bestimmte.

"Ich hab’ einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Uffugo später, als wäre das Ganze eine spontane Eingebung gewesen. Dabei war es alles andere als Zufall: Luca Cariati, ebenfalls gerade mal 20, hatte sich auf der linken Seite durchgetankt, einen präzisen Pass in die Schnittstelle gespielt - und Uffugo vollendete trocken ins lange Eck. Venezia-Keeper Jonas Lambrechts streckte sich, sah den Ball aber nur vorbeifliegen.

Danach? Rodengo Saiano, gecoacht von Jan Beyer, blieb offensiv eingestellt, aber mit italienischer Effizienz. Ganze 16 Torschüsse feuerten die Gäste ab, während Venezia Unita auf sechs kam. Ballbesitz? Fast ausgeglichen - 50,3 Prozent für die Hausherren, 49,7 für die Gäste. Doch die nackten Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte.

"Wir wollten Fußball spielen, sie wollten Tore schießen", murrte Venezia-Kapitän Marcio Frechaut nach Abpfiff. Tatsächlich wirkte sein Team oft wie ein Orchester ohne Dirigent: solide im Aufbau, ideenlos im letzten Drittel. Lorenzo Pellegrino mühte sich auf der rechten Seite redlich, schoss zweimal gefährlich aufs Tor (31. und 61. Minute), holte sich dann aber in der 74. Minute frustriert Gelb ab, nachdem er einem Gegenspieler den Ball etwas zu deutlich abnehmen wollte.

Trainer Beyer blieb an der Seitenlinie erstaunlich ruhig - "Wir wussten, dass Venezia viel Ballbesitz will. Uns interessiert der Ball nur, wenn er im Netz zappelt", erklärte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen norddeutscher Nüchternheit und lombardischer Gelassenheit pendelte. Seine Elf spielte genau so: offensiv ausgerichtet, aber nicht kopflos.

Interessant war auch der Generationenkontrast. Während Venezia Unita mit Routiniers wie Enrico Parenti (32) und Riccardo Belcastro (30) auf Erfahrung setzte, ließ Rodengo Saiano eine jugendliche Welle über den Platz rollen. Cerutti, Uffugo, Cariati, Roggiano - keiner älter als 20. "Die Jungs sind frech, manchmal zu frech", meinte Beyer lachend. "Aber lieber so, als wenn sie Angst vor großen Namen haben."

In der zweiten Hälfte versuchte Venezia, das Spiel zu drehen. Der Einsatz blieb - wie ihre Taktik - "balanciert". Kein wildes Pressing, kein Risiko. Und so verpuffte Angriff um Angriff in der gut sortierten Hintermannschaft der Gäste. Torwart Niccolò Argusto musste nur selten ernsthaft eingreifen, und wenn, dann mit stoischer Ruhe, als wolle er sagen: "Nicht heute, Signori."

Einmal, in der 66. Minute, lag der Ausgleich in der Luft: Ruben Sanchez zog volley von rechts ab - der Ball rauschte haarscharf über die Latte. Auf der Tribüne hielt man kurz den Atem an, dann raunte jemand: "Vielleicht hätten wir heute lieber Gondeln parken sollen statt Hoffnungen."

In den Schlussminuten war Rodengo Saiano näher am 2:0 als Venezia am 1:1. Uffugo, der Held des Abends, prüfte in der 90. Minute noch einmal Lambrechts - diesmal blieb der Keeper Sieger. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab, und die Gäste jubelten ausgelassen, während das venezianische Publikum höflich, aber frostig applaudierte.

"Ein Arbeitssieg", nannte Beyer das Ergebnis später. "Schön war’s nicht, aber drei Punkte sind drei Punkte." Venezia-Trainer - der seinen Namen lieber nicht unter das Mikro hielt - murmelte nur: "Wir hatten den Ball, sie hatten das Tor. Das ist Fußball."

So endet ein Spiel, das taktisch ausgeglichen, aber mental entschieden war. Venezia Unita bleibt in der Mittelmäßigkeit der Tabelle, während Rodengo Saiano mit jugendlichem Übermut weiter nach oben schielt.

Und irgendwo in den Katakomben des Stadions soll man Uffugo noch rufen gehört haben: "Mama, ich hab in Venedig getroffen!" - Ein Satz, der wohl den ganzen Abend besser beschreibt als jede Statistik.

Ein kleiner Sieg, ein großer Moment - und wieder einmal der Beweis, dass im Fußball manchmal einfach jugendlicher Leichtsinn die beste Taktik ist.

21.05.643993 15:18
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