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Remis mit Stil: Zielona Gora trotzt SK Pruszkow ein 1:1 ab

Ein kalter Januarabend in Zielona Gora, Flutlicht, Atemwolken über 25.000 Köpfen - und ein Spiel, das mehr versprochen als gehalten hat. Am Ende stand ein 1:1 zwischen Zielona Gora und SK Pruszkow, das keiner so recht einordnen konnte: zu wenig für die Gäste, zu mühsam für die Hausherren, aber immerhin unterhaltsam für alle, die warme Jacken trugen.

Von Beginn an machte Pruszkow klar, wer hier den Ball haben wollte - und das war: Pruszkow. 55 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüsse, aber nur ein Treffer. Trainer Stefan Petruck stand an der Seitenlinie wie ein Mathematiklehrer, der einfach nicht versteht, warum seine Schüler die einfachste Gleichung nicht lösen können. "Wir hatten den Ball, wir hatten die Räume, wir hatten sogar den Wind in der ersten Hälfte. Nur das Tor hatten wir halt nicht öfter", knurrte er nach Schlusspfiff.

Dabei begann alles nach Plan für Zielona Gora. In der 30. Minute nutzte Bernard Monroe eine der seltenen Offensivaktionen der Gastgeber eiskalt. Nach feiner Vorarbeit von Lucas Simpson stand der 22-jährige Mittelstürmer plötzlich frei - und schob den Ball mit jener Gelassenheit ein, die man sonst nur von Leuten kennt, die schon am Montag Urlaub haben. Das Stadion explodierte, Trainer Mac Manager (ja, der Mann heißt wirklich so) ballte die Faust und rief in Richtung seiner Bank: "Seht ihr? Ich hab’s euch gesagt, manchmal geht’s auch ohne Ballbesitz!"

Doch der Jubel hielt nicht lange. Pruszkow drückte, rannte, kombinierte - und in der 43. Minute fiel die Bestrafung. Rafael Acevedo, der 32-jährige Dauerläufer auf dem linken Flügel, traf nach einem präzisen Zuspiel von Innenverteidiger (!) Vitorino Mascarenhas. Acevedo grinste danach in die Kameras: "Ich dachte zuerst, der Ball kommt gar nicht. Dann kam er - und ich dachte, okay, dann machen wir’s halt selbst." Ein Satz, der wohl auch als Motto des gesamten Pruszkower Spiels taugt.

Die zweite Halbzeit brachte dann weniger Tore, aber reichlich Spektakel in Form von vergebenen Chancen. Ellis Lujan prüfte den jungen Pruszkower Keeper Humberto Miguel gleich zweimal (48. und 52. Minute), während auf der anderen Seite Acevedo und Amadeus Kowalik ihre private "Wer-verpasst-mehr"-Challenge austrugen. Es blieb beim 1:1 - auch, weil Zielonas Schlussmann Maximilian Kraus in der 87. Minute einen Kopfball von Kowalik aus dem Winkel fischte.

Statistisch war das Ganze eine klare Angelegenheit: 15:7 Torschüsse für Pruszkow, mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe gewonnen. Aber Fußball ist bekanntlich kein Statistikseminar. "Wenn’s nach Zahlen ginge, hätten wir 3:1 gewonnen", murmelte Petruck beim Gang in die Kabine. "Aber hier zählt der Ball im Netz - und der war halt nur einmal drin."

Mac Manager sah das naturgemäß anders. "Wir haben defensiv gut gearbeitet, offensiv clever zugeschlagen, und dann… na ja, ein dummer Moment vor der Pause. Aber ich bin stolz auf die Jungs", sagte er, während er sich mit einem Pappbecher Tee die Hände wärmte. Auf die Frage, ob er mit dem Punkt zufrieden sei, antwortete er nur: "Ich bin Trainer von Zielona Gora, nicht von Real Madrid."

Die Fans jedenfalls feierten ihr Team. Vielleicht, weil sie wussten, dass es schlimmere Fußballabende gibt. Vielleicht auch, weil sie nach 90 Minuten durchgefroren waren und jede Bewegung - selbst Jubeln - half, warm zu bleiben. Einer rief von der Tribüne: "Nächstes Mal zwei Tore, dann trinken wir Wodka!" - worauf ein anderer trocken antwortete: "Nur wenn’s nicht wieder 1:1 steht!"

So bleibt ein Remis, das niemandem richtig weh tut, aber auch niemanden glücklich macht. Pruszkow vergibt die Chance, näher an die Aufstiegsränge zu rücken, Zielona Gora sammelt weiter fleißig Punkte gegen den Abstieg - und beide Mannschaften wissen jetzt, dass Effizienz manchmal wichtiger ist als Ballbesitzdiagramme.

Zum Schluss bleibt nur festzuhalten: Ein Punkt ist ein Punkt, auch wenn er sich anfühlt wie ein halber. Oder, wie es Bernard Monroe mit einem Augenzwinkern formulierte: "Ich treffe lieber einmal und gewinne, als zweimal und verliere. Leider war heute nur der erste Teil davon wahr."

Und so endete der 20. Spieltag der 1. Liga Polen in Zielona Gora mit einem leisen Murmeln: "Unentschieden - das schönste Wort für alle, die sich nicht entscheiden können."

17.09.643987 09:00
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