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Remis mit Feuerwerk: Compostela und Lanzarote trennen sich 2:2

An einem frischen Januarabend in Santiago de Compostela erlebten 36.000 Zuschauer ein Spiel, das an Dramatik kaum zu überbieten war - jedenfalls wenn man das Herz für gepflegtes Chaos im Mittelfeld hat. SD Compostela und Lanzarote CF lieferten sich am 21. Spieltag der 1. Liga Spanien ein rasantes 2:2, das weniger vom taktischen Feinschliff als von purem Temperament lebte.

Schon zu Beginn roch es nach Offensivgeist. Lanzarote, unter Trainer Meister Leverkusen gewohnt angriffslustig, legte los wie die Feuerwehr. Nach gerade einmal 23 Minuten klingelte es im Kasten von Cameron Beecroft: Enrique Penas traf nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Miroslav Despotovic - ein Angriff, so schnörkellos wie ein Espresso am Flughafen. "Wir wollten zeigen, dass wir auch auswärts zustechen können", grinste Penas später und zwinkerte in die Kameras.

Doch Compostela reagierte prompt. Nur acht Minuten später schien Didier Otto, der 34-jährige Veteran auf der rechten Seite, kurz seine Jugend wiedergefunden zu haben. Nach feinem Pass von Jacinto Galindo wuchtete er den Ball aus 18 Metern ins Netz - 1:1. Der Jubel im Estadio Multiusos de San Lázaro war ohrenbetäubend, und Otto rief Richtung Tribüne: "Ich sage doch immer, alte Hasen treffen am besten bei Nachtspielen!"

Das Spiel blieb wild. Compostela hatte über 51 Prozent Ballbesitz, Lanzarote hielt dagegen, als ginge es um die letzte Fähre zurück auf die Insel. Bis zur Halbzeit wechselte das Momentum beinahe im Minutentakt. Die Statistik sprach knapp für die Hausherren: 10 Torschüsse zu 7, eine zarte Überlegenheit, die sich jedoch nicht in Tore ummünzen ließ.

Nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel in einen offenen Schlagabtausch. In der 62. Minute kombinierte sich Compostela einmal lehrbuchreif durch die Mitte - wieder war Galindo der Taktgeber, Paulo Lope der Vollstrecker. Mit einem herrlich gesetzten Schuss ins lange Eck brachte der 33-Jährige die Galicier 2:1 in Front. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Lope später, "und gehofft, dass der Ball nicht wie sonst auf der Autobahn landet."

Doch der Jubel dauerte kaum zwei Minuten. Lanzarote antwortete postwendend: Der junge Pierre Bisson, gerade einmal 20 Jahre alt, verwandelte eine flache Hereingabe von Rene Oklestek eiskalt. 2:2 - und plötzlich waren die Gäste wieder da. Trainer Leverkusen schrie seine Freude über den Platz: "Pierre! Endlich hat sich das Extra-Schusstraining bezahlt gemacht!"

Was folgte, war eine wilde Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten. Compostela drückte, Lanzarote konterte. Peer Lind, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, versuchte sich in der 76. Minute als Torjäger, setzte den Ball aber über die Latte - zum sichtlichen Ärger seines Trainers, der an der Seitenlinie die Arme gen Himmel warf. Und als ob es das Spiel noch spannender machen wollte, sah Joaquín Veloso kurz vor der Pause Gelb - ein Foul, das man getrost als "leidenschaftlich" verbuchen konnte.

In der Nachspielzeit hatte Lanzarote dann sogar noch den Sieg auf dem Fuß: Ignacio Mendivil prüfte Beecroft in der 93. Minute, zwei Minuten später donnerte Bisson den Ball knapp über den Querbalken. "Ich dachte, der geht rein", sagte Bisson später, "aber der Ball hatte wohl Heimweh nach der Tribüne."

So blieb es beim 2:2, einem Ergebnis, mit dem beide leben können - und müssen. Compostela zeigte Moral, Lanzarote Effizienz. "Ein gerechtes Remis", meinte Galindo nach dem Abpfiff, "obwohl wir uns ärgern, weil wir zweimal geführt haben - zumindest gefühlt."

Trainer Leverkusen sah es gelassener: "Wir wollten mutig auftreten, und das haben wir. Außerdem war das Licht hier heute Abend blendend - im wahrsten Sinne."

Für die Fans war es ein Spiel, das alles bot: vier Tore, 17 Torschüsse, eine Gelbe Karte und jede Menge Drama. Fußball zum Durchatmen? Fehlanzeige. Dafür ein Abend, der zeigte, dass Leidenschaft und Chaos manchmal die schönsten Partner sind.

Und irgendwo im Stadion soll ein Fan nach dem Abpfiff gerufen haben: "Wenn das kein Kunstwerk war, dann wenigstens ein gutes Durcheinander!" - schwer zu widersprechen.

19.09.643987 05:22
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