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Reds überrollen Seasiders: Liverpool siegt 4:0 in Blackpool

Blackpool - Es war ein kühler Pokalabend an der englischen Küste, und die 5000 Zuschauer im kleinen Stadion der Blackpool Seasiders hätten sich sicher ein paar wärmende Erfolgserlebnisse gewünscht. Stattdessen bekamen sie ein Feuerwerk der Liverpool Reds serviert - allerdings eines, das aus der falschen Richtung kam. Am Ende leuchtete ein deutliches 0:4 (0:2) auf der Anzeigetafel, und die Gastgeber konnten froh sein, dass es nicht zweistellig wurde.

Schon in der vierten Minute war der Pokaltraum der Seasiders praktisch geplatzt. Federico Floris, der 20-jährige Mittelfeldmotor der Reds, traf nach feinem Zuspiel von Roberto Marquez zur frühen Führung. "Ich dachte, wir hätten ihn gestellt", seufzte Blackpools Innenverteidiger Charlie Lansbury später. "Aber er war plötzlich überall - wie ein roter Geist." Floris grinste nach dem Abpfiff und erklärte trocken: "Ich hab einfach geschossen. Manchmal muss man nicht denken, nur treffen."

Liverpool dominierte von Beginn an - 22 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Blackpool, mit einem Ballbesitz von immerhin 44,8 Prozent, versuchte sich tapfer im Spielaufbau, verlor den Ball aber meist, bevor der Mittelkreis richtig überquert war. Trainer Kurt Kaiser hatte seine jungen Wilden aus Liverpool offensiv eingestellt, und sie spielten, als wäre es ein Trainingsspiel gegen die U19.

Noch vor der Pause erhöhte Pim Voores in der 44. Minute auf 0:2. Wieder war Floris beteiligt, diesmal als Vorlagengeber. "Das war wie im Lehrbuch", schwärmte Kaiser später. "Nur besser, weil meine Jungs das Lehrbuch noch gar nicht gelesen haben."

Zur Pause wechselte Kaiser gleich dreimal - und brachte drei 17-Jährige. Man hätte meinen können, er wolle den Seasiders eine kleine Chance geben. Doch das Gegenteil war der Fall. Christopher Roades, einer dieser jugendfrischen Einwechselspieler, zirkelte in der 59. Minute den Ball von der linken Seite ins lange Eck. 0:3. Sein erstes Profitor - und das in einem Pokalspiel. "Ich hab den Ball einfach mal reingezogen", sagte Roades mit großen Augen. "Und dann war er drin. Ich dachte, das passiert nur in Videospielen."

Blackpool hatte in der 41. Minute eine einzige echte Gelegenheit, als Robin Kolb nach einem langen Ball durchstartete und aus spitzem Winkel abzog. Doch Reds-Keeper Christopher Perlman musste sich kaum strecken. Das war’s dann auch schon mit der Offensivbilanz der Gastgeber.

Die letzten Minuten gehörten dann wieder den Gästen. In der Nachspielzeit durfte Haim Sahar, ebenfalls 17 Jahre alt, noch ein wenig glänzen: Nach einem klugen Pass von Filipe Arias schob er zum 0:4-Endstand ein. Die Blackpool-Fans applaudierten - vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Erleichterung, dass es endlich vorbei war.

"Es war wie eine Lehrstunde", gab Seasiders-Kapitän George Onnington zu. "Wir haben viel gelernt - leider alles auf einmal." Trainer Kaiser hingegen lobte seine Mannschaft, ohne in Euphorie zu verfallen: "Die Jungs waren fokussiert, zielstrebig, hungrig. Und sie haben das umgesetzt, was wir im Training nicht geübt haben."

Statistisch war es ein Klassenunterschied: 22:1 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz für Liverpool, eine Zweikampfquote von fast 60 Prozent. Blackpool dagegen kämpfte mehr mit der Physik des nassen Rasens als mit dem Gegner.

Ein paar Fans der Seasiders versuchten nach Spielende, mit Humor zu reagieren. Einer rief: "Immerhin haben wir das schönste Trikot!" Ein anderer ergänzte: "Und wir sind noch im Pokal - bis heute Abend."

Die Reds reisen nun mit breiter Brust in die nächste Runde. Floris, Voores, Roades und Sahar - vier Torschützen, vier Gesichter der Zukunft. "Wenn die so weiterspielen, brauche ich bald einen Dolmetscher für Teenager-Slang", scherzte Kaiser beim Verlassen des Platzes.

Blackpool hingegen wird sich sammeln müssen. Torwart Callum Fairchild schüttelte nach dem Abpfiff nur den Kopf: "Manchmal ist Fußball einfach grausam ehrlich. Heute hat er uns die Wahrheit gesagt."

Ein Pokalabend mit klarer Botschaft also: Die Jugend der Reds tanzt, die Seasiders rudern - und am Ende rauscht der Pokaltraum von Blackpool in der Brandung davon.

Oder, wie ein Zuschauer es beim Hinausgehen formulierte: "Vier Tore Unterschied, aber immerhin kein Sturm - das ist doch was."

26.07.643990 20:42
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