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Reds feiern jugendlichen Sturm - Huxley und Graysmark zerlegen die Hawks

Premier League | 14. Spieltag | 18.07.26 | Kamloops Reds - Coquitlam Hawks 3:0

Es war ein lauer Sommerabend in Kamloops, 20 Uhr Anpfiff, 16 768 Zuschauer, und am Ende eine dieser Geschichten, die man in der Vereinschronik der Kamloops Reds fett unterstreichen wird: 3:0 gegen die Coquitlam Hawks - ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als es die Statistik vermuten lässt, und doch völlig verdient war.

Die Gäste aus Coquitlam brachten mehr Ballbesitz auf die Waage (53,8 %), schossen genauso oft aufs Tor (elfmal) wie die Hausherren (zwölfmal) - aber eben mit dem Unterschied, dass bei den Reds ein 19-jähriger Wirbelwind namens Dominique Huxley auf dem Platz stand. Der junge Linksaußen war an zwei Toren direkt beteiligt und ließ die Hawks-Abwehr altern wie billigen Käse in der Sonne.

Bereits in der 31. Minute zappelte der Ball erstmals im Netz. Julien Graysmark hatte den Pass in die Tiefe gespielt, Huxley zog links außen vorbei, vernaschte Walter Klose mit einem Haken und drosch den Ball flach ins lange Eck. "Ich hab einfach nicht nachgedacht", grinste der Teenager später, "und das war wohl das Beste, was ich heute tun konnte." Trainer Hans Neumann legte ihm den Arm um die Schulter und murmelte: "Wenn Nachdenken Tore verhindert, lassen wir das künftig ganz."

Die Hawks reagierten keineswegs geschockt, sondern suchten ihr Glück in der Offensive. Daniel Bernheim prüfte Keeper Mika Suhonen gleich dreimal vor der Pause, aber der 20-jährige Finne im Reds-Tor hatte offenbar beschlossen, heute unbezwingbar zu sein. "Er hat die Ruhe eines Kühlschranks", lobte Coquitlams Stürmer Carl Körner etwas neidisch.

Kurz vor der Pause musste Heimcoach Neumann wechseln: William Greenwald kam für Dieter Wagner, und das sollte sich später als goldrichtig erweisen. Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen, die Hawks schoben an, doch mitten in ihre beste Phase hinein (64.) schlug Huxley erneut zu. Dieses Mal war es eine Co-Produktion der Jugend: Joel Chevallier flankte präzise von rechts, Huxley rauschte heran und köpfte den Ball unhaltbar in die Maschen - 2:0. Das Stadion bebte, während Hawks-Trainer offenbar innerlich seine Urlaubspläne überdachte.

"Wir hatten das Spiel im Griff", behauptete Coquitlams Kapitän William Saint-Pierre anschließend trotzig. Nun ja, wenn "im Griff haben" bedeutet, zuzusehen, wie der Gegner jubelt, hat er vielleicht recht.

Die Schlussphase wurde dann zur Gala der Nachwuchsabteilung der Reds. Julien Graysmark, der Spielmacher mit der Gelben Karte (62.), entschied sich in der Nachspielzeit (92.) für eine versöhnliche Geste und setzte selbst den Schlusspunkt. Nach einem feinen Zuspiel von Greenwald zog er aus 20 Metern ab - der Ball schlug mit einem satten *Wumm* im rechten Eck ein. 3:0, Deckel drauf.

"Ich wollte eigentlich Zeit schinden", lachte Graysmark später, "aber der Ball ist halt reingegangen." Trainer Neumann konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Das ist die Sorte Ungehorsam, die mir gefällt."

Die Hawks nahmen es sportlich, auch wenn sie sich vier Gelbe Karten einfingen - Hensley (20.), Klose (66.), Bernheim (85.) und am Ende noch der verzweifelte Versuch, wenigstens etwas Härte zu zeigen. Die Reds hielten mit zwei Verwarnungen (Graysmark 62., Blanchet 90.) dagegen, blieben aber insgesamt kühler im Kopf.

Statistisch war es kein Klassenunterschied - rein vom Ballbesitz und den Schusszahlen her hätte auch ein 1:1 drin sein können. Aber Fußball wird bekanntlich nicht auf Excel-Tabellen gespielt. Entscheidend war die Effizienz und der Mut der jungen Wilden.

Nach Schlusspfiff standen die Fans noch lange auf den Rängen, sangen und winkten ihren Helden zu. Huxley, Graysmark und Chevallier posierten Arm in Arm, als hätte man soeben die Champions League gewonnen. "Wenn wir so weitermachen, müssen die Alten bald auf die Bank", witzelte Huxley und bekam vom erfahrenen Olaf Lee ein Kopfnicken - halb Anerkennung, halb Drohung.

Trainer Neumann fasste das Ganze wie immer trocken zusammen: "Drei Tore, kein Gegentor, und keiner hat sich verletzt - das ist fast schon unheimlich."

Ein unheimlich guter Abend war es jedenfalls für die Kamloops Reds, die mit diesem 3:0 am 14. Spieltag der Premier League ein klares Zeichen setzten: Jugend kann nicht nur wild, sondern auch eiskalt sein.

Und irgendwo in Coquitlam sitzt jetzt vermutlich ein Verteidiger mit Albträumen von einem 19-jährigen mit der Rückennummer 11.

18.07.2026 20:40
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