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Reds drehen das Spiel - Leicester lässt Graz im Regen stehen

Ein kalter Januarabend an der Mersey, Flutlicht, 47.314 Zuschauer - und ein Europaliga-Hinspiel, das mehr Drama bot, als mancher Theaterabend. Die Liverpool Reds besiegten Rot-Weiß Graz mit 2:1 (2:1) und legten damit den Grundstein für den Einzug in die nächste Runde. Doch einfach war es nicht - und schon gar nicht für die Nerven von Trainer Kurt Kaiser.

Dabei fing alles an wie aus dem Lehrbuch für verpatzte Heimspiele. Die Reds stürmten los, als wollten sie die Gäste gleich in der ersten Viertelstunde aus dem Stadion schießen. Ewan Burton prüfte den Grazer Keeper Ibano nach gerade mal zwei Minuten, Giulio Lorusso scheiterte kurz darauf gleich doppelt. Doch statt der erwarteten Führung kam der Schock: In der 32. Minute schaltete David Kern am schnellsten, nachdem Jay Thackeray von links mustergültig flankte - 0:1. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", knurrte Reds-Torwart Charlie Leachman später. "War er aber nicht. Leider."

Die Reaktion? Britisch-direkt: Ärmel hoch, Zweikämpfe anziehen, Flankenflut. Nur sieben Minuten nach dem Rückstand stieg Innenverteidiger Ashton Young nach einer Ecke am höchsten und wuchtete das Leder per Kopf ins Netz. Assistiert hatte Ryan Winston, der nach dem Spiel lachte: "Ich sollte vielleicht häufiger Flanken schlagen, statt immer auf den Bus zu warten."

Kurz vor der Pause dann die Wende: Thomas Lester fasste sich aus gut 20 Metern ein Herz, und der Ball zischte mit leichtem Effet in die linke Ecke - 2:1 (45.). "Ich hab’s gar nicht richtig gesehen, nur gespürt", grinste der Torschütze, während Trainer Kaiser an der Seitenlinie demonstrativ auf seine Uhr tippte, als wolle er sagen: Jetzt reicht’s aber mit dem Zittern!

Die Statistik sprach ohnehin eine klare Sprache: 22 Torschüsse der Reds gegenüber acht der Grazer, 53 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote, die man getrost als "robust britisch" bezeichnen durfte. "Wir haben alles gegeben, was in uns steckt", lobte Kaiser später - um dann mit einem Augenzwinkern hinzuzufügen: "Manchmal vielleicht ein bisschen zu viel. Jorge Salinas’ Gelbe Karte war… sagen wir, enthusiastisch motiviert."

Auch die Gäste gaben sich nicht geschlagen. Trainer Carsten Krause ließ nach der Pause offensiver spielen, brachte in der 70. Minute Fernando Dominguez, der sofort für Frische sorgte. Zwei Mal kam Graz gefährlich vor das Tor, doch die Reds-Verteidigung - mittlerweile mit Isaac Fairchild für den angeschlagenen Young - hielt stand. "Wir wussten, dass Graz nie aufgibt", meinte Kaiser. "Aber wir sind Liverpool. Wir geben auch nicht auf."

In der 56. Minute hatte es kurzzeitig Drama pur gegeben: Ewan Burton musste nach einem Zweikampf vom Feld, die Fans hielten den Atem an. "Nichts Schlimmes", beruhigte er nach dem Spiel, "nur ein Tritt, kein Beinbruch. Und der Junge, der für mich kam, Robert Warriner, macht das sowieso besser." Der 21-Jährige dankte es mit drei wuchtigen Abschlüssen in der Schlussphase, auch wenn Ibano jedes Mal glänzend parierte.

Die Grazer, von Jonas Held im Mittelfeld angetrieben (und mit einer Gelben Karte versehen), versuchten alles, doch am Ende fehlte die Durchschlagskraft. "Wir hatten unsere Momente", seufzte Held. "Aber wenn du 22 Schüsse gegen dich hast, brauchst du schon einen Heiligen im Tor - und der war heute leider in Liverpooler Rot."

Als der Schlusspfiff ertönte, atmete das Stadion auf. Kaiser ballte die Faust, während Krause seinem Gegenüber fair gratulierte. "Ein intensives Spiel auf hohem Niveau", sagte der Grazer Coach. "Wir leben noch. Zuhause werden wir es drehen."

Vielleicht. Doch für den Moment gehörte die Bühne den Reds - und einem Thomas Lester, der mit seinem Traumtor zum Mann des Abends avancierte. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte er, während er sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte. "Manchmal muss man’s einfach machen. Wie beim Leben."

Und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein alter Fan mit breitem Grinsen: "Kaiser-Fußball - nichts für schwache Herzen, aber immer mit Happy End."

Das Rückspiel in Graz wird zeigen, ob dieses Märchen weitergeht. Doch eines ist sicher: Wer an der Mersey dabei war, hat einen dieser Abende erlebt, die man nicht so schnell vergisst - laut, wild, ein bisschen chaotisch und ganz sicher: typisch Liverpool.

15.08.643987 11:07
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Die hab ich noch nicht probiert, aber im Allgemeinen mag ich Geflügel.
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