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Serie A | 8. Spieltag | 24.09.26 | AS Varese - Real Milano 3:6 Schon in der Anfangsphase war klar, dass Real Milano nicht zum höflichen Abtasten angereist war. Die Gäste spielten offensiv, suchten bevorzugt über die Flügel den Weg nach vorn und kombinierten sich mit kurzen Pässen durch die Varese-Ordnung. David Neres war dabei der auffälligste Unruhestifter. Nach neun, 13 und 24 Minuten prüfte er Varese-Torwart Toni Sjölund - beim dritten Versuch war es dann so weit. In der 24. Minute traf Neres zur Führung, vorbereitet von Louis MacCallum. "Ich dachte kurz, der Ball sei schon weg. Dann war er plötzlich im Netz", soll Neres nach dem Abpfiff mit einem Grinsen gesagt haben. Real Milano hatte damit nicht nur die Führung, sondern auch endgültig das Kommando übernommen. Elf Minuten später legte Neres nach. Wieder kam die Vorarbeit von MacCallum, wieder zappelte der Ball im Tor. Der Brasilianer hatte bis dahin bereits mehrfach auf das Tor geschossen und wirkte, als habe er persönlich beschlossen, den Arbeitstag nicht vorzeitig zu beenden. Varese antwortete allerdings noch vor der Pause: Humberto Mendoza verkürzte in der 43. Minute nach Vorlage von Alessandro Gizzeria auf 1:2. Die Hausherren hatten durchaus ihre Chancen. Tyler Nicksay und Vitor Fortun versuchten es aus dem Mittelfeld und von rechts, James Kober und Jitzchak Buzaglo blieben ebenfalls gefährlich. Insgesamt kam Varese auf 15 Torschüsse, Real Milano auf 18. Der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen - 50,89 Prozent für Varese, 49,11 für die Gäste. Es war also keineswegs ein Spiel, in dem die Hausherren nur dekorativ auf dem Rasen standen. Sie standen schon selbst - nur eben nicht immer dort, wo es nötig gewesen wäre. Nach der Pause erhöhte Real Milano nochmals die Schlagzahl. Viktor Gyökeres traf in der 54. Minute nach Vorlage von Nathan Ake und legte sechs Minuten später, diesmal vorbereitet von Joseph Farnsworth, zum 4:1 nach. Als Gyökeres in der 70. Minute nach Zuspiel von Cesar Poncela sein drittes Tor erzielte, war die Partie praktisch entschieden. "Wir wollten konsequent bleiben. Das ist uns gelungen - vielleicht sogar etwas zu konsequent", sagte Trainer Dennis Hees später. Varese gab sich dennoch nicht auf. James Kober verkürzte in der 66. Minute, Jitzchak Buzaglo traf in der 71. Minute nach Vorlage von Gizzeria zum 3:5. Für einen kurzen Moment keimte im Stadion Hoffnung auf. Ein Fan hinter der Trainerbank soll gerufen haben: "Jetzt noch drei!" Die Realität antwortete allerdings umgehend und mit jener nüchternen Grausamkeit, die der Fußball gelegentlich für besonders kreative Optimisten bereithält. In der 82. Minute stellte MacCallum nach Vorlage von Nelson Quaresma den Endstand her. Real Milano hatte damit sechs Tore erzielt, obwohl die Gäste den Ball kaum länger besaßen als Varese. Effizienz nennt man das - oder, aus Sicht der Gastgeber, eine ziemlich unangenehme Form von Mathematik. Varese-Trainer Georg Wagner musste zudem den verletzten Nicksay bereits in der 39. Minute ersetzen. Später kamen weitere Wechsel hinzu, während Real Milano seine Führung kontrolliert verwaltete. Quaresma sah in der 63. Minute die Gelbe Karte, ansonsten blieb es trotz hoher Intensität bei überschaubarem Kartenaufwand. "Wir haben drei Tore geschossen und trotzdem verloren. Das erklärt eigentlich schon alles", sagte Wagner angeblich nach dem Spiel. Sein Kollege Hees dürfte sich da kaum widersprochen haben. Real Milano nimmt drei Punkte mit, Varese neun Gegentore als Hausaufgabe - und 51.207 Zuschauer die Erkenntnis, dass man für ein Spektakel nicht immer ins Theater gehen muss. 24.09.2026 22:34 |
Sprücheklopfer
Ich werde nicht akzeptieren, dass gesagt wird: Die Mannschaft ist ein Scheißhaufen. So einfach ist es nicht. Logisch sind wir ein Scheißhaufen. Aber das ist nicht der einzige Punkt.
Christian Ziege nach der EURO 2000 über die deutsche Nationalmannschaft