Diarios de Futbol
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Ramonense stürmt ins Viertelfinale - Cerrense erlebt einen langen Abend

Wenn man 44.250 Zuschauer in ein Stadion lockt, dann wollen sie etwas sehen - und CD Ramonense lieferte. Mit einem 4:1 (2:0) im Achtelfinal-Hinspiel der Challenger League gegen CD Cerrense sorgte die Mannschaft von Hans-Jürgen Ringelnatter nicht nur für Jubel, sondern auch für ein paar ungläubige Gesichter auf der Gästebank. "Wir hätten heute auch mit einem Medizinball gespielt - es wäre trotzdem reingegangen", grinste Torschütze Raul Cruz nach Abpfiff.

Dabei sprach zu Beginn eigentlich wenig für ein Torfestival. Cerrense begann kontrollierter, hatte mehr Ballbesitz (56 Prozent) und versuchte, das Spiel zu beruhigen. Schon in der 9. Minute prüfte Ryan Skene mit einem satten Linksschuss Ramonenses Torwart Javier Ochoa. Der wischte den Ball mit der Lässigkeit eines Mannes, der zu Hause wahrscheinlich keine Vorhänge, sondern Fangnetze hat. "Ich hab den Ball kommen sehen und gedacht: na gut, warmgeschossen bin ich jetzt", sagte Ochoa später, als wäre ein 120 km/h-Schuss auf die Brust das Normalste der Welt.

Ramonense konterte - und wie! In der 22. Minute leitete Eduardo Figo einen schnellen Angriff ein, legte quer auf Raul Cruz, der humorlos ins rechte Eck vollstreckte. 1:0, das Stadion vibrierte. Cerrense wackelte, Ramonense witterte Blut. Kurz vor der Pause (44.) dann der nächste Stich: Santiago Conceicao zog von links nach innen, traf mit einem satten Flachschuss. 2:0 - und Gäste-Trainer Leahcim Gnipeur blickte, als hätte jemand seine gesamte Taktiktafel gelöscht.

"Wir waren nicht richtig da, vielleicht haben wir uns vom Publikum beeindrucken lassen", knurrte Gnipeur später. Seine Mannschaft hatte zwar mehr vom Ball, aber Ramonense mehr vom Leben. Elf Torschüsse des Heimteams gegen nur vier von Cerrense sprechen eine klare Sprache.

Nach der Pause kam Cerrense mit Wut im Bauch. Knud Brinkmann verkürzte in der 56. Minute auf 1:2, nach schöner Vorarbeit von Hans Jakobsen. Das Spiel schien zu kippen - bis Jorge Muno (67.) wieder für Ordnung sorgte. Der blitzschnelle Rechtsaußen verwertete erneut eine Vorlage von Figo und stellte auf 3:1. Muno rannte jubelnd zur Eckfahne, zog das Trikot aus und brüllte etwas, das sich mit viel Fantasie wie "Das war für meine Großmutter!" anhörte.

Cerrense reagierte mit Härte statt Ideen. Schon früh hatte Sean MacPhee (4.) Gelb gesehen, später erwischte es auch Alejandro Nani (75.). "Manchmal muss man Zeichen setzen", erklärte MacPhee nachher, während er mit Eisbeutel auf dem Knöchel in der Mixed Zone stand. Das Zeichen war allerdings eher eines der Verzweiflung.

Denn Ramonense hatte immer noch Lust auf mehr. In der 79. Minute machte Cruz mit seinem zweiten Treffer alles klar - Vorlage diesmal vom eingewechselten Viorel Bindea. 4:1, die Arena tobte, Trainer Ringelnatter tanzte an der Seitenlinie eine Mischung aus Polka und Pressingübung. "Ich bin einfach stolz auf die Jungs. Wir wollten offensiv spielen, wir haben offensiv gespielt. Punkt", sagte er trocken und fügte augenzwinkernd hinzu: "Vielleicht hätten wir noch einen fünften machen sollen, damit ich ruhiger schlafe."

Cerrense dagegen verließ das Feld wie eine Truppe, die weiß, dass sie im Rückspiel ein kleines Wunder braucht. Kapitän Brinkmann versuchte es mit Galgenhumor: "Wir haben ja jetzt wenigstens das Auswärtstor - das ist doch was, oder?"

Taktisch war’s ein Lehrstück: Ramonense blieb durchgehend offensiv eingestellt, suchte über die Flügel und setzte auf hohe Aggressivität. Cerrense, anfangs noch ausgewogen, verlor nach dem 0:2 den Mut und rannte später kopflos an. Der Ballbesitz blieb zwar auf ihrer Seite, die Tore aber nicht.

Als die Sonne längst hinter dem Stadion versank, saßen die letzten Fans noch auf den Rängen, schauten auf die Anzeigetafel und summten leise vor sich hin. 4:1 - ein Ergebnis, das in der Challenger League noch lange nachhallen dürfte.

"Wenn wir so weiterspielen, schreiben sie bald Gedichte über uns", rief Figo beim Verlassen des Rasens. Vielleicht keine Gedichte - aber mindestens dieser Artikel.

22.05.643993 01:59
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