Haaretz Sports
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Ramat Gan Reds verspielen 3:2-Pausenführung - 3:3 gegen Tirat Carmel FC

Es war ein Abend voller Tore, Emotionen und der Art von defensivem Chaos, das Trainer graue Haare beschert. Die 64.196 Zuschauer im Stadion von Ramat Gan bekamen beim 3:3 (3:2) zwischen den Ramat Gan Reds und Tirat Carmel FC jedenfalls mehr Unterhaltung, als viele erwartet hatten - und das schon in der ersten halben Stunde.

Kaum hatte Schiedsrichter Cohen angepfiffen, da rollte der rote Express: In der 7. Minute schickte der ewig quirlig wirkende Luís Verdasco einen Zuckerpass in den Strafraum, wo der 21-jährige Jigael Scharanski eiskalt blieb und zum 1:0 einschob. Trainer John Porno, in seinem markanten karierten Sakko an der Seitenlinie, riss beide Fäuste in die Luft. "So will ich das sehen - jung, wild, erfolgshungrig!", brüllte er in Richtung Ersatzbank, während der Stadionsprecher noch den Torschützen verkündete.

Nur neun Minuten später wiederholte sich das Schauspiel - fast identisch. Wieder war es Verdasco, der diesmal Stefan Manojlovic bediente, und der Serbe hämmerte den Ball zum 2:0 unter die Latte. Tirat Carmels Keeper Georg Danielsen schaute kurz ungläubig gen Himmel, als müsse er dort den Grund suchen, warum seine Abwehr gerade kollektiv Mittagspause machte.

Doch die Gäste hatten nicht vor, sich kampflos ergeben. Nur vier Minuten nach dem zweiten Gegentreffer verkürzte Isidoro Oliveira nach Vorlage von Bram Sleeper auf 2:1 - plötzlich war Leben in der Partie. Ramat Gan bestimmte zwar mit 55,9 Prozent Ballbesitz das Geschehen, doch Tirat Carmel lauerte mit seiner Flügeloffensive gefährlich auf Konter. "Wir wussten, dass sie über außen kommen", erklärte Innenverteidiger Matan Rosenthal später, "aber wenn du einmal kurz die Orientierung verlierst, bist du geliefert."

In der 35. Minute schien die Partie wieder in geordneten Bahnen zu verlaufen, als Manojlovic seinen zweiten Treffer erzielte - diesmal nach schöner Vorarbeit von Awigdor Ariav. 3:1, alles roch nach einem entspannten Abend für die Gastgeber. Doch Joel Miller, der zentrale Mittelfeldstratege der Gäste, hatte etwas dagegen. Noch vor der Pause zog er aus 20 Metern ab - abgefälscht, unhaltbar, 3:2. Trainerin Babsi Klemm grinste danach süffisant: "Ich hab Joel gesagt, er soll einfach mal draufhalten. Manchmal hilft Ehrlichkeit auch beim Schuss."

Mit dieser turbulenten ersten Hälfte ging es in die Kabinen. Die Statistik sprach klar für die Reds: 17 Torschüsse, fünf mehr als manche Teams in einem ganzen Monat zustande bringen. Doch die Defensive wackelte, und kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, klingelte es erneut - diesmal auf der anderen Seite. Tikhon Makarow traf in der 47. Minute nach Flanke von Rasmus Clausen zum 3:3-Ausgleich.

Von da an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Ramat Gan drückte, versuchte mit Kurzpassspiel und offensiver Ausrichtung den vierten Treffer zu erzwingen, während Tirat Carmel mit viel Einsatz und gelegentlich rustikaler Zweikampfführung dagegenhielt - vier Gelbe Karten sprechen Bände. Besonders Leandro Djalo und Robert Catalano kamen in der 69. und 70. Minute fast im Doppelpack in das Notizbuch des Schiedsrichters.

In der 71. Minute wechselte Klemm frische Kräfte ein - Claude Gaudin ersetzte den müde gewordenen Oliveira. "Ich wollte, dass er einfach rennt, rennt, rennt", erklärte sie hinterher lachend. "Wenn er den Ball mal trifft, ist das Bonus."

Die letzten zwanzig Minuten gehörten wieder den Reds. Scharanski scheiterte in der 52. und 84. Minute jeweils am glänzend reagierenden Danielsen, Manojlovic verzog in der 90. knapp. Auf der Tribüne hielt man den Atem an, Trainer Porno trat wütend gegen eine Trinkflasche. Nach dem Abpfiff stapfte er mit rotem Kopf in den Innenraum, um dann doch zuzugeben: "Wenn du 3:2 führst und am Ende nur 3:3 spielst, ist das ärgerlich. Aber hey - wenigstens war’s kein 3:4."

Tirat Carmel feierte das Remis wie einen Sieg. Miller, der Torschütze zum 3:2, fasste es treffend zusammen: "Wir sind keine Mannschaft mit großen Namen, aber mit großen Herzen." Und tatsächlich - mit 44 Prozent Ballbesitz und nur acht Torschüssen drei Tore zu erzielen, ist eine bemerkenswerte Effizienzquote.

Am Ende blieb ein Spektakel, das keiner so schnell vergessen wird. Sechs Tore, zwei Dutzend Torschüsse, fünf Gelbe Karten und zwei Trainer mit komplett unterschiedlichen Emotionen. In Ramat Gan schüttelte man nach dem Abpfiff ungläubig den Kopf, während die Gästefans tanzten.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Haupttribüne murmelte, während er seine Sonnenbrille aufsetzte: "So ein Spiel siehst du nicht oft - aber wenn, dann brauchst du danach ein starkes Herz oder ein kaltes Bier."

15.08.643987 11:32
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