Haaretz Sports
+++ Sportzeitung für Israel +++

Ramat Gan Reds tanzen den Dämonen auf der Nase herum

Ramat Gan - Es war ein Abend, an dem die 58.528 Zuschauer im Stadion schon früh merkten: Die Ramat Gan Reds hatten einfach Lust auf Fußball. Und die Tel Aviv Demons? Nun ja, sie standen meistens dekorativ im Weg. Am Ende hieß es 2:0 (0:0) für die Reds - ein Ergebnis, das zwar nüchtern klingt, aber auf dem Platz war es ein Feuerwerk aus Chancen, Emotionen und gelegentlicher Verzweiflung.

Schon in der Anfangsphase rollte Angriff um Angriff auf das Tor der Demons, deren Keeper Shimon Colautti zum meistbeschäftigten Mann Tel Avivs avancierte - und das trotz einer offiziell "ausgewogenen" Taktik. "Er hat heute mehr Bälle abgewehrt als ich WhatsApp-Nachrichten bekomme", witzelte Trainer Sebastian Stern nach dem Spiel sichtlich zerknirscht.

Die Reds, von Trainer John Porno gewohnt offensiv eingestellt, schossen sich warm: 24 Torschüsse insgesamt, allein in der ersten halben Stunde gleich sieben - und das ohne Torjubel. Stefan Manojlovic donnerte in Minute 14 den Ball über die Latte, Jason Probst prüfte wenig später den Pfosten, und selbst Linksverteidiger Tim Kolb versuchte es aus 25 Metern, wohl in der Hoffnung, die Physik neu zu erfinden.

Tel Aviv hielt dagegen - zumindest statistisch. Mit 52 Prozent Ballbesitz wirkten die Demons auf dem Papier überlegen, doch auf dem Rasen sah es mehr nach Ballverliebtheit ohne Zielstrebigkeit aus. Ihr junger Mittelfeldmann Benjamin Itzhaki bekam in der 32. Minute Gelb, nachdem er versuchte, den Ball samt Gegenspieler zu stoppen. "Der Schiedsrichter meinte, ich hätte zu viel Einsatz gezeigt", grinste Itzhaki nach dem Spiel. "Ich dachte, das sei erlaubt, wenn man Dämon heißt."

Die Pause kam den Reds offenbar gerade recht. John Porno wirkte in der Kabine laut eigener Aussage "nicht ganz so freundlich", wie er hinterher mit einem verschmitzten Lächeln verriet. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn ihr noch länger so spielt, lade ich euch alle zum Yoga ein."

Seine Worte fruchteten - und wie. In der 63. Minute ließ sich Fernando Sainz nicht zweimal bitten. Nach einem präzisen Zuspiel des 18-jährigen Joaquin Quevedo zog der Spanier zentral ab, der Ball zischte flach ins Eck. 1:0, das Stadion tobte. Sainz rannte direkt zur Trainerbank, rief angeblich "Kein Yoga heute!" und wurde vom Publikum gefeiert wie ein Rockstar.

Tel Aviv versuchte, zu reagieren, doch die Demons wirkten eher wie eine Band auf Abschiedstournee. Harald Norman und Sergi Verdasco kamen zu vereinzelten Abschlüssen (57. und 61. Minute), aber Torwart Haim Hasson - gerade einmal 18 - blieb ruhig wie ein Mönch im Sturm.

Und dann kam die 75. Minute, das kleine Meisterstück des Abends: Fernando Sainz, nun endgültig im Spielrausch, tanzte im Mittelfeld zwei Gegner aus und schickte den pfeilschnellen Jason Probst auf die Reise. Der 21-Jährige blieb eiskalt und versenkte den Ball zum 2:0-Endstand. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", lachte Probst später. "Und gehofft, dass niemand merkt, wie nervös ich war."

Kurz darauf wechselte Trainer Porno doppelt: Carlos Arias und Awigdor Ariav kamen, um den Sieg abzusichern. Das gelang - mit Stil. Selbst eine späte Verletzung von Tim Kolb in der 85. Minute trübte die Stimmung nicht mehr; die Reds spielten die Partie abgeklärt zu Ende, während die Demons längst mit sich selbst kämpften.

"Wir waren zu brav", gestand Trainer Stern nach der Niederlage. "Vielleicht hätten wir tatsächlich ein bisschen mehr Dämon sein müssen." Sein Gegenüber John Porno grinste nur: "Ich mag brave Gegner. Da kann man schöner Fußball spielen."

Am Ende blieb ein verdienter Sieg für Ramat Gan, der nicht nur drei Punkte, sondern auch ein deutliches Statement bedeutete: Wer gegen diese Reds spielt, sollte sich warm anziehen. Sie laufen, sie beißen, sie lachen - und sie treffen, wenn’s drauf ankommt.

Oder wie es Fernando Sainz in der Mixed Zone formulierte, während er noch ein Selfie mit einem kleinen Fan machte: "Fußball ist manchmal einfach. Wenn du Spaß hast, kommt der Rest von allein."

Ein Satz, der an diesem Abend in Ramat Gan wohl jeder unterschrieben hätte - außer vielleicht die Tel Aviv Demons.

26.05.643987 16:03
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich habe keine Probleme mit Werner Lorant mal ein Bier zu trinken - oder auch mal ein Kaugummi zu kauen.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager