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Ekstraklasa | 5. Spieltag | 15.08.26 | RKS Radomiak - Sleza Lodz 4:5 Dabei begann der Abend durchaus nach dem Geschmack der Gastgeber. RKS Radomiak spielte offensiv, suchte den kontrollierten Abschluss und hatte sogar etwas mehr Ballbesitz. 52,4 Prozent standen am Ende für Radomiak zu Buche, Sleza Lodz kam auf 47,6 Prozent. Doch Ballbesitz ist bekanntlich kein Gutschein für defensive Stabilität - und genau das bekam Radomiak schmerzhaft vorgeführt. In der 17. Minute traf Esteban Bernal zur Führung. Oliver Rupp hatte die Szene vorbereitet, Bernal vollendete aus der linken Angriffsposition. Im Stadion keimte die Hoffnung auf einen entspannten Abend auf. Ein Fan hinter dem Tor rief: "Heute bleiben wir ruhig!" Der Satz hielt ungefähr drei Minuten. Denn in der 20. Minute schlug Sleza zurück. Rechtsverteidiger Marco Kremer erzielte den Ausgleich, vorbereitet von Javier Eusebio. Sechs Minuten später drehte Arkadiusz Trytko die Partie komplett. Jordi Mudarra lieferte die Vorlage, Trytko blieb vor dem Tor kühl - zumindest deutlich kühler als die Radomiak-Abwehr. In der 32. Minute erhöhte Dennis Baluszynski auf 3:1 für die Gäste, erneut nach Zuspiel von Eusebio. Radomiak hatte zu diesem Zeitpunkt nicht etwa aufgehört, Fußball zu spielen. Im Gegenteil: Die Gastgeber kamen zu Chancen und gaben insgesamt 13 Torschüsse ab, Lodz deren zwölf. Nur waren die Gäste im Umgang mit ihren Möglichkeiten ungefähr so höflich wie ein Einbrecher mit dem Türschloss. "Wir wollten mutig bleiben", hätte ein Radomiak-Spieler in der Pause sagen können. "Vielleicht waren wir dabei ein bisschen zu großzügig." Tatsächlich lag Radomiak zur Halbzeit mit 1:3 zurück, obwohl die Partie keineswegs einseitig war. Bartłomiej Góra sah in der 25. Minute die Gelbe Karte, doch die eigentliche Verwarnung galt wohl der gesamten Hintermannschaft. Nach dem Seitenwechsel begann Radomiak die Aufholjagd mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. In der 47. Minute verkürzte Bernal auf 2:3 und erzielte damit seinen zweiten Treffer des Abends. Drei Minuten später glich Góra aus. Der 19-jährige Mittelfeldspieler traf nach Vorarbeit von Claus Kjeldsen - und plötzlich war aus dem scheinbar sicheren Vorsprung der Gäste ein ziemlich nervöses Möbelstück geworden. In der 68. Minute ging Radomiak sogar in Führung. Guillermo Castano, eigentlich Rechtsverteidiger, vollendete nach Zuspiel von Oleg Mieciel zum 4:3. Die 20.000 Zuschauer tobten, irgendwo dürfte bereits jemand begonnen haben, den Spielbericht mit "glänzende Moral" zu überschreiben. Doch Sleza Lodz hatte andere Pläne. Nur eine Minute später traf Trytko erneut, diesmal nach Vorlage von Julian Panero. 4:4. Fußball kann grausam sein, aber an diesem Abend war er vor allem äußerst gesprächig. In der Schlussphase erhöhte Lodz den Druck. Trainer Andy Larkin ließ seine Mannschaft nun aggressiver auftreten, mit starkem Einsatz und aktivem Pressing. Die Maßnahme wirkte. In der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte Baluszynski nach einer weiteren Vorlage von Mudarra das 5:4. Radomiak hatte noch Zeit für Verzweiflung, aber nicht mehr für eine Antwort. Adrian Tyrala und Mudarra sahen für Sleza Gelb. In der 96. Minute musste zudem Kremer verletzt ausgewechselt werden; Adam Cunningham kam für ihn. Danach war Schluss. Larkin durfte sich über einen spektakulären Auswärtssieg freuen, während Radomiak trotz 13 Torschüssen und mehr Ballbesitz mit leeren Händen dastand. Die im Artikel verwendeten Dialoge sind szenisch zugespitzt; verifizierte Originalzitate lagen nicht vor. Sicher ist nur: Dieses 4:5 wird in Radom so schnell niemand vergessen. Vermutlich auch die Torhüter nicht. 15.08.2026 21:11 |
Sprücheklopfer
Es gibt Leute, die denken so, und es gibt Leute, die denken so. Das ist immer so, wenn viele Leute zusammenkommen.
Toni Polster