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Radomiak stolpert - Zielona Gora klaut den Sieg in furiosem Finish

Es war einer dieser Abende in Radom, an denen 40.346 Zuschauer dachten, sie wüssten schon, wie das Spiel laufen würde - und sich dann fragten, ob sie vielleicht doch das falsche Stadion erwischt hatten. RKS Radomiak empfing am 27. Spieltag der 1. Liga Polen die Gäste aus Zielona Gora, und am Ende stand ein 2:3, das die Gastgeber noch lange beschäftigen dürfte.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Schon in der 19. Minute donnerte Tiago Martins nach feinem Zuspiel von Simone Montegiordano den Ball unter die Latte - das Stadion bebte, der Stadionsprecher verlor kurzzeitig die Stimme, und Trainer Lukas Breer riss die Arme hoch, als sei der Aufstieg schon sicher. "Da dachte ich, das wird heute ein schöner Abend", sagte Breer später sarkastisch. "War’s auch - nur halt für die anderen."

Denn kaum hatte sich der Torjubel gelegt, schlug Zielona Gora zurück. In der 22. Minute zeigte Gianluigi Albanese, warum ihn die Fans liebevoll "der Motorroller" nennen: blitzschnell, wendig, kaum zu stoppen. Nach einem präzisen Pass von Vitorino Chalana tanzte Albanese durch die Radomiak-Abwehr und schob lässig zum 1:1 ein. Die Heimfans schauten sich an wie Leute, die gerade erfahren haben, dass das Bier leer ist.

Zur Halbzeit war das Spiel ausgeglichen, auch statistisch: 49,5 Prozent Ballbesitz für Radomiak, 50,5 für die Gäste - also praktisch ein Spiegelbild. Elf Torschüsse auf der einen, vierzehn auf der anderen Seite. Beide Trainer gaben sich kämpferisch: "Wir bleiben dran", versprach Lukas Breer. Sein Gegenüber, Mac Manager - ja, der Mann heißt wirklich so - grinste nur und meinte: "Unsere Jungs haben Lust auf Chaos. Und Chaos ist unser bester Spielmacher."

Nach der Pause wurde es wild. Breer brachte gleich drei frische Kräfte: Brede Jakobsen, Jacek Bronowicki und Charles Lorring kamen. Eine dieser Einwechslungen sollte sich auszahlen. In der 62. Minute setzte sich Bartilomiej Wojcicki auf der rechten Seite durch, flankte butterweich, und Jakobsen rammte die Kugel per Kopf ins Netz - 2:1! Radom jubelte, die Ersatzbank verwandelte sich in ein Knäuel aus grün-weißen Trikots.

Doch wer denkt, das Spiel war entschieden, kennt Zielona Gora schlecht. Nur sieben Minuten später, in der 69., spielte Florian Szalay einen Pass in die Tiefe, der so fein war, dass man ihn einrahmen möchte. Bernard Monroe nahm ihn auf, schaute kurz - und traf eiskalt zum 2:2. Radomiaks Torhüter Henry Staunton warf sich noch, aber eher aus Reflex als aus Hoffnung.

Und bevor die Heimfans überhaupt den Schock verdauen konnten, kam die nächste kalte Dusche: In der 70. Minute, also keine 60 Sekunden später, legte Pascal Hathaway von links mustergültig quer, Ellis Lujan hielt den Schlappen hin - 2:3. Zielona Gora drehte das Spiel in zwei Minuten. Aus der Gästekurve hallte ein ohrenbetäubendes "Zielona!", während Radomiaks Verteidiger ratlos in die Nacht starrten.

"Wir waren kurz weg - geistig, körperlich, vermutlich auch emotional", murmelte Radomiaks Innenverteidiger Sigurd Vidarsson nach dem Spiel. Trainer Breer war weniger diplomatisch: "Wer in zwei Minuten zwei Tore kassiert, darf sich nicht wundern, wenn’s am Ende Tränen gibt."

Zielona Gora hingegen feierte ausgelassen. Gianluigi Albanese, der überragende Mann des Abends, grinste: "Ich wollte eigentlich nur schießen, aber dann war der Ball drin - was soll man machen?" Mac Manager stand daneben, kaute auf seinem Kaugummi und sagte trocken: "Ich hab ihnen in der Halbzeit gesagt: Wenn ihr trefft, gibt’s morgen frei. Offenbar mögen sie freie Tage."

In den letzten Minuten warf Radomiak alles nach vorn, Tiago Martins und Brede Jakobsen feuerten noch zwei gefährliche Schüsse ab (89. und 90. Minute), aber Zielona Goras Keeper Maximilian Kraus hielt, was zu halten war. Selbst der Schiedsrichter blickte auf die Uhr, als wünschte er den Gastgebern noch ein Wunder - es kam nicht.

Drei Gelbe Karten sammelten die Gäste (Hathaway, Monroe, Costinha), doch auch das brachte sie nicht aus dem Tritt. Ihre Offensive wirkte wie ein Uhrwerk, während Radomiak irgendwann nur noch auf den Lucky Punch hoffte. Nach dem Abpfiff klatschten die Zielona-Spieler ihre Fans ab, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen.

"Das war kein schönes Spiel - aber ein ehrliches", sagte Mac Manager abschließend. "Wir haben Fehler gemacht, Tore geschossen, gelitten. Fußball halt." Lukas Breer hingegen stapfte mit gesenktem Kopf vom Rasen. "Wenn man 2:1 führt und trotzdem verliert, dann ist das wie Pizza ohne Käse - irgendwie unvollständig."

Vielleicht trifft’s das ganz gut: Ein Abend voller Geschmack, aber am Ende blieb ein schaler Nachgeschmack für Radom. Zielona Gora dagegen fährt mit drei Punkten, breitem Grinsen und einem freien Montag nach Hause.

06.12.643987 20:13
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