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Radomiak scheitert an McGee - Budapest stiehlt den Sieg in Radom

Es war ein lauer Märzabend in Radom, doch auf dem Rasen des Stadions kochte es: 43.500 Zuschauer sahen, wie RKS Radomiak und Ujpest Budapest sich ein Conference-League-Quali-Duell lieferten, das man so schnell nicht vergisst. Am Ende stand ein 2:3 (1:2) auf der Anzeigetafel - und während die Ungarn ausgelassen feierten, blieb den Polen nur die bittere Erkenntnis, dass Ballbesitz allein kein Ticket nach Europa löst.

Dabei begann alles so verheißungsvoll. Schon in der 15. Minute brachte Ricardo Vidigal die Gastgeber in Führung. Nach feiner Vorarbeit von Hugo Dominguez nahm der 22-Jährige den Ball mit der Brust an, schaute kurz - und versenkte ihn mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck. "Ich dachte, das wird unser Abend", sagte Trainer Lukas Breer später mit einem müden Lächeln. Kaum ausgesprochen, hatte er sich aber auch schon verschluckt - denn keine 60 Sekunden später schlug Ujpests Angreifer Noah McGee zurück. Der Routinier, 33 Jahre jung und mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat, traf nach Pass von György Weisz zum Ausgleich.

"Das war typisch McGee - du gibst ihm einen halben Meter, und er nimmt dir das Herz", stöhnte Radomiaks Innenverteidiger Tyler Hiliard nach dem Spiel. Und McGee? Der grinste nur: "Ich bin alt, aber nicht langsam."

Der Treffer beflügelte die Gäste, die ihre offensive Ausrichtung konsequent ausspielten. Radomiak hielt zwar den Ball länger in den eigenen Reihen (54,7 Prozent Ballbesitz), doch die Ungarn waren zielstrebiger. In der 45. Minute kam dann der Nackenschlag: Linksverteidiger Timm Schindler tauchte plötzlich vorne auf und drosch den Ball nach Vorarbeit von Julian Brito unhaltbar unter die Latte - 1:2 zur Pause.

In der Kabine muss es laut geworden sein. "Ich habe ihnen gesagt: Wir spielen hier nicht Schach!", verriet Breer. Und tatsächlich, kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, zeigte seine Elf Reaktion. Anatoli Babinow, der bullige Linksaußen, wuchtete den Ball in der 47. Minute nach einer Flanke von Joaquin Contreras über die Linie. Das Stadion tobte, die Fans sangen, und für einen Moment schien alles möglich.

Doch Ujpest wäre nicht Ujpest, wenn sie sich damit zufriedengegeben hätten. Der unermüdliche McGee, bereits in der ersten Hälfte Torschütze, machte in der 66. Minute erneut den Unterschied. Nach einem schnellen Angriff über Rechtsverteidiger Florian Albert landete die Flanke punktgenau auf McGees Kopf - 2:3. Doppelschlag, Doppelmoral, doppelter Ärger für Radomiak.

In den letzten zwanzig Minuten warfen die Gastgeber alles nach vorn. Agemar Oliveira scheiterte in der 85. Minute mit einem satten Schuss an Ujpests Keeper Niels Haase, und selbst Torwart Marco Ibano rückte in der Nachspielzeit bei einer Ecke mit auf. "Ich hab’s kurz überlegt: Vielleicht köpfe ich das Ding rein und werde zur Legende", lachte Ibano später. Stattdessen landete der Ball in den Händen von Haase - und kurz darauf im Aus, begleitet von Schlusspfiff und ungarischem Jubel.

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: Radomiak mit 10 Torschüssen, Ujpest mit 14. Die Gäste waren etwas robuster in den Zweikämpfen (52,6 Prozent Erfolgsquote) und zeigten jene Effizienz, die Spiele auf internationaler Bühne entscheidet. Trainer Josh Allen fasste es trocken zusammen: "Wir schießen aus allen Lagen - irgendwann geht halt einer rein. Oder drei."

In der Mixed Zone herrschte trotz Enttäuschung fairer Ton. "Ujpest hat das clever gemacht", gab Breer zu, "wir wollten’s zu schön spielen. Die wollten einfach nur gewinnen." Vidigal, der junge Torschütze, stand mit hängenden Schultern da, aber mit Blick nach vorn: "Wenn wir so weiterspielen, kommen wir wieder. Vielleicht schon nächstes Jahr."

Während die ungarischen Spieler jubelnd ihre Fans feierten, blieb den Radomiak-Anhängern nur das leise Pfeifen des Windes über den Rasen - und ein Gefühl, das jeder Fußballfan kennt: Dieses "Wir waren doch so nah dran".

Vielleicht war es einfach der Abend des alten Fuchses McGee, vielleicht fehlte Radomiak das letzte Quäntchen Glück. Aber eins ist sicher: Wer an diesem Abend im Stadion war, bekam Fußball pur - mit Drama, Tempo und einer Prise Wahnsinn.

Oder, wie ein Zuschauer beim Verlassen der Tribüne sagte, halb lachend, halb seufzend: "So spielt man sich in die Herzen - aber leider nicht in die nächste Runde."

27.12.643993 15:18
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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