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Rad Belgrad startet mit Feuerwerk - 3:1 gegen Gela

59.000 Zuschauer im Belgrader Stadion bekamen am Dienstagabend eine Champions-League-Aufführung, die man getrost als "ausdrucksstark" bezeichnen darf. Rad Belgrad besiegte den italienischen Vertreter Gela mit 3:1 (1:1) - und das in einem Spiel, das schon nach zwei Minuten lichterloh brannte.

Denn kaum hatten die Fans ihre Plätze gefunden, stand es schon 1:0: Leandro Cercas, der flinke Linksaußen aus Argentinien, drückte den Ball nach einer butterweichen Flanke von Helmut Strauss über die Linie. Trainer Thomas Kuzi riss jubelnd die Fäuste in die Luft, während er später lachend bekannte: "Ich hatte eigentlich noch den Kaugummi auspacken wollen, da war’s schon passiert."

Doch Gelas Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In der achten Minute kombinierte sich das Team von Michael Müller, das mit offensiver Ausrichtung gestartet war, über Corey Staunton und Javier Vazques durchs Zentrum. Vazques, der bullige Angreifer mit der Stürmerstirn, schob eiskalt ein - 1:1. "Wir waren da kurz im Tiefschlaf", gab Belgrads Innenverteidiger Matthew McGowan hinterher zu. "Aber zum Glück hat uns das aufgeweckt."

In der Folge entwickelte sich ein Spiel, das an Tempo und Intensität kaum zu überbieten war. Rad Belgrad feuerte ganze 19 Torschüsse ab - Gela kam gerade einmal auf fünf. Das Ballbesitzverhältnis war zwar fast ausgeglichen (49 zu 51 Prozent), doch die gefährlicheren Szenen gehörten eindeutig den Gastgebern.

Sasa Zdravkovic, der rechte Flügelstürmer, prüfte Gelas Torwart Pattrick Gabriel ein ums andere Mal. In der 20. Minute zischte ein Distanzschuss knapp am Pfosten vorbei, in der 31. hielt Gabriel spektakulär. Man hatte fast Mitleid mit dem Keeper, der später trocken meinte: "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, woher die Bälle kamen."

Die Gäste versuchten, mit Härte dagegenzuhalten - vielleicht ein bisschen zu viel davon. Noch vor der Pause sah Innenverteidiger Tahsin Caliskan Gelb, und das war der Beginn einer wahren Kartenparade. In der zweiten Halbzeit folgten Pablo Tarrega (57.) und Serhat Aydemir (69.) mit weiteren Verwarnungen, ehe Letzterer in der 78. Minute nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz flog. Trainer Müller kommentierte das trocken: "Er wollte wohl früher duschen - das ist ja auch eine Form von Effizienz."

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 2:1 für Belgrad. In der 52. Minute hatte Zdravkovic endlich seine Belohnung gefunden: Nach präzisem Zuspiel von Carl Simao zimmerte er den Ball unhaltbar ins rechte Eck. Der Jubel im Stadion war ohrenbetäubend, und selbst Kuzi grinste: "Da war’s dann klar - heute gehört der Abend uns."

In der Schlussphase versuchte Gela, mit langen Bällen und frischen Kräften - unter anderem kam Ignacio Barbosa für den müden Staunton - noch einmal Druck zu machen. Doch die Belgrader Defensive, angeführt von McGowan und Ergic, stand sicher. Und als alle schon auf das erlösende Schlusspfiff warteten, setzte Veljko Zigic in der 82. Minute den Deckel drauf. Nach einer Ecke von McGowan stieg der bullige Mittelstürmer am höchsten und wuchtete das Leder zum 3:1-Endstand ins Netz.

"So ein Tor schießt du nicht, du erarbeitest es dir", sagte Zigic später mit einem Schmunzeln. Sein Trainer Kuzi nickte anerkennend: "Das war Belgrader Schule - robust, direkt, mit Herz."

Die letzten Minuten verliefen dann eher gemütlich. Rad Belgrad spielte die Partie souverän herunter, während die dezimierten Gäste kaum noch Luft bekamen. Der Schlusspfiff war eher eine Erlösung als ein Abschluss.

Die Statistik untermauert den deutlichen Sieg: 19:5 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und ein Publikum, das sich mit Sprechchören verabschiedete, die man noch bis zur Donau hörte.

"Wir sind angekommen in der Champions League", sagte Leandro Cercas nach dem Spiel - und klang dabei fast erleichtert. Trainer Kuzi grinste: "Wenn wir so weitermachen, müssen wir uns bald um Tickets fürs Achtelfinale kümmern."

Gelas Coach Müller hingegen suchte die richtigen Worte - und fand sie in typisch deutscher Lakonie: "Wir hatten den Plan, nicht gleich ein Feuerwerk zuzulassen. Nach zwei Minuten war der Plan Asche."

Am Ende blieb der Eindruck eines Abends, an dem Rad Belgrad seine Heimstärke eindrucksvoll unter Beweis stellte - leidenschaftlich, druckvoll, manchmal wild, aber immer mit dem Gefühl, dass hier ein Team auf dem Platz steht, das an sich glaubt.

Oder, um es mit den Worten eines euphorischen Fans zu sagen, der nach dem dritten Tor sein Bier in den Himmel schwenkte: "Das war kein Fußball - das war ein Belgrader Beben."

20.01.643994 02:02
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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