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Racing Santander siegt knapp - Lanzarote verliert, aber nicht den Humor

Es war einer dieser Abende in Santander, an denen 40.722 Zuschauer sich fragten, warum sie eigentlich einen Schal mitgebracht hatten - nicht wegen der Kälte, sondern um sich an etwas festzuhalten. Racing Santander gewann am 10. Spieltag der 1. Liga Spanien mit 1:0 gegen Lanzarote CF. Ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber alles andere als nüchtern zustande kam.

Die erste halbe Stunde war ein einziger Belagerungszustand. Racing spielte, als hätte Trainer Florian Kappels vor Anpfiff befohlen: "Alles auf Angriff, aber bitte ohne Chaos." Und tatsächlich, seine Mannschaft folgte. Schon in der 3. Minute prüfte Vicente Bermudez den Lanzarote-Keeper Xabier Xuarez mit einem satten Schuss, der mehr Staub als Gefahr aufwirbelte. Kurz darauf, in der 6. Minute, versuchte Alberto Ramallo sein Glück - ebenfalls erfolglos.

Doch in der 27. Minute fiel das Tor, das am Ende das Spiel entscheiden sollte. Cesar Godo flankte von links, als wolle er beweisen, dass Physik und Ballgefühl doch Freunde sein können. Oscar Cruz, 21 Jahre jung und frech wie ein Erstsemester im Seminar, stieg hoch und traf per Volley zur Führung. 1:0. Das Stadion jubelte, Cruz riss die Arme hoch, und Trainer Kappels grinste: "Ich hatte ihm gesagt, er soll den Ball einfach reinhauen. Manchmal hören sie ja doch."

Lanzarote CF versuchte sich danach an einer Reaktion, doch die blieb eher höflich als gefährlich. Ulf Berg schoss in der 13. Minute einmal aufs Tor, aber der Ball flog so weit vorbei, dass er fast als Seitenaus-Statistik hätte zählen können. Bis zur Pause blieb es beim 1:0 - und auch bei der Erkenntnis, dass Lanzarote mehr mit sich selbst als mit dem Gegner kämpfte.

In der zweiten Halbzeit änderte sich wenig an der Statik des Spiels. Racing kontrollierte das Geschehen mit 52 Prozent Ballbesitz, während Lanzarote so tat, als sei man in Unterzahl. Die Gäste hatten zwar ihre kämpferische Phase - "Wir wollten aggressiver werden", erklärte Trainer Meister Leverkusen später, "aber wir haben wohl den Schalter nicht gefunden." Sein Gesichtsausdruck deutete an, dass der Schalter wohl in der Kabine geblieben war.

Zwischen der 54. und 79. Minute schoss Racing gleich sieben Mal aufs Tor - Felipe Helguera, der auffälligste Mann des Mittelfelds, prüfte Xuarez mit zwei Distanzschüssen, die mehr an Raketenstarts erinnerten. Oscar Cruz, der Torschütze, bekam in der 62. Minute Gelb, nachdem er einen Zweikampf mit der Leidenschaft eines Stiers führte. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte er danach lachend. "Hat leider den Gegner erwischt."

In der 59. Minute wechselte Kappels gleich dreimal - unter anderem kam der 18-jährige Wesley Sneijder, dessen Name die Zuschauer kurz in Nostalgie versetzte. Der junge Sneijder schoss prompt in der 59. Minute aufs Tor, verfehlte aber knapp. "Ich wollte’s wie mein Namensvetter machen - nur der Ball hatte andere Pläne", grinste der Debütant.

Lanzarote blieb indes blass. In der 72. Minute verletzte sich der 19-jährige Alfonso Tarrega bei einem harmlosen Zweikampf - sinnbildlich für den Abend der Gäste. Alfred Detari kam für ihn, brachte aber auch keine Wende. Der letzte Schuss aufs Racing-Tor kam in der 95. Minute von Alberto Fagnano, doch Racing-Keeper Ernesto Mino, gerade erst eingewechselt, pflückte den Ball herunter, als hätte er nie etwas anderes getan.

Am Ende standen 16:4 Torschüsse zugunsten Santanders, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein hochverdienter, wenn auch glanzloser Sieg. Trainer Kappels fasste es trocken zusammen: "Manchmal ist 1:0 eben das neue 4:0. Nur leiser."

Lanzarote-Coach Meister Leverkusen blieb immerhin sportlich: "Wir haben das Spiel nicht verloren, wir haben nur aufgehört, es zu gewinnen."

Das Publikum verabschiedete seine Mannschaft mit Applaus, Oscar Cruz mit Standing Ovations - und der Stadionsprecher mit einem Scherz: "Bitte bleiben Sie ruhig sitzen, die Defensive von Lanzarote sucht noch ihre Ordnung."

Ein Abend, der kein Feuerwerk bot, aber ehrlichen Fußball. Racing Santander hat nun drei Punkte mehr, Lanzarote eine Erfahrung reicher - und alle gemeinsam wissen wieder: Selbst ein 1:0 kann Geschichten schreiben.

11.09.643990 03:40
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Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
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