Anpfiff
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Racing Club GE zerlegt den FC Willisau - ein Lehrstück in Effizienz

Es war einer dieser kalten Januarabende, an denen man sich fragt, ob die Spieler lieber heißen Tee oder kalte Dusche brauchen. Für den FC Willisau endete der Pokalabend jedenfalls mit Letzterem - und zwar in der Variante "Eimerweise". 0:3 hieß es am Ende gegen Racing Club GE, und das Ergebnis schmeichelte den Gastgebern eher noch, wenn man sich die Zahlen ansieht: 17:2 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz für die Gäste, und ein Spiel, das spätestens nach 45 Minuten entschieden war.

"Ich habe in der Pause gefragt, ob wir vielleicht einfach zu zehnt weiterspielen wollen - aber das waren wir ja schon", knurrte ein sichtlich genervter Willisauer Trainer nach dem Abpfiff. Es war eine Anspielung auf die lethargische erste Halbzeit seines Teams, das zwar mutig mit einer offensiven Grundausrichtung begann, aber schon nach zwölf Minuten kalt erwischt wurde.

Und wie! Racing-Stürmer Thierry Haupt, ein bulliger Rechtsaußen mit dem Selbstvertrauen eines Torjägers aus besseren Ligen, traf nach Vorlage von Johann Benz eiskalt zur frühen Führung. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Haupt später, "und gehofft, dass der Ball nicht in den See hinterm Stadion fliegt." Tat er nicht - stattdessen zappelte er im Netz, und die 5000 Zuschauer im Stadion verstummten für einen Moment.

Kaum zehn Minuten später wurde es noch stiller. Robert Kinmont, der 23-jährige Mittelstürmer aus Genf, nutzte eine Lücke in der Willisauer Abwehr, die so groß war, dass man darin hätte parken können. Sein Schuss aus 16 Metern schlug unhaltbar ein - 0:2 nach 22 Minuten. Die Vorlage kam vom jungen Dieter Hartung, der im Mittelfeld die Fäden zog, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

Und weil aller guten Dinge drei sind, legte Racing kurz vor der Pause nach. Patryk Wasilewski, der flinke Linksaußen, krönte eine starke erste Hälfte der Gäste mit dem 0:3. Wieder war Kinmont beteiligt, diesmal als Vorbereiter. "Wir hätten in der ersten Halbzeit noch zwei mehr machen müssen", meinte Gäste-Coach Truthan Trainer (ja, er heißt wirklich so) nach dem Spiel mit schelmischem Lächeln. "Aber man will ja höflich bleiben."

Willisau hingegen kämpfte - oder versuchte es zumindest. Alexandre Menzel hatte in der 11. Minute die einzige nennenswerte Chance vor der Pause, doch sein Schuss strich knapp über die Latte. Danach kam wenig. Nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber zwar bemüht, doch echte Gefahr entstand nur einmal, als Peter Carey in der 52. Minute abzog - Keeper Taci Recber im Tor der Genfer war zur Stelle.

Ab da wurde es zunehmend ruppig. Peter Kunze, der rechte Verteidiger der Willisauer, kassierte erst Gelb in der 21. Minute, dann die Gelb-Rote Karte in der 82. "Ich hab den Ball gespielt", verteidigte er sich später - die Bilder sprachen eine andere Sprache. Carey selbst holte sich kurz nach Kunzes Platzverweis auch noch Gelb. "Wir wollten wenigstens zeigen, dass wir da sind", kommentierte er trocken.

Racing hingegen verwaltete souverän. Truthan Trainer wechselte früh: Andrew Sinclair kam direkt nach der Pause für den starken Wasilewski, später folgten noch zwei junge Talente - Thomas Eckert (18) und Robert Featherstone (ebenfalls 18) durften Pokalluft schnuppern. "Das ist besser als Training", meinte Eckert lachend, "hier friert man wenigstens nicht so."

Die zweite Halbzeit verlief dann wie ein Trainingsspiel unter Flutlicht: Racing kombinierte, Willisau lief hinterher. Noch ein Dutzend Abschlüsse der Gäste, aber kein Tor mehr - vielleicht aus Gnade, vielleicht, weil Recber im anderen Strafraum ohnehin nichts zu tun hatte.

Am Ende blieb es beim 0:3, das Racing Club GE mit einem Fuß in die nächste Runde bringt. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur schön, sondern auch zielstrebig spielen können", sagte Torschütze Kinmont, während er sich den Rasen von den Stutzen wischte.

Willisau? Die müssen sich nach diesem Abend wohl an das alte Sprichwort halten: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne murmelte: "Wenn man keine Tore schießt, kann man auch keine Punkte holen." Treffender kann man’s kaum sagen.

Und so endete ein frostiger Pokalabend mit einem heißen Favoritensieg, einem frustrierten Heimteam und der Erkenntnis: Effizienz schlägt Leidenschaft - zumindest an einem Dienstagabend im Januar.

18.06.643987 06:07
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Weisweiler und Happel sind tot, Hitzfeld ist bei den Bayern. RWO hat den besten Trainer, den man kriegen kann.
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