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Premier League | 17. Spieltag | 21.07.26 | Vancouver Blues - Quebec Blues 1:3 Trainer Michel Luick der Hausherren stand nach Abpfiff mit verschränkten Armen da und murmelte: "Wir hatten alles im Griff - außer die Tore." Tatsächlich: Vancouver dominierte den Ball mit 56 Prozent Ballbesitz, schoss 13-mal aufs Tor, während Quebec nur elf Versuche brauchte, um dreimal zu treffen. Effizienz made in Quebec. Dabei fing alles so verheißungsvoll an. In den ersten 20 Minuten spielten die Vancouver Blues wie aus einem Guss, kombinierten gefällig durchs Mittelfeld, und Isidoro Sainz prüfte Quebec-Keeper Gerard Silvestre gleich mehrfach. Doch wie es im Fußball so ist - wer vorne die Dinger nicht macht, bekommt hinten die Quittung. In der 30. Minute nutzte Peter Vencel die erste echte Offensivaktion der Gäste, traf nach feinem Zuspiel von Youngster Bradley Morin trocken ins linke Eck. 0:1 - und die 20-jährigen Quebec-Stürmer grinsten, als hätten sie gerade die Spielkonsole gewonnen. Rhys Lujan, der rechte Wirbelwind Vancouvers, hatte darauf eine passende Antwort. Fünf Minuten später tankte sich Alexander Barclay auf der Außenbahn durch, flankte scharf nach innen, und Lujan drosch die Kugel volley unter die Latte - die Tribüne tobte, Trainer Luick sprang zwei Meter hoch. "Ein Tor wie im Trainingsvideo - nur dass wir das nie so hinkriegen", witzelte Lujan später mit einem Augenzwinkern. Mit dem 1:1 ging es in die Pause, und die Vancouver-Fans wähnten sich auf Kurs. Doch Quebec-Coach Gerd Froebe hatte in der Kabine offenbar die richtige Mischung aus Taktik und Teenager-Motivation gefunden. "Ich hab nur gesagt: Jungs, denkt dran, das ist kein Schulausflug - und plötzlich haben sie Fußball gespielt", grinste der 58-jährige Trainer nach dem Spiel. Und tatsächlich: In der 53. Minute schlug der erst 22-jährige Xabier Costa zu. Ein Pass von Vencel, ein kurzer Haken, ein Schuss - 2:1 für Quebec. Rafael Coluna im Vancouver-Tor streckte sich vergeblich, während Costa jubelnd in den Nachthimmel zeigte. Vancouver versuchte, wieder die Kontrolle zu übernehmen, aber nach dem verletzungsbedingten Aus für Linksverteidiger Pablo Ferron (74.) war die Ordnung dahin. Der eingewechselte Jaime Perez mühte sich, doch die Defensive blieb löchrig. Und dann kam die 77. Minute: Ecke Quebec, Kopfball von Christophe Beyince, der Ball prallt ab, und der 20-jährige Joao Godino steht goldrichtig - 3:1. "Ich wusste gar nicht, dass ich so gut köpfen kann", lachte der Torschütze später und klatschte mit seinem Trainer ab, der seinen Mut zum Wechsel lobte: "Wir wollten frischen Wind bringen - und haben gleich einen Orkan bekommen." Vancouver kämpfte, Rhys Lujan ackerte bis zum Umfallen, Sainz und Assis feuerten weiter aus allen Lagen, doch das Tor schien wie vernagelt. Owen Hardin sah Gelb nach einem rustikalen Zweikampf ("Ich wollte nur den Ball, aber der Ball wollte mich nicht"), und in der Nachspielzeit durfte sich auch Ricardo Granados in die Notizbücher eintragen - leider ebenfalls mit Gelb. Als Schiedsrichter Dupont nach 93 Minuten abpfiff, war die Enttäuschung in Vancouver greifbar. Während die Quebec-Spieler Arm in Arm vor ihrem Fanblock tanzten, war von den Heimischen nur noch das Rascheln der Trikots beim Tausch zu hören. Statistisch gesehen war’s ein Spiel für die Lehrbücher: Vancouver mit mehr Ballbesitz, mehr Schüssen, mehr Mühe - Quebec mit mehr Toren, mehr Kaltschnäuzigkeit und einem Lächeln, das man nur mit drei Punkten im Gepäck trägt. "Wir müssen lernen, dass Schönheit keine Punkte bringt", seufzte Vancouver-Trainer Luick in der Pressekonferenz, während Gerd Froebe mit einem breiten Grinsen antwortete: "Ich nehme sie trotzdem mit. Die Punkte, meine ich." So endet ein Abend, an dem die jugendliche Unbekümmertheit der Quebec Blues den erfahrenen Vancouver Blues eine Lehrstunde in Effizienz erteilte. Die Fans werden’s verkraften - vielleicht. Und irgendwo in Quebec wird heute Nacht noch lange gelacht. 22.07.2026 09:03 |
Sprücheklopfer
Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben.
Toni Polster auf die Frage, ob er in Köln schon ein Denkmal sei