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PVC Eindhoven dreht Partie in Nesebar: Späte Wende im Europaliga-Duell

Wer zu spät kommt, den bestraft der Fußball - oder im Fall von PVC Eindhoven: belohnt er gleich doppelt. Mit einem 2:1-Sieg beim bulgarischen Vertreter Nesebar sicherten sich die Niederländer am dritten Spieltag der Europaliga einen wichtigen Auswärtserfolg. Dabei hatte zunächst alles nach einem Heimtriumph ausgesehen.

Vor 26.538 Zuschauern im stimmungsvoll erleuchteten Stadion von Nesebar begann das Spiel mit einem klaren Konzept auf beiden Seiten: Eindhoven offensiv, Nesebar vorsichtig, fast schon demütig defensiv. "Wir wollten erstmal sehen, ob die Holländer wirklich so schnell sind, wie alle sagen", grinste Trainer Moreno Pastrolin später. Nach 18 Minuten hatte er seine Antwort - allerdings in die richtige Richtung.

Der 17-jährige Tschawdar Kischischew, ein Nachwuchstalent mit dem Selbstbewusstsein eines Routiniers, zog nach Vorlage von Adrian da Costa von links nach innen, schaute kurz - und traf. Eiskalt, flach ins rechte Eck. Die Zuschauer sprangen auf, und selbst der Stadionsprecher brauchte einen Moment, um den Namen des Torschützen richtig auszusprechen. "Ich hab einfach geschossen, weil keiner kam", erklärte Kischischew nach dem Spiel. "Wenn man 17 ist, denkt man nicht so viel."

Doch anstatt die neu gewonnene Führung clever zu verwalten, verfiel Nesebar in vorsichtigen Verwaltungsfußball. Eindhoven, das bis dahin vor allem durch gelbe Karten auffiel - vier an der Zahl, verteilt auf Lampi, Maniche, Putnam und Ashton - steigerte den Druck. Besonders auffällig: Azmi Ramon, der Linksaußen mit der Eleganz eines Jazzpianisten und der Schusskraft eines Presslufthammers. In der 42. Minute wurde er von Niclas Siebert präzise bedient, nahm Maß und versenkte den Ball trocken zum 1:1-Ausgleich.

"Da haben wir kurz vergessen, dass Halbzeit erst nach 45 Minuten ist", knurrte Pastrolin später. Der Ausgleich war verdient, denn Eindhoven verzeichnete zur Pause bereits sechs Torschüsse - drei mehr als die Gastgeber.

Nach dem Seitenwechsel kam zunächst Unruhe ins Spiel: Pedro Maniche musste nach einem unglücklichen Zusammenprall verletzt raus, wurde aber sofort durch den jungen Lars Cure ersetzt. Trainer Markus Frey blieb trotzdem gelassen. "Pedro hat gesagt, er wollte nur kurz liegen bleiben, um die Sonne zu genießen. Leider war’s Flutlicht", witzelte der Coach nach dem Spiel.

Eindhoven hatte nun mehr vom Spiel, auch wenn Nesebar mit 53 Prozent Ballbesitz die Statistik dominierte. Das Problem: Ballbesitz schießt keine Tore - und Chancenverwertung war an diesem Abend eindeutig eine niederländische Spezialität.

In der 75. Minute kam es dann zur Szene des Abends: Kari Lampi, eigentlich Linksverteidiger und schon mit einer Gelben Karte vorbelastet, schlug einen butterweichen Ball von der Seite. Jelle Landseer stieg hoch, köpfte wuchtig - 2:1! Während Frey an der Seitenlinie die Faust ballte, sah man Pastrolin auf der anderen Seite nur noch mit verschränkten Armen dastehen, als würde er innerlich den Trainingsplan für Montag umschreiben. "Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben, weil wir aufgehört haben zu laufen", meinte er später, nüchtern wie ein Mathematiklehrer nach der zehnten Klassenarbeit.

Nesebar versuchte in der Schlussphase, die drohende Niederlage abzuwenden. Jukka Tihinen prüfte in der 85. Minute Keeper Samuel Poe mit einem Distanzschuss, doch der reagierte glänzend. In der Nachspielzeit wurde es noch einmal hitzig: Phillipp Alex sah in der 90. Minute Gelb, nachdem er einen frustrierten Tritt in die Bande etwas zu laut kommentiert hatte.

Eindhoven brachte den Sieg mit Routine über die Zeit - und mit einer erstaunlichen Gelassenheit. "Wir wussten, dass sie defensiv bleiben würden", sagte Frey. "Also haben wir einfach weiter geschossen, bis einer reinging."

Am Ende standen zehn Torschüsse für Eindhoven, sieben für Nesebar, dazu 53 Prozent Ballbesitz für die Bulgaren - Zahlen, die zeigen, dass Fußball eben kein Statistikspiel ist.

Für Nesebar ist die Niederlage ein Rückschlag, doch Trainer Pastrolin blieb optimistisch: "Wenn man 17-Jährige hat, die so treffen, dann hat man auch Zukunft." Kischischew nickte daneben, mit einem breiten Grinsen und einer Cola in der Hand.

Ein verdienter Sieg für Eindhoven, ein lehrreicher Abend für Nesebar - und ein Spiel, das wieder einmal bewies: Wer seine Chancen nutzt, muss den Ball nicht dauernd haben. Oder, wie es ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Ballbesitz ist was für Statistikfreunde, Tore sind für die Tabelle."

14.05.643987 16:38
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