Heraldo de Mexico
+++ Sportzeitung für Mexico +++

Pumas retten spät ein 2:2 gegen giftige Alacranes

Ein Abend voller Drama, Staub und Adrenalin im Estadio Nacional: 64.179 Zuschauer erlebten am 13. Spieltag der 1. Liga Mexico ein 2:2 zwischen Pumas Nacional und Alacranes Durango, das alles hatte - nur keine Langeweile. Und wer in der 94. Minute schon auf dem Weg zum Parkplatz war, dürfte sich schwarz ärgern.

Schon früh begann das Spiel mit einem Paukenschlag. In der 8. Minute zog Arnau Pacos, der flinke Mittelfeldmotor der Alacranes, einfach mal aus 20 Metern ab - und siehe da: Der Ball zappelte im Netz. Pumas-Keeper Nael de Freitas schaute ungläubig hinterher, während Pacos jubelnd in Richtung Gästeblock rannte. "Ich hab einfach gespürt, dass der Ball reingeht", grinste der 26-Jährige später, "auch wenn der Trainer immer sagt, ich soll nicht aus der zweiten Reihe schießen."

Doch die Antwort der Pumas ließ keine fünf Minuten auf sich warten. Nach einer schönen Kombination über links flankte Fabio Goncalves butterweich in den Strafraum, wo Bruno Morin - gerade einmal 21 Jahre jung - den Ball per Volley zum 1:1 versenkte (12.). "Ich hab gar nicht nachgedacht", sagte Morin mit einem Grinsen. "Wenn ich nachdenke, geht der Ball sonst in die Tribüne."

Danach entwickelte sich eine Partie, die mehr Tempo als Präzision bot. Die Pumas rannten an, aber Alacranes konterten mit der Ruhe einer Kobra in der Sonne. Das Torschussverhältnis sprach zwar klar für die Hausherren (15:6), doch Durango blieb mit seinen wenigen Angriffen stets gefährlich. Besonders Pedro Triguero hatte zweimal die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber jeweils knapp.

Zur Pause war es ein gerechtes 1:1 - und Trainer Andy Nordlicht von den Pumas wirkte an der Seitenlinie wie jemand, der dringend einen starken Kaffee bräuchte. "Wir spielen gut bis zum Sechzehner", murrte er in der Halbzeit, "aber dort hört Fußball leider nicht auf."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig. Pumas blieben offensiv, Alacranes lauerte. Und dann kam die 71. Minute: Bjarke Therkildsen setzte sich auf links durch, passte scharf nach innen, wo Humberto Varela nur noch den Fuß hinhalten musste - 1:2! Der Jubel der Gäste war ohrenbetäubend. Trainer Manni Kaltz ballte die Faust, grinste aber später süffisant: "Eigentlich wollte ich ihn da schon auswechseln. Zum Glück bin ich manchmal zu langsam."

Pumas reagierten mit Wut im Bauch. Nordlicht brachte frische Kräfte, darunter den jungen Fabio Vidigal (75.), der gleich mit zwei gefährlichen Abschlüssen auffiel. Die Gastgeber schnürten Durango nun in deren Hälfte ein. Der Ballbesitz lag zwar knapp bei den Gästen (51,8 zu 48,2 Prozent), aber die Pumas erzeugten den deutlich höheren Druck.

Und dann kam die Nachspielzeit, die man in Mexiko wohl noch lange erzählen wird. 94. Minute, letzter Angriff: Innenverteidiger Javi Bernal stürmte nach vorne, flankte blind in den Strafraum - und dort stieg der 19-jährige Charles Badham, bis dahin eher unauffällig, in den Nachthimmel. Kopfball, Tor, 2:2! Die Tribünen explodierten.

"Ich hab einfach die Augen zugemacht", gab Badham später zu. "Und als ich sie wieder öffnete, war der Ball drin. So einfach ist Fußball manchmal." Sein Trainer Nordlicht wirkte erleichtert - und vielleicht ein bisschen stolz. "Charles trainiert seit Wochen wie ein Besessener. Er verdient dieses Tor. Auch wenn ich ihm jetzt wohl nicht mehr beibringen kann, wie man ruhig bleibt."

Kaltz dagegen schüttelte nach dem Schlusspfiff nur den Kopf: "Wenn du in der 94. Minute einen Gegentreffer kassierst, willst du am liebsten dein Clipboard essen. Aber gut - das wäre dann auch wieder eine gelbe Karte wert."

Am Ende fühlte sich das 2:2 für Pumas wie ein Sieg an und für Alacranes wie ein Raubüberfall. Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe, emotional aber ein kleines Fußball-Drama.

Der Abend endete, wie er begonnen hatte - laut, hitzig, voller Emotionen. Und irgendwo im Durango-Bus soll man später gehört haben, wie jemand murmelte: "Wenn wir schon in letzter Minute Punkte verschenken, dann wenigstens mit Stil."

Ein sarkastisches Fazit des Reporters? Bitte sehr: Fußball ist eben kein Mathematikunterricht. Wer das Spiel der Pumas gesehen hat, weiß - manchmal gewinnt auch der, der am längsten an Wunder glaubt. Oder zumindest bis zur 94. Minute.

07.06.643987 00:37
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Vor Krieg und Oliver Kahn.
Mehmet Scholl auf die Frage, vor was er Angst habe
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager