Diarios de Futbol
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**Pumas Nacional zerlegt Nacional - ein Abend zum Vergessen für die Gäste**

Wer an jenem warmen Januarabend im Estadio Nacional saß, kam aus dem Staunen kaum heraus. 79.500 Zuschauer, ein Sonnenuntergang wie gemalt - und ein Heimteam, das früh beschloss, dem Gegner sämtliche Illusionen zu rauben. Am Ende stand ein 5:0 für Pumas Nacional gegen Nacional in der Copa Libertadores, Gruppenrunde, sechster Spieltag. Und wer das Ergebnis liest, bekommt nur eine blasse Ahnung davon, wie einseitig dieses Spiel tatsächlich war.

Schon nach sechs Minuten fiel das erste Tor: Miguel Morte, der flinke Linksaußen der Pumas, traf nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Evan Houghton. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch - und doch so einfach, dass selbst Trainer Andy Nordlicht später schmunzelnd meinte: "Das war genau die Variante, die wir eigentlich nur im Training probieren, wenn keiner mehr laufen will."

Kaum hatten die Gäste den Schock verdaut, stand es schon 2:0. Roberto Olivadi, dieser ewig unterschätzte Rechtsaußen, nutzte in der zehnten Minute eine Lücke, die eher an ein Scheunentor erinnerte. Nacional-Keeper Pedro Cercas streckte sich vergeblich. Von der Bank kam ein verhaltenes Klatschen - vermutlich höfliche Anerkennung der eigenen Leidensfähigkeit.

Und weil alle guten Dinge bekanntlich drei sind, besorgte Theo Hiliard in der 15. Minute das 3:0. Ein Schuss aus 20 Metern, so trocken wie ein Wüstenwind. Der Ball schlug im Winkel ein, Marcio Maniche hatte zuvor klug den Pass gespielt. Hiliard grinste später: "Ich hab einfach draufgehauen. Der Ball wollte halt rein."

Nach einer Viertelstunde war das Spiel praktisch entschieden. Nacional mühte sich, tat, was man als Profi tun muss - laufen, kämpfen, hoffen -, doch Pumas Nacional ließ den Ball mit 51 Prozent Ballbesitz so sicher zirkulieren, dass es eher wie 70 aussah. 16 Torschüsse gab das Heimteam ab, während die Gäste mit sieben harmlosen Versuchen meist an Keeper Corey Locklear scheiterten, der einen jener Abende erlebte, an denen man fast friert, weil so wenig zu tun ist.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: Nacional wechselte, suchte nach Struktur, fand aber nur noch mehr Pumas. Ein Foul hier, eine Gelbe Karte dort - Marcio Nene sah Gelb direkt nach der Pause (46.), der junge Oscar Kunz tat es ihm später nach (70.). "Wir wollten zeigen, dass wir noch leben", erklärte Kunz, der mit 17 Jahren immerhin Mut bewies, sich Miguel Morte entgegenzustellen.

In der 69. Minute klingelte es erneut - wieder Hiliard, diesmal nach Vorlage Olivadi. Der Mittelfeldmann wirkte wie aufgezogen, rannte, dirigierte, schoss. "Er war heute einfach überall", sagte Trainer Nordlicht nach dem Spiel, "ich hab schon überlegt, ihm auch das Mikro bei der Pressekonferenz zu überlassen." Zwei Minuten später, in der 71., legte Morte noch einmal nach. Vorlage von Diego Meireles, Abschluss präzise, und das 5:0 war perfekt.

Trainer Karl Rausch von Nacional stand zu diesem Zeitpunkt stoisch an der Seitenlinie. Seine Hände tief in den Taschen, der Blick leer. Nach dem Spiel kommentierte er trocken: "Manchmal ist Fußball wie ein Zahnarzttermin - du weißt, dass es weh tun wird, aber du musst trotzdem hingehen."

Die letzten 20 Minuten plätscherten dahin. Die Pumas wechselten durch, ließen Marvin Klug und Fabio Goncalves etwas Spielzeit, während Michiel Panis in der Innenverteidigung seine ersten Libertadores-Minuten sammelte. Nacional brachte den 17-jährigen Kunz, der sich wacker schlug, aber gegen die Wucht des Heimteams kaum Land sah.

Statistisch blieb es fast ausgeglichen im Ballbesitz - 51 zu 49 Prozent -, doch wer das Spiel sah, wusste: Das war Augenwischerei. Pumas Nacional dominierte, spielte offensiv, aggressiv, mit jener Mischung aus Leichtigkeit und Kaltschnäuzigkeit, die große Abende prägt. Nacional dagegen wirkte, als hätte man das Handbuch "Wie verhindere ich Gegentore" zu Hause vergessen.

Als der Schlusspfiff ertönte, stand das Stadion. Miguel Morte wurde zum Mann des Abends gewählt - zwei Tore, unermüdlich, gefährlich, charmant im Interview: "Ich widme die Tore meiner Großmutter. Sie sagt immer, ich soll den Ball lieber ins Netz als in den Himmel schießen."

Trainer Nordlicht fasste es zuletzt zusammen: "5:0 klingt hoch, aber ehrlich gesagt - wir hätten auch sechs machen können. Und ich bin sicher, meine Jungs werden mir das morgen vorwerfen."

Ein Spiel, das in den Geschichtsbüchern der Copa Libertadores als Lehrstunde stehen bleibt: Pumas Nacional in Galaform, Nacional mit einer bitteren Nacht im Gepäck. Und irgendwo auf dem Rückflug wird Karl Rausch vermutlich denken: Lieber heute Fünf kassiert als nächste Woche wieder.

Ein Hauch von Ironie, ein Schuss Genugtuung - und die Erkenntnis: Fußball kann manchmal sehr einfach sein.

23.07.643987 02:17
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