Anpfiff
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Pulheim stoppt Frankfurts Heimserie - Ibrahimovics Jungs siegen eiskalt mit 2:0

Ein lauer Märzabend, 20:30 Uhr, Flutlicht über dem Stadion an der Oder: 11.336 Zuschauer erwarteten ein Feuerwerk von Einheit Frankfurt - bekommen haben sie eher ein nervöses Streichholz. Pulheimer SC hingegen spielte, als hätte Zlatan Ibrahimovic persönlich beschlossen, die dritte Liga zur Bühne seiner taktischen Philosophie zu machen. Am Ende hieß es verdient 0:2 (0:2), und wer ehrlich ist, weiß: Das war noch schmeichelhaft für die Gastgeber.

Schon die ersten Minuten gaben die Richtung vor. Pulheim drückte, Frankfurt duckte sich. Kaum war der Anstoß verklungen, feuerte Nuno Vaz in der dritten Minute den ersten Warnschuss ab - einer von insgesamt 20 Torschüssen der Gäste. Die Frankfurter Defensive wirkte in dieser Phase wie ein Schrank ohne Scharniere: stabil gedacht, aber in Bewegung problematisch.

In der 23. Minute war es dann soweit: Vicente Custodio tankte sich auf der rechten Seite durch, legte quer, und Nuno Vaz drosch den Ball kompromisslos unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste der 24-Jährige später. "Wenn du zu viel denkst, triffst du den Pfosten. Also lieber gar nicht denken." Trainer Zlatan Ibrahimovic, der nach dem Spiel charmant wie immer seine Sonnenbrille aufsetzte, kommentierte trocken: "Ich habe ihm gesagt, er soll einfach tun, was Zlatan tun würde."

Frankfurts Antwort? Ein halbherziger Distanzschuss von Luka Kessler in der 12. Minute - das war’s im Wesentlichen. Drei Torschüsse insgesamt stehen in der Statistik. Trainer Leo Gert gestand hinterher: "Wir wollten eigentlich auf Konter spielen, aber man braucht für Konter auch mal den Ball." Tatsächlich hatte Pulheim 56,6 Prozent Ballbesitz und kontrollierte das Geschehen, als wäre das Spiel ein Taktiktraining.

Das 0:2 in der 37. Minute setzte den Deckel drauf: Ronald Larocque, der wendige Kanadier auf der linken Seite, nutzte einen Stellungsfehler der Frankfurter Abwehr und schob überlegt ein. Der Rest der ersten Halbzeit bestand aus Frankfurter Ratlosigkeit und Pulheimer Spielfreude. Kurz vor der Pause wechselte Gert gleich dreimal - vielleicht, um ein Zeichen zu setzen, vielleicht auch, weil er einfach keine Lust mehr auf dieselben Fehler hatte.

"Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen sich nicht verstecken", erklärte Gert nach dem Spiel. "Leider haben sie das zu wörtlich genommen."

Die zweite Hälfte war dann ein Lehrstück in Kontrolle. Pulheim nahm etwas Tempo raus, ließ den Ball laufen und Frankfurt laufen. Immer wieder zauberten Massimo Sorrentino und Franck Payne über die Flügel, doch weitere Tore wollten nicht fallen - eher, weil Pulheim Gnade walten ließ. Als Laszlo Petry in der 84. Minute nach einem Zweikampf verletzt raus musste, brachte Zlatan kurzerhand Innenverteidiger Cameron Cunningham. "Wir wollten das Ding professionell zu Ende spielen", sagte der Trainer, "nicht wie im Zirkus."

Während Pulheim abgeklärt kombinierte, versuchte Frankfurt wenigstens, Haltung zu bewahren. Der junge Jorge Lupus, gerade 18, fasste sich in der 31. Minute ein Herz und prüfte Pulheims Keeper Thijmen Vogel - der sich aber dachte: "Nicht mit mir." Auch Georg Steffens’ Versuch in der 20. Minute blieb harmlos.

Die Zuschauer reagierten mit einer Mischung aus Seufzen und höflichem Applaus - man hatte sich mehr erhofft, aber immerhin blieb das Bier kalt.

Statistisch war es ein Klassenunterschied: Pulheim mit 20 Abschlüssen, Frankfurt mit 3, Zweikampfquote 57 zu 43 Prozent pro Pulheim. Und während Pulheim mit "ausgewogener" Taktik und ruhigem Passspiel glänzte, blieb Frankfurt stur defensiv und konterorientiert - nur ohne Konter.

Nach Abpfiff herrschte Einigkeit: Pulheim war schlicht besser. "Das war erwachsen", lobte Ibrahimovic sein Team. "Wir spielen nicht schön, wir spielen effektiv. Schönheit ist für Instagram."

Frankfurts Coach Gert hingegen suchte Trost in der Philosophie: "Manchmal verlierst du, manchmal lernen die anderen." Er lächelte gequält, griff zum Mikrofon, wollte noch etwas sagen - und entschied sich dann für Schweigen.

So blieb am Ende ein klarer Sieg für Pulheim, ein bitterer Abend für Frankfurt und ein Spiel, das wohl in Erinnerung bleibt - zumindest bei denjenigen, die sich die Mühe machten, alle 90 Minuten durchzuhalten.

Und irgendwo in der Mixed Zone hörte man Nuno Vaz kichern: "Zwei Tore hätten’s auch mehr sein können." - Hätten sie, Nuno. Aber man muss ja auch mal bescheiden bleiben.

10.08.643993 23:10
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Rainer Calmund
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