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Pruszkow stürmt Zabrze nieder - Kowalik und Mieciel glänzen beim 4:0

Wenn 27.000 Zuschauer an einem Mittwochabend ins Stadion von Gormick Zabrze strömen, dann hoffen sie auf Leidenschaft, Tempo, Tore - und bitte nicht auf das, was sie diesmal geboten bekamen: eine 0:4-Abreibung gegen SK Pruszkow, die in ihrer Deutlichkeit selbst die härtesten Fans schweigen ließ.

Dabei fing alles so harmlos an. Beide Teams tasteten sich in der ersten Halbzeit ab, Ballbesitz nahezu pari, 50 zu 50, aber während Pruszkow eine Salve nach der anderen auf das Tor von Jungkeeper Ilias Lubanski abfeuerte, kam Zabrze ganze zwei Mal gefährlich vor das gegnerische Gehäuse. "Ich war mehr mit Ballholen beschäftigt als mit Abwehren", knurrte Lubanski später - und das war nicht einmal übertrieben. Dreißig Torschüsse feuerten die Gäste ab.

Pruszkow-Trainer Stefan Petruck hatte seine Elf von Beginn an offensiv ausgerichtet, über die Flügel, mit viel Wucht. "Wir wollten Druck machen, bis Zabrze keine Luft mehr kriegt", erklärte er mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Zufriedenheit und Mitleid pendelte. Und tatsächlich: Während Mario Bonjeks Mannschaft auf kontrolliertes Passspiel setzte und brav im 4-4-2 blieb, rollte Angriff auf Angriff über die Seiten.

In der ersten Halbzeit hielt Zabrze noch tapfer dagegen. Der junge Arthur Burkhardt sprintete die Linie rauf und runter, als könne er das Unvermeidliche verhindern, und Innenverteidiger Kusma Trefilow klärte, was zu klären war - bis er in der 68. Minute verletzt raus musste. Da stand es allerdings schon 0:3.

Der Damm brach kurz nach der Pause. In der 53. Minute war es Tomasz Mieciel, 19 Jahre jung, der nach Vorlage von Rechtsverteidiger Mateusz Hajto - ja, mit dem gleichen Nachnamen wie Zabrzes Stürmer Szymon, aber keine Verwandtschaft - trocken ins lange Eck traf. Zwei Minuten später legte Amadeus Kowalik nach, nach feiner Vorarbeit von Domenik Szymkowiak. "Wir haben sie einfach überrannt", grinste Kowalik später, "und manchmal fühlt sich Fußball eben leicht an."

Das 0:3 fiel in der 60. Minute erneut durch Mieciel, der diesmal nach einem Abpraller am schnellsten reagierte. Zabrze taumelte, Pruszkow tanzte. Bonjek gestikulierte wild an der Seitenlinie, rief "Ruhig bleiben!", aber seine Spieler wirkten, als hätte jemand den Stecker gezogen.

In der Nachspielzeit setzte Kowalik den Schlusspunkt. In der 94. Minute hämmerte er den Ball nach Pass von Grzegorz Chalaskiewicz unter die Latte. 0:4 - das Publikum pfiff, aber selbst das klang müde.

"Wir haben uns das anders vorgestellt", sagte Bonjek später auf der Pressekonferenz und rieb sich die Schläfen. "Aber wenn du zwei Torschüsse in 90 Minuten hast, brauchst du auch keine Wunder erwarten." Sein Gegenüber Petruck konterte süffisant: "Ich habe meinen Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Offenbar haben sie mich wörtlich genommen."

Ein paar kleine Dramen spielten sich nebenbei ab: Zwei Gelbe Karten für Pruszkow - Yves Schäfer (26.) und der 17-jährige Nael Costa (32.) - blieben die einzigen Vergehen in einem ansonsten fairen Spiel. Bei Zabrze sorgte die Verletzung von Trefilow für lange Gesichter. "Kusma hat sich wohl am Knöchel verletzt, wir hoffen, es ist nichts Schlimmes", sagte Bonjek, während der Physio noch auf dem Platz hantierte.

Taktisch blieb Zabrze über 90 Minuten in einem ausgewogenen, beinahe stoischen Schema - kein Pressing, kein Risiko, dafür geduldiges Aufbauspiel, das aber selten über die Mittellinie hinauskam. Pruszkow dagegen spielte von Anfang bis Ende offensiv, über die Flügel, mit langen Pässen und ständigem Zug zum Tor. Das Ergebnis sprach für sich.

Nach dem Schlusspfiff feierten die rund 500 mitgereisten Pruszkow-Fans ihre Mannschaft ausgelassen. Mieciel, der doppelte Torschütze, nahm sich Zeit für Selfies, während Kowalik mit einem Augenzwinkern meinte: "Zwei Tore sind schön, aber ich hätte gern das dritte gemacht. Man soll ja immer hungrig bleiben."

Zabrze hingegen verließ den Platz mit hängenden Köpfen. Ein Fan rief noch: "Kopf hoch, Jungs!", aber die Worte verhallten im kalten Märzwind. Vielleicht war das die passendste Metapher für diesen Abend - viel Wind, wenig Wirkung.

Und so bleibt nach 25 Spieltagen ein klarer Befund: SK Pruszkow ist auf dem Vormarsch, Gormick Zabrze dagegen im freien Fall. Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne murmelte: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald nicht mehr über die erste Liga reden."

Ein bisschen Galgenhumor schadet nicht - und den konnte man in Zabrze an diesem Abend gut gebrauchen.

05.07.643993 10:15
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