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Serie A | 33. Spieltag | 13.09.26 | UD Portoviejo - AD Quito 4:4 Quito begann offensiv, Portoviejo ebenfalls. Beide Mannschaften traten mit klarer Angriffsabsicht an, beide verzichteten weitgehend auf aktives Pressing. Das Ergebnis: viel Platz, viele Chancen und vermutlich mehrere Trainer, die nach dem Abpfiff dringend ihre Blutdruckwerte überprüfen ließen. Nach neun Minuten schlug AD Quito erstmals zu. Zvonimir Males verwertete die Vorarbeit von Sergio Costa und brachte die Gäste in Führung. Males war ohnehin der auffälligste Mann im Angriff: Der Mittelstürmer suchte immer wieder den Abschluss und belohnte seinen Tatendrang später noch ein zweites Mal. In der 17. Minute erhöhte Pedro Esteve nach Zuspiel von Jordi Ronaldo auf 2:0. Portoviejo wirkte zu diesem Zeitpunkt keineswegs hoffnungslos, aber doch so, als müsse man der Mannschaft erst erklären, dass ein Fußballspiel nicht automatisch nach 90 Minuten mit einem Auswärtssieg endet. Die Antwort folgte drei Minuten später. Innenverteidiger Lewis Gallagher traf nach Vorarbeit von Jose Ruiz zum 1:2. Gallagher hatte zuvor bereits offensiv auf sich aufmerksam gemacht und kassierte in der 39. Minute zusätzlich eine Gelbe Karte. Ein Arbeitstag mit Tor, Verwarnung und reichlich Verantwortung - für einen Innenverteidiger beinahe ein kompletter Lebenslauf. "Wir wollten mutig bleiben", sagte Portoviejos Trainer Special Agent nach dem Spiel. "Vielleicht waren wir dabei an manchen Stellen mutiger, als es für die Nerven unserer Zuschauer gesund war." Das Publikum dürfte ihm zugestimmt haben. Die Hausherren gingen mit 53,2 Prozent Ballbesitz in die Pause und hatten am Ende 18 Torschüsse zu Buche stehen. Quito kam auf elf. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte: mit Toren. In der 50. Minute glich Filipe Varela nach Vorarbeit von Pekka Uusimäki aus. Die Freude währte allerdings nur kurz. Eine Minute später stellte Vincent Abelson den alten Abstand wieder her. Quito führte 3:2, und auf der Tribüne dürfte so mancher Fan bereits überlegt haben, ob ein Unentschieden nicht die nervenschonendere Wahl gewesen wäre. In der 61. Minute traf Males erneut - 4:2 für die Gäste. Quito hatte seine Chancen konsequent genutzt und schoss nach dem taktischen Plan von Trainer Norbert Lichner offenbar lieber auf sichere Gelegenheiten als aus allen Lagen. Das funktionierte. Bis Portoviejo wieder aufdrehte. Varela verkürzte in der 70. Minute auf 3:4. Der rechte Angreifer war kaum zu bremsen und hatte insgesamt mehrfach den Abschluss gesucht. In der 84. Minute schlug dann Nuno Fortun zu, diesmal nach Vorarbeit von Varela. 4:4. Der Ausgleich war angesichts des Spielverlaufs verdient - und für die Torhüter beider Teams vermutlich eine jener Situationen, in denen man nach dem Schlusspfiff möglichst schnell den Blickkontakt mit dem Trainer vermeidet. "Am Ende hätten wir gewinnen oder verlieren können", meinte Lichner sinngemäß. "Wir haben uns für die dramatischste Variante entschieden." Quito musste zudem früh verletzungsbedingt Rafael Sousa auswechseln; Christiano Ortiz kam in der 56. Minute für ihn. Portoviejo sah noch Gelb für Wladimir Kamenski und Javier Aguas. So blieb ein spektakuläres 4:4, das niemanden kaltließ - außer vielleicht die Abwehrreihen. Portoviejo war offensiv überlegen, Quito lange effizienter. Am Ende hatten beide vier Tore und vermutlich denselben Gedanken: Ein bisschen weniger Spektakel wäre beim nächsten Mal auch in Ordnung. 14.09.2026 06:42 |
Sprücheklopfer
Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!
Rudi Völler