Jornal do Brasil
+++ Sportzeitung für Brasilien +++

Porto Alegre tanzt Samba - 4:1-Gala gegen Duque de Caxias

Ein lauer Märzabend, 40 000 Zuschauer im Estádio do Sul, und CF Porto Alegre zeigte beim 4:1‑Spektakel gegen Duque de Caxias, warum Fußball in Brasilien manchmal eher einer rhythmischen Darbietung als einem taktischen Schachspiel gleicht. Trainer Jürgen Mattes grinste nach dem Abpfiff zufrieden: "Ich habe den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben - und sie haben mich wohl zu wörtlich genommen."

Schon nach sieben Minuten bebte das Stadion. Zoltan Szabo, der Mann mit dem ungarischen Vornamen und der brasilianischen Seele, vollendete nach feinem Zuspiel von Diamantis Dellas zum frühen 1:0. Ein Treffer, so präzise wie ein Gitarrensolo in einer Strandbar. Die Fans schwenkten Fahnen, Trommeln dröhnten, und selbst der Stadionsprecher klang kurz euphorisch überfordert.

Doch die Euphorie bekam bald einen Dämpfer: Nur neun Minuten später bugsierte Bram Voores von Duque de Caxias den Ball aus spitzem Winkel ins Netz. Bo Abelson hatte von links vorbereitet - und plötzlich stand es 1:1. "Für drei Sekunden dachte ich, das wird ein langer Abend", räumte Mattes später ein.

Die Gäste aus Caxias, von Coach Jonny Joint mit einer fast waghalsigen Offensivtaktik ("Wings, anytime, full attack!") losgeschickt, hielten zunächst gut dagegen. Ihre fünf Torschüsse in der ersten halben Stunde waren zwar nicht alle gefährlich, aber genug, um die Heimfans an alte Abwehrprobleme zu erinnern. Humberto Postiga holte sich in Minute 17 noch eine Gelbe Karte ab - ein Zeichen dafür, dass Caxias’ "starke Aggressivität" nicht nur auf dem Papier stand.

Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen, die Gastgeber hatten leicht mehr Ballbesitz (55,7 Prozent) und eine Spur mehr Struktur im Spiel, aber es roch nach einem Geduldsspiel.

Dann kam die 55. Minute - und mit ihr der Moment, der das Spiel kippte. Janos Baroti, bisher eher unscheinbar, zog von links in die Mitte, bekam den Ball von Nelson Domingos und schlenzte ihn herrlich ins rechte Eck. 2:1. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Baroti später lachend, "aber der Ball hatte wohl eigene Pläne."

Von da an war Porto Alegre nicht mehr zu bremsen. Nur neun Minuten später erhöhte Vicente Morte nach Vorlage von Baroti auf 3:1, ehe erneut Szabo - wieder nach Baroti‑Assist - nur 60 Sekunden später zum 4:1 einschob. Drei Tore in zehn Minuten, das Stadion glich einem Karnevalsumzug.

"Ab da war’s ein Tanz", sagte Torwart David Djalo, der kurz darauf für den jungen Noe Galisteo ausgewechselt wurde. "Ich wollte, dass der Junge auch mal Applaus kriegt."

Bei Duque de Caxias dagegen wurde hektisch gewechselt: Drei Mann in der 65. Minute, darunter der 18‑jährige Ricardo Butragueno, der prompt ein paar feine Ballkontakte zeigte, aber gegen die nun selbstbewusste Heimelf wenig ausrichten konnte. "Unsere Jungs haben alles versucht", meinte Trainer Joint, "aber Porto hatte heute einfach das bessere Timing - und vielleicht auch die bessere Playlist."

Porto Alegre ließ den Ball nun laufen, kombinierte im Kurzpassspiel und spielte die Partie mit professioneller Ruhe herunter. Gelbe Karten von Morte (60.), Manu (77.), Sterling (85.) und Baroti (88.) sorgten für ein paar Einträge im Schiedsrichterblock, aber nicht für Spannung.

In den letzten Minuten hörte man von der Gästebank nur noch Seufzen. Nael Baiao holte sich in der 89. Minute ebenfalls Gelb - symbolisch für einen Abend, an dem die Offensive der Caxianer zwar "anytime" schießen wollte, aber meist in der Abwehr von Paul Frey und Agustin Ximenes hängen blieb.

Am Ende standen neun Torschüsse für Porto Alegre, fünf für Caxias - und ein deutlicher 4:1‑Sieg, der in dieser Deutlichkeit wohl auch Mattes überrascht hat. "Wir wollten eigentlich defensiv solide stehen und auf Konter lauern", sagte er. "Aber manchmal ist der Ball einfach zu schön, um ihn nicht ins Tor zu schießen."

Taktisch war es ein Lehrstück: Porto mit ausgewogener Ausrichtung und sicherem Passspiel, Caxias mit viel offensivem Mut, aber wenig Balance. 40 000 Zuschauer bekamen jedenfalls ihr Eintrittsgeld mehr als zurück. Ein älterer Fan fasste es beim Hinausgehen zusammen: "Vier Tore, keine Samba‑Pause - was will man mehr?"

Vielleicht nur eins: dass dieses Porto Alegre auch nächste Woche wieder so tanzt.

18.07.643993 19:42
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