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Polonia Warschau stolpert über Gela - Tarrega trifft doppelt beim 2:3

Ein nasskalter Abend in Warschau, Flutlicht, 27.000 Zuschauer und ein Spiel, das mehr Wendungen hatte als eine Telenovela - Polonia Warschau verliert mit 2:3 gegen Gela und verabschiedet sich mit gesenktem Kopf aus der Gruppenphase der Champions League.

Schon nach einer Viertelstunde hatte der Gast aus Italien den Ton angegeben. Pablo Tarrega, bulliger Mittelstürmer mit der Eleganz eines Presslufthammers, nutzte die erste echte Chance: Ein Pass von Dennis Bedard, ein kurzer Blick, ein trockener Abschluss - 0:1 (15.). "Ich dachte, er schießt daneben, so wie im Training", grinste sein Mitspieler Corey Staunton später, "aber Pablo trifft, wenn’s zählt."

Warschau wirkte überrascht, fast beleidigt. Trainer Raimon Harwardt sprang an der Seitenlinie auf und fuchtelte mit den Armen, als wolle er einen Hubschrauber landen. Doch bevor seine Spieler verstanden, was er meinte, schlug Tarrega erneut zu. Wieder Bedard als Vorbereiter, wieder eiskalt vollendet - 0:2 (24.). Die Gela-Fans im Gästeblock sangen laut, die Polonia-Anhänger schauten betreten zu Boden. Ein älterer Herr in Reihe 14 murmelte: "Das wird heute nichts, die spielen ja wie mein Schwiegersohn beim Betriebsausflug."

Erst in der 35. Minute keimte Hoffnung auf. Freddie Leachman, sonst eher fürs Aufräumen im Mittelfeld zuständig, zog nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Francisco Sousa einfach mal ab - und drin war das Ding. 1:2, und plötzlich war das Stadion wieder da. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Leachman hinterher zu, "aber wenn der Ball im Tor landet, war’s halt Absicht."

Mit diesem Zwischenstand ging’s in die Pause. Statistisch lag alles eng beieinander - 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, neun zu neunzehn Torschüsse, wobei Polonia aus der Distanz zielte und Gela gnadenlos die Räume suchte. Harwardt versuchte in der Kabine, seinen Spielern Mut zu machen. "Wir müssen die zweite Halbzeit wie Männer beginnen!", soll er gerufen haben. Einer seiner Assistenten antwortete trocken: "Oder wenigstens wie Fußballer."

Die zweite Halbzeit begann - und Gela tat genau das Gegenteil der polnischen Hoffnung. Marcel Bernier, Linksverteidiger mit Offensivdrang, rauschte nach einem feinen Zuspiel von Staunton in den Strafraum und traf aus spitzem Winkel: 1:3 (46.). Ein Tor, das man in Warschau noch lange diskutieren wird, weil niemand so recht wusste, was die Innenverteidigung da tat. "Ich rutschte aus", erklärte Walter Heise entschuldigend, "der Rasen war… naja, sagen wir: kreativ."

Polonia gab sich aber nicht geschlagen. Pierre Martel, der flinkfüßige Franzose auf dem rechten Flügel, verkürzte in der 64. Minute nach Vorlage - schon wieder - von Sousa auf 2:3. "Ich hab einfach gehofft, dass der Ball durchkommt", sagte Martel später, "und diesmal tat er’s." Das Publikum tobte, man glaubte kurz an ein Wunder.

Doch Gela blieb abgeklärt. Trainer Michael Müller - ein Deutscher mit italienischem Temperament - stand stoisch an der Seitenlinie, kaute Kaugummi und rief immer wieder "Pressing, ragazzi!", als sei das Zauberwort. Seine Mannschaft tat ihm den Gefallen, ließ kaum noch Chancen zu und setzte über Bedard und Staunton immer wieder gefährliche Nadelstiche.

In der 58. Minute sah Julien Matthieu Gelb, kurz darauf wurde er ausgewechselt - wohl auch, um ihn vor Schlimmerem zu bewahren. Filipe Meira kam und brachte frischen Wind. Später durfte auch Nevio Galindo noch ran, ersetzte den ausgepumpten Javier Vazques.

Warschau versuchte alles, aber die Ordnung fehlte. In der 93. Minute sah Pablo Simao noch Gelb für ein Frustfoul - sinnbildlich für den Abend. Nach dem Schlusspfiff schüttelten die Spieler einander die Hände, während Trainer Harwardt mit leerem Blick auf die Anzeigetafel starrte.

"Wir haben zu spät gemerkt, dass man Tore braucht, um zu gewinnen", sagte er bitter. Müller dagegen grinste: "Drei Tore auswärts, das nehme ich jeden Tag. Und Tarrega kriegt morgen frei - aber nur, wenn er das Frühstück bringt."

So endet ein Spiel, das alles hatte - Tempo, Tore, Chaos und ein bisschen Tragik. Polonia verabschiedet sich erhobenen Hauptes, aber mit leerer Hand. Gela hingegen tanzt weiter durch Europa - mit Tarrega als Mann des Abends und Bedard als heimlichem Dirigenten.

Und irgendwo in Warschau wird noch jemand sagen: "Wenn Leachman das nochmal so trifft, kauf ich mir sein Trikot." Aber nicht heute. Heute trinkt man lieber still ein Bier - auf das nächste Mal.

23.07.643987 04:33
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