Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Police Nationals überrollen die Kingston Blues - 3:0 und jede Menge Blaulicht

Es war ein Abend, an dem die "Police Nationals" ihrem Namen alle Ehre machten: Sie kontrollierten, verwarnten und verhafteten die "Kingston Blues" gleich mit. 40.630 Zuschauer im ausverkauften National Stadium von Kingston sahen eine Heimmannschaft, die von der ersten Minute an zeigte, wer hier das Sagen hat. Am Ende leuchtete ein sattes 3:0 (2:0) auf der Anzeigetafel - und Trainer Walter Steger grinste wie jemand, der gerade einen besonders kniffligen Fall gelöst hat.

"Wir wollten früh Zugriff, und die Jungs haben das perfekt umgesetzt", sagte Steger nach dem Spiel, während im Hintergrund ein Polizist tatsächlich den Ball als "Beweismittel" in eine Tasche steckte. "Drei Tore, kein Gegentreffer - das ist saubere Arbeit."

Sauber war tatsächlich vieles im Spiel der Nationals: 53 Prozent Ballbesitz, 11 Torschüsse, drei davon drin. Die Blues dagegen wirkten wie ein Team, das seinen Passierschein vergessen hatte - nur drei Schüsse auf das Tor, keiner gefährlich. "Wir waren heute zu brav", murmelte Blues-Stürmer Harald Nilsson, der zweimal abschloss (12. und 46. Minute), aber mehr mit dem Rasen als mit dem gegnerischen Keeper Serge Fortin in Kontakt kam.

Der Abend gehörte den Jungen in Blau - und damit ist diesmal nicht die Polizei gemeint, sondern die Teenie-Fraktion der Nationals. In der 23. Minute startete der 19-jährige Samuel Blanchett nach einem wunderbaren Pass von Linksverteidiger Yves Poe durch, fackelte nicht lange und traf trocken ins lange Eck. 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte Blanchett später. "Wenn ich nachdenke, geht’s meistens schief."

Sechs Minuten später war es wieder ein Youngster, der den Blues das nächste Protokollformular aufdrückte: Klaas-Jan Huntelaar (ebenfalls 19, aber kein Namensvetter des niederländischen Altstars, wie er betont) verwandelte eine Vorlage von Callum Seymour zum 2:0. Der Jubel war so laut, dass selbst die Sirene des nahegelegenen Polizeireviers kurzzeitig unterging.

Danach kontrollierten die Nationals das Geschehen fast schon bürokratisch. Kingston versuchte, über die Flügel zu kommen, doch Poe und Rechtsverteidiger Giorgio Francavilla hatten alles unter Kontrolle. Im Mittelfeld zog Finlay Caroll die Fäden, während Vincent Hennessy und Henry Hunt das Tempo bestimmten.

In der zweiten Halbzeit wurde es dann etwas ruppiger. Erst sah Poe Gelb (55.), dann folgte Innenverteidiger Billy Doyle mit einer Verwarnung (75.) - und nur sieben Minuten später mit Gelb-Rot (82.). "Ich schwöre, ich hab ihn kaum berührt", beteuerte Doyle später und grinste dabei so unschuldig, dass selbst sein Trainer lachen musste. "Wenn Billy sagt, er hat ihn nicht berührt, dann war’s wahrscheinlich nur ein kräftiger Windstoß", witzelte Steger.

Trotz Unterzahl ließen die Nationals nichts anbrennen. Im Gegenteil: In der 79. Minute krönte Callum Seymour seine starke Leistung mit dem 3:0. Nach einer schönen Vorlage von Finlay Caroll zog er aus 20 Metern ab - der Ball zischte unhaltbar ins Netz. "Ich hab einfach gespürt, dass das Ding reingeht", sagte Seymour, der sich danach in der Kurve feiern ließ.

Die Blues hingegen wirkten ratlos. Trainer Claude Maurice (der laut Vereinsangabe "nicht verwandt oder verschwägert mit dem berühmten Chansonnier" ist) stand stoisch an der Seitenlinie, während seine Spieler im Mittelfeld die Ordnung verloren. "Wir haben zu langsam reagiert, zu vorsichtig gespielt", gab er nach dem Spiel zu. "Vielleicht hätten wir auch mal foulen sollen."

Statistisch sah es am Ende so aus, wie es sich anfühlte: 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Nationals, 53 Prozent Ballbesitz, und ein Gegner, der in der Nachspielzeit (91.) durch Severin Jop noch einmal verzweifelt abschloss - weit vorbei.

Das Publikum quittierte den Schlusspfiff mit Applaus und ein paar ironischen "Sir, yes sir!"-Rufen in Richtung der Heimmannschaft. Die Polizei hatte den Blues an diesem Abend nicht nur gestoppt, sondern auch die Beweislage eindeutig gestaltet.

"Wir nehmen das als Anfang", sagte Coach Steger zum Abschied. "Wenn wir so weitermachen, brauchen wir bald keine Handschellen mehr - nur noch Medaillen."

Und so verließ Kingston das Stadion in Blau - allerdings nicht vor Freude, sondern vor Frust. Die Nationals hingegen fuhren mit Blaulicht ins Tabellenoberhaus. Ein klarer Fall von Überlegenheit - Akte geschlossen.

23.11.643993 02:00
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager