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Ekstraklasa | 6. Spieltag | 16.08.26 | Pogon Szczecin - BKS Gdansk 3:2 Vor 20.000 Zuschauern legten beide Mannschaften los, als hätte jemand vergessen, ihnen mitzuteilen, dass ein Fußballspiel normalerweise 90 Minuten dauert. Gdansk gab in der sechsten Minute durch Daniel Wojciechowski den ersten Warnschuss ab. Pogon antwortete umgehend - und deutlich gefährlicher. Theodor Mazuch scheiterte zunächst in der zwölften Minute, traf aber nur Sekunden später zur Führung. Karl Decker lieferte die Vorarbeit, Mazuch vollendete zum 1:0. Die Gäste zeigten sich davon wenig beeindruckt. In der 22. Minute brachte Wladimir Jelen den Ball zu Lukas Hawrylewicz, der zum Ausgleich traf. Ein linker Verteidiger als Torschütze - offenbar wollte Gdansk an diesem Abend auch taktisch für Überraschungen sorgen. Doch die Freude währte kaum länger als der Torjubel. Eine Minute später schlug Pogon zurück: Roger Marchand erzielte nach Zuspiel von Marius Svensson das 2:1. "Wir wollten offensiv auftreten und aus allen Lagen schießen", hätte BKS-Trainer Mike Matt nach dem Spiel sagen können - und damit die taktischen Vorgaben ziemlich exakt zusammengefasst. Denn Gdansk tat genau das. Die Gäste spielten offensiv, suchten den Abschluss ohne übertriebene Geduld und entwickelten besonders über Arthur Kajrys immer wieder Gefahr. Der junge Mittelstürmer hatte bereits in der 35. Minute eine Möglichkeit, blieb aber zunächst glücklos. Pogon kontrollierte die Partie mit 52,8 Prozent Ballbesitz nur knapp. Das klingt nach Überlegenheit, ist aber eher die statistische Version eines Schulterzuckens. Auch bei den Zweikämpfen lagen die Gastgeber mit 50,6 Prozent nur hauchdünn vorne. Auf dem Rasen war von klaren Verhältnissen ohnehin nichts zu sehen. Pogon kam auf zwölf Torschüsse, Gdansk auf neun - ein Unterschied, der ungefähr dem Abstand zwischen einem Regenschirm und einem sehr großen Hut entspricht. Nach der Pause wurde es nicht ruhiger, sondern nur teurer für die Nerven. In der 51. Minute erhöhte Andrzej Gorski nach Vorlage von Ivan Vega auf 3:1. Gorski hatte bereits zuvor mehrfach den Abschluss gesucht und blieb beharrlich - eine Eigenschaft, die im Fußball oft als "Torriecher" bezeichnet wird und beim Gegner vermutlich eher "lästig" heißt. Gdansk gab nicht auf. In der 63. Minute verkürzte Arthur Kajrys nach Zuspiel von Jelen auf 2:3. Danach begann das große Zittern. Kajrys prüfte Pogons Defensive weiter, Jerzy Klose und Wojciechowski sorgten in der Schlussphase für zusätzliche Unruhe. Pogon verlegte sich zunehmend darauf, den Vorsprung zu verwalten. Karl Decker sah in der 78. Minute die Gelbe Karte - vermutlich die offizielle Erinnerung daran, dass auch Nervenfußball mit Regeln gespielt wird. "Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen", lautete der sinngemäße Satz, den Pogons Trainer nach dem Abpfiff wohl hätte wählen können. Matt wiederum hätte seinen Spielern trotz der Niederlage kaum fehlenden Mut vorwerfen können. BKS blieb offensiv, doch der Ausgleich fiel nicht mehr. So rettete Pogon den knappen Vorsprung über die Zeit. 3:2 - kein Ergebnis für Liebhaber gepflegter Langeweile, aber ein prächtiger Fußballabend für alle, die ihr Herz gern gelegentlich in der Hand halten. In Szczecin dürfte man es wieder eingepackt haben. Zumindest bis zum nächsten Spiel. 16.08.2026 22:49 |
Sprücheklopfer
Der Schiri kann froh sein, dass ich ihm keine geschmiert habe.
Werner Lorant