L’Equipe
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Plabennecois siegt 4:3 - Sieben-Tore-Spektakel mit Rot und Raserei

Wenn ein Sonntagabendspiel in der Bretagne zum Nervenkrimi wird, dann war vermutlich der FC Sochaux zu Gast. Im Stade de Plabennec erlebten 24.518 Zuschauer ein wildes 4:3 (1:0) zwischen Plabennecois und Sochaux - ein Spiel, das alles bot: Traumtore, eine rote Karte, einen Doppelschlag binnen zwei Minuten und jede Menge Drama.

Schon vor dem Anpfiff versprach Trainer Kersten Rittner, "wir wollen diesmal die Zuschauer nicht einschläfern". Spätestens in der 27. Minute hielt er Wort: Rechtsverteidiger Giacomo Falerna, sonst eher bekannt für rustikale Grätschen statt filigrane Technik, zog nach Vorlage von Hugo de Freitas aus gut 20 Metern einfach ab - und der Ball zappelte im Winkel. "Ich habe die Flugbahn gar nicht gesehen", stöhnte Sochaux-Keeper Philippe Lalonde später, "nur den Jubel."

Bis zur Pause blieb es beim 1:0, obwohl Plabennecois mit 15 Torschüssen immer wieder gefährlich wurde. Daniel Girard, der 21-jährige Mittelstürmer der Hausherren, vergab in der 35. Minute freistehend - und lachte später: "Ich wollte’s spannend machen, sonst wäre das Spiel ja schon vorbei gewesen."

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Olivier Boyer glich für Sochaux in der 52. Minute aus, nach Pass von Innenverteidiger Thierry Barnier (!). Nur zehn Minuten später drehte Linksverteidiger Christian Bosse mit einem wuchtigen Schuss das Spiel - 1:2, die gut 200 mitgereisten Fans aus dem Doubs tobten.

Doch wer glaubte, Plabennecois sei geschockt, sah sich getäuscht. Binnen vier Minuten explodierte das Team. Erst traf Daniel Girard nach Zuckerpass von Paulus Holmqvist (64.), dann erneut Girard, diesmal nach Flanke von Fernando Figo (65.). Zwei Tore, zwei Minuten, einmal Ekstase. "Ich hab vergessen zu atmen", gab Trainer Rittner zu, "und als ich wieder Luft holte, stand’s schon 3:2."

Das Feuerwerk ging weiter. Nur 120 Sekunden später glich Sochaux wieder aus - Emilio Pena drückte den Ball nach feinem Zuspiel von Isaac Gage über die Linie (67.). 3:3! Das Spiel erinnerte an ein Tennisergebnis, nur mit mehr Schweiß.

Doch dann kam die 71. Minute - und mit ihr die Entscheidung: Innenverteidiger Jozsef Huszti stieg nach einer Ecke von Amaury Antonio am höchsten und köpfte zum 4:3 ein. Ein Verteidiger als Matchwinner, das passte zu diesem Abend, an dem alles Kopf stand.

In der 81. Minute wurde es noch einmal hitzig: Sochaux’ Barnier, bis dahin mit einem Assist und einem ordentlichen Spiel, ließ sich zu einem Tritt gegen Girard hinreißen und sah glatt Rot. Trainer André Wolf schnaubte an der Seitenlinie: "Er wollte wohl zeigen, dass er auch offensiv gefährlich ist - für beide Teams."

Die letzten Minuten waren ein einziger Sturmlauf der Gäste. Trotz 52 Prozent Ballbesitz und zwölf Torschüssen gelang Sochaux aber kein weiterer Treffer. Plabennecois verteidigte leidenschaftlich, manchmal grenzwertig, aber erfolgreich. Der Schlusspfiff ging im Jubel unter - Girard sank auf die Knie, Falerna rannte lachend zu Trainer Rittner, und die Fans sangen sich heiser.

"Ein Spiel wie ein Boxkampf in der Nachspielzeit", grinste Rittner später. "Wir waren am Seil, aber wir haben zurückgeschlagen." Kollege Wolf sah das nüchterner: "Vier Gegentore sind schwer zu erklären. Vielleicht brauchen wir weniger Romantik und mehr Defensive."

Statistisch hätte das Spiel keinen Sieger verdient gehabt: 15 zu 12 Torschüsse, 48 zu 52 Prozent Ballbesitz, Tacklingquote fast pari. Aber Fußball ist keine Statistik, sondern ein Theater mit unvorhersehbarem Drehbuch. Und an diesem Abend schrieb Plabennecois das bessere Ende.

Im Kabinentrakt hörte man später noch Gelächter. "Ich wusste gar nicht, dass Verteidiger schießen dürfen", frotzelte Girard in Richtung Falerna. Der grinste breit und hielt nur trocken dagegen: "Ich ja auch nicht - bis heute."

So endete ein 7. Spieltag, der in Erinnerung bleiben wird. Plabennecois jubelt über drei Punkte und sieben Tore in einem Spiel. Sochaux reist mit leeren Händen, aber um einige graue Haare reicher nach Hause. Und die Zuschauer? Die bekamen, was man in der Bretagne selten erlebt: einen Fußballabend, der nach Meer, Schweiß und purem Wahnsinn schmeckte.

19.01.643994 23:07
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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