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Pivara Celarevo dreht das Halbfinale: Späte Wende gegen Old Boys Basel

Es war einer dieser Champions-League-Abende, an denen selbst erfahrene Reporter irgendwann den Stift aus der Hand legen und einfach nur staunen. 79.500 Zuschauer im brodelnden Stadion von Celarevo sahen, wie der serbische Außenseiter Pivara Celarevo nach einem verpatzten Start das Halbfinal-Hinspiel gegen Old Boys Basel noch in einen 2:1-Sieg verwandelte - ein Spiel mit allem, was der Fußball braucht: Nerven, Wut, Gelbe Karten und ein bisschen Wahnsinn.

Die Basler, von Trainer André Marsmann offensiv eingestellt und mit der Devise "Schießen, wann immer möglich", legten los wie die Feuerwehr. Schon nach sieben Minuten sah Sören Christensen Gelb, was seine Spielfreude aber keineswegs dämpfte - im Gegenteil: Die Schweizer kombinierten schnörkellos und gingen in der 36. Minute verdient in Führung. Miguel Albentosa, der bullige Mittelstürmer, drosch den Ball nach einem schnellen Angriff unhaltbar unter die Latte. "Ich wollte einfach draufhalten, das war kein Kunstwerk, nur Wucht", grinste Albentosa später in der Mixed Zone.

Pivara Celarevo wirkte in dieser Phase nervös, fast schüchtern. Trainer Andreas Go raufte sich mehrfach die Haare und brüllte über den Platz: "Männer, das ist kein Freundschaftsspiel!" Seine Mannschaft schien ihn zu hören. Nach der Pause änderte sich das Bild deutlich. Go schob die Formation nach vorne, erhöhte das Pressing, und plötzlich rollten die Angriffe in Serie - 14 Torschüsse insgesamt, die meisten davon im zweiten Durchgang. Vor allem Göran Nilsson, der blasse Schwede im Sturmzentrum, drehte auf. Erst verzog er knapp (50.), dann scheiterte er an Basels Keeper Otto Dietz (61.), aber in der 75. Minute war es soweit: Nach einem klugen Pass von Florian Masse schob Nilsson eiskalt ein. 1:1, und das Stadion war wieder ein Vulkan.

"Ich habe einfach gespürt, dass da noch was geht", sagte Nilsson später, während er sich von einem Fan mit Bier überschütten ließ. Trainer Go hingegen blieb auf der Bank erstaunlich ruhig - vielleicht ahnte er, dass der Abend noch ein Happy End für seine Mannschaft bereithalten würde. Acht Minuten nach dem Ausgleich war es soweit. Jorge Quaresma, der schon in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden sollte (Go hatte es sich anders überlegt), setzte sich nach einem Freistoßgewühl durch und drückte den Ball über die Linie. Assistiert wurde er dabei kurioserweise von Innenverteidiger Goran Kezman, der offenbar beschlossen hatte, seine Abwehrreihe kurzzeitig zu verlassen. 2:1 - und Celarevo stand Kopf.

Basel versuchte in den Schlussminuten noch einmal alles, drückte, schoss, und kassierte prompt die nächste Gelbe Karte: Akif Tekke sah in der 88. Minute Gelb, als er Nilsson rustikal stoppte. Marsmann brüllte von der Seitenlinie: "Das ist kein Eishockey, Akif!" - was Tekke mit einem entschuldigenden Schulterzucken quittierte. Es half nichts, der späte Druck verpuffte. Die Schweizer kamen zwar auf insgesamt neun Torschüsse, aber Celarevos Torhüter Dirk Benz hielt, was zu halten war.

Ein Wermutstropfen blieb: In der 80. Minute verletzte sich Basels Gustav Fortin bei einem harmlos aussehenden Zweikampf - offenbar eine Muskelverletzung. "Ich habe den Schlag sofort gespürt", sagte er später mit einem gequälten Lächeln. Auch Celarevo hatte Pech, als Linksverteidiger Jose Conceicao kurz darauf humpelnd vom Platz musste. Sein Ersatz, der junge Mladen Stepanov, feierte dennoch ein unerwartetes Debüt im Halbfinale und grinste danach: "Ich hatte keine Zeit, nervös zu werden."

Statistisch war die Partie fast ausgeglichen: 51 Prozent Ballbesitz für Basel, 48 für Celarevo. Doch die Effizienz sprach klar für die Gastgeber. "Wir haben Moral gezeigt, Herz, und ein bisschen Glück - aber Glück hat man nur, wenn man dafür arbeitet", bilanzierte Trainer Go mit einem breiten Grinsen. Marsmann hingegen schüttelte nachdenklich den Kopf: "Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Stattdessen machen sie zwei. Fußball, verdammt."

Das Rückspiel in Basel verspricht jetzt Hochspannung - und wahrscheinlich wieder ein paar graue Haare mehr für beide Trainer. Eines ist sicher: Pivara Celarevo hat bewiesen, dass man mit Leidenschaft, taktischem Mut und einem Hauch Chaos selbst in der Champions League Geschichte schreiben kann.

Oder, wie es ein euphorischer Fan auf der Tribüne rief, während die Spieler ihre Runde drehten: "Wenn das Bier in Celarevo so gut ist wie der Fußball heute, dann bleibe ich hier!"

25.09.643993 01:02
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