Außenseiter
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Pirmasens tanzt, Würzburg wankt - ein Winterabend mit klarer Botschaft

Ein kalter Februarabend, Flutlicht, 3.266 Zuschauer, dampfender Atem über den Rängen - und mittendrin ein FK Pirmasens, der mit erstaunlicher Leichtigkeit die Kickers aus Würzburg an die Wand spielte. 2:0 hieß es am Ende, und das war noch schmeichelhaft für die Gäste, die über weite Strecken wie eingefroren wirkten.

Von Beginn an dominierten die Pfälzer, als wollten sie das Thermometer eigenhändig nach oben treiben. Schon in der fünften Minute prüfte Rechtsverteidiger Ulf Eriksen mit einem satten Schuss die Reflexe des Würzburger Keepers Patrick Koch. "Ich dachte, wenn keiner schießt, mach ich’s halt", grinste Eriksen später - da wusste er noch nicht, dass er den Abend mit einer Gelb-Roten Karte beenden würde.

Der FK Pirmasens spielte, als hätte Trainerin Gudrun Schweitzer ihren Jungs eine Mischung aus Espresso und Freiheitsliebe verabreicht. Kurze Pässe, viel Bewegung, und vorne ein quirliger Dani Tabenkin, der ständig zwischen den Linien herumgeisterte. In der 29. Minute wurde er dafür belohnt: Nach feinem Zuspiel von Hugo Alves nahm Tabenkin Maß und versenkte den Ball trocken ins lange Eck. 1:0, und das Stadion wachte endgültig auf. Ein älterer Herr auf der Haupttribüne rief: "So spielt man Fußball, nicht dieses Gestocher aus dem Norden!" - gemeint waren wohl die völlig überforderten Gäste aus Würzburg.

Von den Kickers kam offensiv herzlich wenig. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - das ist weniger Angriff als Alibi. Lukas Reiter, der erfahrene 34-jährige Mittelstürmer, versuchte es zweimal, beide Male landete der Ball sicher in den Handschuhen von Dennis Frei. Nach dem Spiel meinte Reiter trocken: "Ich hab mehr Ballkontakte beim Aufwärmen gehabt."

Kurz vor der Pause der erste Schreckmoment für Pirmasens: Innenverteidiger Tiago Gomes blieb nach einem Zweikampf liegen und musste verletzt raus. Schweitzer reagierte sofort, brachte Marcel Baer. "Wir hatten Plan B, C und D in der Tasche", meinte sie später mit einem Lächeln, "aber ehrlich gesagt, musste ich Plan E improvisieren."

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild kaum. Pirmasens blieb Herr im Haus, Würzburg blieb höflich und fragte nicht nach. Archie MacAlister dirigierte im Mittelfeld wie ein Schachgroßmeister, und Marcel Fuhl wirbelte über die rechte Seite, als wolle er beweisen, dass Flügelspiel noch eine Kunst ist.

In der 85. Minute fiel dann die Entscheidung. Wieder war MacAlister beteiligt, diesmal als Vorlagengeber. Sein Pass in den Lauf von Fuhl war so präzise, dass man ihn hätte mit dem Lineal messen können. Fuhl zog ab - 2:0. Der Jubel war laut, das Lächeln von Gudrun Schweitzer noch lauter. "So haben wir das im Training dreimal geübt - und zweimal hat’s geklappt", witzelte sie später.

Kurz darauf verdarb Ulf Eriksen sich und seiner Trainerin den Abend ein bisschen: Nach einem taktischen Foul in der 80. Minute Gelb, nach einer übermotivierten Grätsche in der Nachspielzeit Gelb-Rot. "Ich wollte nur den Ball treffen", verteidigte er sich, "aber der Ball war wohl schneller."

Taktisch blieb Pirmasens das ganze Spiel über offensiv ausgerichtet, auch wenn sie zum Schluss in den Verteidigungsmodus schalteten. 57 Prozent Ballbesitz, 15 Schüsse aufs Tor - das liest sich so, wie es sich ansah: überlegen, diszipliniert, mit Spielfreude. Würzburg dagegen wirkte wie ein Team, das die Anreise noch in den Beinen hatte. Kein Pressing, kein Feuer, kein Rezept.

"Wir müssen uns fragen, warum wir so passiv waren", murmelte Kickers-Coach - der Name stand nicht im Spielbericht, aber sagen wir, er sah aus wie einer, der den Abend lieber im Bus verschweigen wollte.

Am Ende stand ein hochverdienter Heimsieg, ein verletzter Innenverteidiger, ein überragender MacAlister und ein Publikum, das zufrieden nach Hause ging. "Die haben heute Fußball gespielt, nicht nur gewonnen", sagte ein Pirmasenser Fan beim Verlassen des Stadions.

Und so bleibt von diesem 2:0 nicht nur das Ergebnis, sondern das Gefühl, dass in Pirmasens etwas wächst. Vielleicht kein Meisterschaftskandidat - aber ein Team, das weiß, was es will. Und das ist in der Oberliga C schon die halbe Miete.

Oder, wie Trainerin Schweitzer es zum Schluss auf den Punkt brachte: "Manchmal ist Fußball einfach - wenn man ihn einfach spielen lässt."

22.09.643990 15:58
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Die Holländer sind vorne vom Feinsten bestückt.
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