Außenseiter
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Pirmasens tanzt Sundern aus - Drei Tore, keine Fragen

Der Märzabend im Sportpark Pirmasens war nasskalt, aber 3389 Zuschauer ließen sich das Schauspiel auf dem Rasen nicht entgehen. Und sie bekamen, sagen wir es so, genau das, was man sich von einem Heimspiel am 25. Spieltag der Oberliga C erhofft: drei Tore, ein klarer Sieg und einen Gegner, der so harmlos wirkte, als hätte er sein Selbstvertrauen im Mannschaftsbus vergessen. 3:0 hieß es am Ende für den FK Pirmasens gegen TuS Sundern - und das war sogar noch schmeichelhaft für die Gäste.

Bereits nach zwei Minuten zischte der Ball erstmals gefährlich Richtung Sundern-Tor, Dani Tabenkin versuchte sich gleich dreimal nacheinander (2., 3., 13. Minute). "Ich wollte einfach mal warm werden", grinste der Stürmer später. Warm wurde Sunderns Keeper Hanns Unger jedenfalls reichlich - und das lag nicht am Wetter.

In der 14. Minute war es dann soweit: Noah Specht, gerade mal 20 Jahre alt, setzte sich nach Vorlage von Alex Coviello auf dem rechten Flügel durch und traf trocken ins lange Eck. 1:0, und die Tribüne vibrierte. Specht riss die Arme hoch, Coviello klopfte ihm auf die Schulter, während Trainerin Gudrun Schweitzer an der Seitenlinie nur gelassen nickte. "Wir wollten zeigen, dass wir von Beginn an da sind. Noah hat das perfekt umgesetzt", sagte sie später mit kaum verhohlener Zufriedenheit.

Die TuS Sundern, ohnehin defensiv eingestellt, fand kaum statt. Der einzige Torschuss des Abends von Thomas Berger in Minute 20 - ein verzweifelter Versuch aus 25 Metern - wurde zur leichten Beute für FK-Keeper Dennis Frei. Danach rollte Angriff um Angriff auf das Sundern-Tor.

Neun Minuten nach dem ersten Tor folgte das nächste: Dani Tabenkin verwandelte nach schöner Vorarbeit von Nikolai Dotschew zum 2:0 (23.). Der Jubel war laut, die Erleichterung spürbar. "Dotschew hat mir den Ball so serviert, da konnte ich gar nicht anders, als ihn reinzuschieben", lachte Tabenkin. Trainer Mark Mayer von TuS Sundern sah das naturgemäß etwas anders: "Wir standen zu weit weg, zu ängstlich, zu nett. Das war wie ein Trainingsspiel für Pirmasens."

Kurz darauf kam es zu einer kuriosen Szene: Nach dem 2:0 wechselte Pirmasens in der 24. Minute den jungen Archie MacAlister für den gelbverwarnten Tiago Gomes ein - ein Zeichen für noch mehr Offensivdrang. "Gudrun sagte mir: ’Mach’s zu, Archie’ - und ich dachte, sie meint hinten. Dann hab ich lieber vorn dichtgemacht", witzelte MacAlister später.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte - mit Pirmasens im Vorwärtsgang. Und wer sich fragte, ob Sundern vielleicht noch ein Lebenszeichen von sich geben würde, bekam in der 52. Minute die Antwort: Nein. Denn genau da erzielte MacAlister das 3:0, nach feinem Zuspiel von Hugo Alves. Ein Schuss, so präzise, dass selbst der Stadionsprecher kurz brauchte, um sicher zu sein, dass der Ball wirklich drin war.

"Wir wollten das Spiel früh entscheiden", erklärte Trainerin Schweitzer, "und ehrlich gesagt: Das haben wir getan." Tatsächlich war die Partie damit gelaufen. Pirmasens ließ Ball und Gegner laufen - 50,9 Prozent Ballbesitz bei 23 Torschüssen sprechen eine deutliche Sprache. Sundern kam auf ganze einen Schuss aufs Tor und eine Gelbe Karte für Harald Steiner (69.), die wohl das kämpferischste Zeichen des Abends war.

Ein wenig Hektik kam nur durch die Verletzung von Ulf Eriksen (64.) auf, der humpelnd das Feld verließ. Für ihn kam Marcel Baer, der sich sofort in die Zweikämpfe warf, als sei es ein Pokalfinale. Drei Pirmasenser sahen Gelb - Gomes (16.), Eriksen (58.) und Babinow (81.) - was Schweitzer nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern kommentierte: "Naja, ein bisschen Farbe im Spiel schadet ja nicht."

Sundern-Coach Mayer hingegen wirkte ratlos: "Wir haben im Grunde 90 Minuten verteidigt, aber nie wirklich verteidigt." Auf die Frage, was er seinen Spielern in der Kabine gesagt habe, antwortete er trocken: "Dass sie wenigstens das Flutlicht genießen sollen."

Als der Schlusspfiff kam, brandete Applaus auf - nicht ausgelassen, sondern zufrieden, fast erleichtert. FK Pirmasens hatte geliefert, Sundern überlebt, und die Zuschauer gingen nach Hause mit dem Gefühl, Zeugen eines gepflegten Fußballabends gewesen zu sein.

Und während die Fans noch an der Wurstbude diskutierten, sagte ein älterer Herr mit Schal im Vereinsblau: "Wenn die so weiterspielen, wird das noch was mit dem Aufstieg." Seine Begleiterin nickte trocken: "Wenn sie nur nicht vergessen, auch auswärts Tore zu schießen."

Vielleicht das treffendste Fazit eines Spiels, das keine Fragen offenließ, außer einer: Wie viele Chancen braucht man eigentlich für drei Tore? Pirmasens weiß es jetzt - und Sundern wohl auch.

25.06.643993 14:38
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