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Pirmasens tanzt Fortuna Leipzig schwindelig - 4:1-Auswärtssieg im Dauerfeuer

Ein lauer Märznabend in Leipzig, Flutlicht, 3334 Zuschauer, die sich auf ein enges Regionalligaspiel freuten - und dann kam FK Pirmasens. Der Gast aus der Pfalz verwandelte das Stadion von Fortuna Leipzig kurzerhand in eine Schießbude. Am Ende hieß es 1:4 (1:1), und das Ergebnis war sogar noch schmeichelhaft für die Leipziger, die nach einem frühen Hoffnungsschimmer förmlich überrollt wurden.

Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Bereits in der 7. Minute wurde Fortuna-Stürmer Pattrick Haag von seinem kongenialen Partner Matias Costa auf links mustergültig bedient. Haag nahm den Ball mit der Brust an, zog ab und ließ Pirmasens-Keeper Dennis Frei keine Chance. 1:0 - der Jubel war groß, der Bierumsatz stieg prompt. "Da dachte ich: Heute wird’s was", grinste Trainer Stephan Ronschkowiak später bitter.

Doch Fortuna hatte die Rechnung ohne Alexander Satchmore gemacht. Der bullige Rechtsaußen des FK Pirmasens erzielte nur 13 Minuten später den Ausgleich, nach Vorarbeit von Dani Tabenkin. Es war der Auftakt zu einem wahren Dauerbeschuss auf das Leipziger Tor. 21 Torschüsse verzeichneten die Gäste am Ende, während Fortuna mit nur zwei Abschlüssen kaum über die Mittellinie hinauskam.

"Wir hätten wahrscheinlich noch ein drittes Tor gebraucht, um Leipzig endgültig zu wecken", witzelte Pirmasens-Coach Gudrun Schweitzer mit einem Augenzwinkern. Ihre Mannschaft spielte Fußball wie aus einem Guss - und das, obwohl es zur Pause noch 1:1 stand.

Nach dem Seitenwechsel brach dann der Damm. In der 49. Minute zirkelte der junge Mittelfeldmann Kornej Babinow den Ball nach Pass von Ulf Eriksen millimetergenau ins rechte Eck - 1:2. Torwart Thomas Heinemann war zwar noch dran, aber eben nur fast. Fortuna wankte, und Pirmasens roch Blut.

Zwölf Minuten später schlug Nikolai Dotschew zu, nach feinem Zuspiel von Archie MacAlister. 1:3, und jetzt war der Stecker gezogen. Leipzig wirkte konsterniert, der Ball lief nur noch in blauen Reihen. Als schließlich David Bernier in der 68. Minute - erneut nach Vorarbeit von Eriksen - das 1:4 markierte, verließen die ersten Heimfans schon die Tribüne. "Das war dann endgültig der Todesstoß", seufzte Fortuna-Mittelfeldroutinier Jesus Haag.

Statistisch war das Spiel eine Demonstration: 50,4 Prozent Ballbesitz für Pirmasens, aber was Zahlen nicht ausdrücken können, war die Dominanz. Während Leipzigs Verteidiger Daniel Rohde und William Lockhart permanent hinterherliefen, verlegte sich Pirmasens auf gepflegtes Kurzpassspiel und kluge Seitenverlagerungen. 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, ständiges Nachsetzen, und ein Pressing, das spätestens ab der 60. Minute Fortuna völlig den Atem nahm.

Zwischendurch gab’s auch ein bisschen Farbe: Dani Tabenkin sah in der 41. Minute Gelb nach einem energischen Einsteigen, später folgte Matias Costa auf Leipziger Seite (60.) - wohl mehr aus Frust als aus taktischer Notwendigkeit. Als Ulf Eriksen in der 87. Minute ebenfalls Gelb sah, grinste er nur und rief Richtung Tribüne: "Das war’s wert!" - das Publikum quittierte es mit einem halbherzigen Applaus.

Im Leipziger Angriff blieb es bei vereinzelten Nadelstichen. In der 88. Minute versuchte Walther Blank noch einmal sein Glück - der einzige Schuss in Halbzeit zwei, der überhaupt den Weg aufs Tor fand. "Wenn du nur zweimal schießt, kannst du nicht vier Tore kassieren - es sei denn, du bist wir", murmelte Torwart Heinemann nach dem Spiel selbstironisch.

FK Pirmasens hingegen wechselte clever: Coach Schweitzer brachte frische Beine - Müjdat Öztürk kam für Tabenkin, später Noah Specht für den ausgepowerten Satchmore. Der Druck blieb konstant hoch, und Leipzig fand kein Mittel.

"Wir wollten eigentlich kompakt stehen", erklärte Ronschkowiak in der Pressekonferenz, "aber irgendwie standen wir dann kompakt neben dem Gegner." Ein Satz, der wohl in die Vereinschronik eingehen wird.

Am Ende blieb den Leipzigern nur der Trost, dass man wenigstens das erste Tor des Abends erzielt hatte. Pirmasens hingegen setzte ein Ausrufezeichen im Kampf um die Spitzenplätze der Regionalliga B. Vier Tore, vier verschiedene Schützen - das nennt man wohl kollektive Spielfreude.

Und während die Pirmasenser Spieler nach dem Abpfiff noch lachend Selfies mit den mitgereisten Fans machten, stapfte Fortuna Leipzig bedröppelt vom Platz. "Vielleicht hätten wir einfach auch mal schießen sollen", meinte Haag trocken.

Ein Vorschlag, den man sich für das nächste Spiel wohl hinter die Ohren schreiben sollte - am besten fett und in Großbuchstaben.

27.12.643993 19:13
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Man darf das Spiel doch nicht so schlecht reden wie es wirklich war.
Olaf Thon
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