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Pirates entern Stoke - Bristol siegt 3:0 im eigenen Stadion

Ein lauer Januarabend, 20.30 Uhr, Flutlicht über Bristol - und 51.096 Zuschauer, die beim 15. Spieltag der 1. Liga England Zeugen eines Spiels wurden, das eher an eine einseitige Belagerung als an ein Fußballduell erinnerte. Die Bristol Pirates besiegten Stoke City mit 3:0 (1:0) und hätten wohl noch länger getroffen, wäre das Tor nicht irgendwann voll gewesen.

Schon nach drei Minuten zappelte der Ball im Netz. Hans Danielsen, der bullige Linksaußen, zog nach einer Ecke von Innenverteidiger Maik Hase direkt ab - 1:0. "Ich dachte erst, Maik will den Ball klären", grinste Danielsen später, "aber er hat ihn mir so schön vorgelegt, da musste ich einfach Danke sagen." Stoke wirkte in dem Moment wie ein Schülerteam, das zu spät vom Pausenbrot zurückkam.

Trainer Phi Ung der Pirates hatte seine Elf auf Angriff getrimmt - "Offensive, aber mit Stil", wie er nach dem Spiel feixte. Und so sah es auch aus: 62 Prozent Ballbesitz, 20 Schüsse aufs Tor, während Stoke City lediglich einen einzigen ernstzunehmenden Versuch verbuchte - in der 53. Minute, als Jose Duran den Ball in die Arme des eingewechselten Keepers Marco Maniche schoss. "Ich wollte nur testen, ob er wach ist", meinte Duran später mit bitterem Humor.

Der Rest des Spiels ließ sich schnell zusammenfassen: Bristol spielte, Stoke lief hinterher. Besonders Hugo Assis auf dem rechten Flügel hatte sichtlich Spaß daran, die Gästeabwehr schwindlig zu spielen. Nach mehreren verpassten Chancen machte er es in der 56. Minute endlich selbst: Nach feinem Zuspiel von Roman Salenko nagelte er den Ball rechts oben rein - 2:0. "Wir haben das trainiert - den Schuss ins Glück", sagte Assis in der Mixed Zone und grinste spitzbübisch. Sein Trainer Phi Ung hob die Augenbraue: "Wenn ich das trainiert habe, dann heimlich."

Während die Pirates weiter stürmten, zerfiel Stoke City zusehends in Einzelteile. Zwei Gelbe Karten in der ersten halben Stunde - Linus Scherfke (7.) und Alfie Yeates (26.) - deuteten an, dass die Defensive eher mit dem Überleben beschäftigt war. "Wir wollten eigentlich offensiv spielen", erklärte Gästecoach Horst Fiedler nach dem Spiel, "aber dann kam der Ball dazwischen."

In der 63. Minute dann auch noch Pech für die Gäste: Der junge Mittelfeldmann Samuel Grantham verletzte sich ohne Gegnereinwirkung und musste ausgewechselt werden. Fiedler fasste sich an den Kopf, rief seinem Physio etwas zu, das nach "Heilige Statistik!" klang, und blickte resigniert zur Anzeigetafel.

Bristol gönnte sich derweil den Luxus, zur Halbzeit gleich zwei Spieler zu wechseln - Torhüter Arpad Toth durfte Feierabend machen, und Marco Maniche bekam seine Bewährungsprobe. Auch Hans Danielsen wurde durch Everhart Derrick ersetzt, der später noch zweimal gut abschloss, aber knapp verzog. "Ich wollte es schöner machen als Hans", gab Derrick zu, "aber der Ball hatte andere Pläne."

In der Nachspielzeit wurde es dann endgültig zur Feier: Hugo Assis, wieder er, traf nach Vorarbeit von Owen Hannigan zum 3:0-Endstand. Der Jubel: ausgelassen. Die Fans sangen, die Ersatzbank tanzte, und Assis ließ sich feiern wie ein Piratenkapitän nach erfolgreicher Schatzsuche.

Stoke City dagegen schlich vom Feld, als hätten sie gerade eine Steuerprüfung hinter sich. "Wir waren nicht mutig genug", gestand Fiedler ehrlich. "Vielleicht hätten wir das Pressing mal einschalten sollen." Die Statistik gab ihm recht: 37 Prozent Ballbesitz, ein einziger Schuss aufs Tor - das war eher der Versuch eines Rückzugsgefechts.

Phi Ung lobte nach dem Spiel seine Mannschaft: "Das war kein Zufall. Wir haben gearbeitet, gelitten und uns belohnt. Und Hugo? Der darf heute den Mannschaftsbus waschen."

So endete ein Abend, an dem die Pirates ihrem Namen gerecht wurden: Sie kaperten Stoke Citys Spielideen, plünderten deren Strafraum und setzten die Segel Richtung Tabellenspitze. Wenn sie so weitermachen, wird das Stadion bald eher "Pirates’ Lagoon" heißen.

Und Stoke? Nun ja - die werden sich wünschen, dieses Spiel sei nie passiert. Vielleicht hilft ihnen ein kleiner Trost: In Bristol verlieren derzeit viele Schiffe. Nur eben nicht die Pirates.

11.07.643987 04:20
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Herzlichen Glückwunsch an Marco Kurz. Seine Frau ist zum zweiten Mal Vater geworden.
Thomas Häßler
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