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Pirates entern die Reds - Bristol ringt Liverpool 1:0 nieder

Wenn 57.127 Zuschauer an einem kalten Januarabend ins Stadion strömen, erwarten sie meist eines: Spektakel. Und an diesem 18. Spieltag der 1. Liga England bekamen sie genau das - wenngleich in minimalistischer Form. Die Bristol Pirates besiegten die favorisierten Liverpool Reds mit 1:0, ein Ergebnis, das nüchtern klingt, aber eine Geschichte aus Kampf, Mut und einem gewissen Seemannsglück erzählt.

Schon beim Anpfiff um 20:30 Uhr war klar, dass Trainer Phi Ung seine Mannschaft auf Angriff gebürstet hatte. "Wir wollten nicht warten, bis der Sturm kommt - wir wollten ihn selbst machen", sagte Ung später mit einem Grinsen, das fast so breit war wie die Flügelzange seiner Stürmer. Und tatsächlich: Bristol begann stürmisch. Bereits in der 5. Minute prüfte Markus Tolsa den Reds-Keeper Carl Rodrigo mit einem satten Linksschuss - die Kugel rauschte knapp vorbei. Kurz darauf zog Linksverteidiger Nico Fiedler ab, der offenbar vergessen hatte, dass er kein Stürmer ist.

Liverpool dagegen? Überraschte mit erstaunlicher Zurückhaltung. Die Reds wirkten, als hätten sie ihren Pressingplan im Bus liegen lassen. Trainer Kurt Kaiser gestikulierte wild an der Seitenlinie, rief "raus, raus!", doch seine Spieler blieben lieber drinnen - im eigenen Drittel. Einziger Lichtblick: der junge Luke Greenwald, der in der 15. Minute einen gefährlichen Schuss aufs Tor brachte.

Dann die 40. Minute, als das Stadion bebte. Levi Shitrit steckte den Ball clever durch, Roman Salenko nahm Maß und drosch das Leder trocken ins rechte Eck. 1:0 für Bristol! "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du nicht schießt, triffst du nie", erklärte Salenko später in der Mixed Zone, als wollte er ein neues Fußballgesetz erfinden.

Das Tor wirkte wie ein Schlag in die Magengrube der Reds. Sie mussten reagieren, taten es aber erst zur Halbzeit - gleich zwei Wechsel: Simpson kam für den blassen Hjelm, Mutu ersetzte Masse im Mittelfeld. Doch auch nach der Pause blieb das Liverpool-Spiel so zäh wie kalter Porridge.

Bristol dagegen spielte weiter mutig nach vorn. Landry, Tolsa und Claude feuerten eine Salve nach der anderen ab. 19 Torschüsse standen am Ende zu Buche - ein Wert, der die Überlegenheit der Gastgeber deutlich machte. Nur das zweite Tor wollte nicht fallen. "Wir hätten locker drei machen können", meinte Coach Ung nach dem Spiel - und man glaubte es ihm sofort.

In der 60. Minute bekam der junge Juri Gordijuk Gelb, nachdem er den Ball und seinen Gegenspieler in einem Rutsch abräumte. "Er hat zu viel Energie, das ist alles", kommentierte Ung trocken. Kurz darauf ersetzte er den forschen Linksverteidiger durch den routinierteren Fiedler - eine Maßnahme, die sich auszahlte. Bristol stand danach stabiler, während Liverpool weiter vergeblich nach Ideen suchte.

In der Schlussphase warfen die Reds schließlich alles nach vorn. Robert Warriner prüfte den eingewechselten Keeper Marco Maniche in der 91. Minute, doch der junge Torwart parierte mit den Fingerspitzen - eine Szene, die das Stadion zum Kochen brachte. Maniche wurde anschließend von seinen Mitspielern gefeiert, als hätte er gerade den Pokal gewonnen. "Ich wollte einfach nicht, dass der Ball reingeht", sagte er bescheiden. Manchmal ist Fußball eben ganz einfach.

Trainer Kaiser wirkte nach dem Abpfiff sichtlich bedient: "Wir haben den Zugriff nie gefunden. Vielleicht lag’s am Rasen, vielleicht an der Luft hier in Bristol", murmelte er, bevor er Richtung Kabine verschwand.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 52,7 Prozent Ballbesitz für Bristol, 19:4 Torschüsse, 56,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Liverpool war in fast allen Belangen unterlegen. Dass es am Ende nur 1:0 stand, lag wohl an Bristols fehlender Kaltschnäuzigkeit - oder, je nach Sichtweise, an Liverpools Torhüter Rodrigo, der trotz allem ein starkes Spiel machte.

Für die Pirates bedeutet der Sieg einen wichtigen Schritt nach oben. "Wir haben gezeigt, dass wir auch große Schiffe kentern können", sagte Torschütze Salenko mit einem Augenzwinkern. Und in Bristol dürften sie ihm zustimmen - schließlich hat man nicht jeden Tag die Reds in der eigenen Bucht versenkt.

Vielleicht war es kein glanzvoller, aber ein ehrlicher Sieg. Einer, der nach Gras, Schweiß und ein bisschen Salzluft schmeckte. Und wenn man genau hinhörte, konnte man nach dem Abpfiff sogar ein paar Fans singen hören: "We are the Pirates - and we sail on!"

Am Ende blieb nur eine Zahl auf der Anzeigetafel, doch sie reichte völlig aus: Bristol Pirates 1, Liverpool Reds 0. Ein knapper, aber hochverdienter Sieg - und ein Abend, an dem das Herz des Fußballs eindeutig in Bristol schlug.

15.08.643987 11:23
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