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Piraten stechen zu: Bristol besiegt Sheffield 1:0 - und das mit Stil

Ein nasskalter Mittwochabend in Bristol, 52.283 Zuschauer mit dicken Schals, dampfendem Tee und der Hoffnung, dass ihre "Pirates" endlich mal wieder drei Punkte einfahren. Und siehe da: Sie bekamen nicht nur den Sieg, sondern auch ein Spiel, das sich anfühlte wie eine Mischung aus Geduldsspiel, Gedränge und einem Hauch britischem Drama. Am Ende hieß es 1:0 für die Bristol Pirates gegen den FC Sheffield - ein Ergebnis, das härter erarbeitet war, als es klingt.

Die Partie begann mit einem Schreckmoment, der Trainer Phi Ung sofort ein paar graue Haare mehr beschert haben dürfte. Bereits in der 24. Minute musste Abwehrhüne Dimitar Donkow verletzt vom Platz. "Ich hab’ nur kurz geblinzelt, und schon lag er da - das war nicht Teil des Matchplans", knurrte Ung nach dem Spiel mit gewohnt trockener Miene. Ersatzmann Roman Trojan machte seine Sache ordentlich, aber der frühe Wechsel brachte Unruhe in die Defensive.

Offensiv hingegen zündeten die Pirates früh die erste Rakete: Schon nach zehn Minuten prüfte Markus Tolsa den Torwart der Gäste, Vaclav Hromadko, mit einem strammen Schuss. Der junge Keeper aus Sheffield hielt, was zu halten war - und das war im Laufe des Abends eine ganze Menge. Reece Claude, der rechte Flügelstürmer der Pirates, versuchte es gleich mehrfach (25., 31., 47., 63., 78.), als wolle er die Anzeigetafel allein bedienen.

Und tatsächlich: In der 47. Minute war es endlich soweit. Claude, dieser quirlig-unkontrollierbare Dauerläufer, verwandelte eine butterweiche Hereingabe von Tolsa zum 1:0. "Ich hab einfach gehofft, dass Reece diesmal nicht wieder aufs Stadiondach zielt", witzelte Tolsa später. Claude grinste breit: "Ich hab’’s gehört, und genau deshalb hab ich getroffen."

Sheffield, bis dahin eher zurückhaltend, versuchte es danach mit etwas mehr Mut. Jonas Van Remoortere hatte in der 32. Minute ihre beste Chance, aber Pirates-Keeper Servet Kaloglu machte sich lang wie ein Spinnennetz und fischte den Ball aus der Ecke. Danach kam - nun ja - nicht mehr viel. Zwei Torschüsse insgesamt sprechen eine deutliche Sprache: Offensiv war das von den Gästen eher die englische Variante von "bitte nicht stören".

Trainer Erich Speithvenne, sonst bekannt für trockene Analysen, verzog nach dem Spiel keine Miene: "Wir hatten einen Plan, aber leider auch Gegner." Mehr wollte er dazu offenbar nicht sagen.

Bristol hingegen spielte weiter munter nach vorn, als hätte der Pausen-Tee einen Schuss Espresso enthalten. Die Statistik am Ende: 15:2 Torschüsse, 49 Prozent Ballbesitz, aber gefühlt 90 Prozent des Spiels in der gegnerischen Hälfte. Nur das zweite Tor wollte einfach nicht fallen. Javier Costinha, der Mittelstürmer mit dem Charme eines Torjägers alter Schule, kam gleich viermal gefährlich zum Abschluss (67., 72., 75., 79.), doch entweder war Hromadko im Weg - oder das Tornetz einfach nicht groß genug.

Zwischendurch gab’s noch den obligatorischen gelben Karton: Jamie MacPherson, 22 Jahre jung und offenbar fest davon überzeugt, dass auch Körperkontakt eine Form der Kunst ist, sah in der 51. Minute Gelb. "Ich hab den Ball getroffen - und vielleicht ein bisschen den Mann. Aber hauptsächlich den Ball", verteidigte er sich mit einem Grinsen.

In der 70. Minute wechselte Ung noch einmal: Jerome Pilat kam für Ragip Gürsoy. Der Neuzugang brachte frischen Schwung, und plötzlich wirbelte das Mittelfeld wie ein aufgescheuchter Möwenschwarm. Doch trotz weiterer Chancen blieb es beim knappen 1:0.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelte das Stadion, als hätten die Pirates die Liga gewonnen. Und ein bisschen fühlte es sich auch so an. Nach zuletzt durchwachsenen Wochen war dieser Sieg ein Befreiungsschlag - und ein Beweis dafür, dass Einsatz, Wille und eine Portion Humor manchmal mehr zählen als taktische Perfektion.

Trainer Phi Ung fasste es passend zusammen: "Wir wollten heute zeigen, dass wir nicht nur schön, sondern auch effektiv können. Das hat geklappt - auch wenn’s an manchen Stellen mehr nach Wrestling aussah."

Und Reece Claude? Der Held des Abends verschwand mit einem breiten Grinsen in den Katakomben, nur um kurz zurückzurufen: "Ich hab’s Markus versprochen - das nächste Mal leg ich ihm einen auf."

Fazit: Bristol siegt verdient, Sheffield bleibt blass, und die Fans konnten endlich wieder feiern. Ein Abend, an dem die Piraten nicht nur den Ball, sondern auch das Publikum gekapert haben - mit einem Tor, das so britisch war wie Fish and Chips im Regen.

18.06.643987 17:00
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