Football Today
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Piraten stechen in Margate zu - Reds erwachen zu spät

Es war ein kalter Abend an der Küste, doch das Feuer im Stadion der Margate Reds brannte lichterloh - zumindest auf den Rängen. 59.000 Zuschauer hatten sich eingefunden, um ihre Mannschaft am 21. Spieltag der 1. Liga England anzufeuern. Am Ende aber jubelten die anderen: Die Bristol Pirates enterten das Heimschiff und nahmen mit einem 2:1‑Auswärtssieg die drei Punkte mit nach Hause.

Schon früh ahnte man, dass das keine gemütliche Hafenrundfahrt werden würde. Nach gerade einmal drei Minuten sah Margates Flügelstürmer Kai Marley Gelb, weil er meinte, dass Grätschen bei Flut erlaubt sei. "Ich rutsche halt gern", verteidigte sich Marley später mit einem Grinsen, "der Rasen war zu schön, um ihn nicht auszuprobieren." Trainer Ata Lameck verzog keine Miene - da wusste er wohl schon, dass dieser Abend Nerven kosten würde.

Bristol begann, wie es sich für Piraten gehört: offensiv, furchtlos, mit der Kanone geladen. In der 21. Minute fasste sich Kornej Nikitin ein Herz - oder vielleicht einfach nur Mut - und zog aus gut 22 Metern ab. Der Ball zischte wie eine Kanonenkugel in den Winkel. Vorlagengeber Jerome Pilat rief ihm hinterher: "Ich hab doch gesagt, schieß einfach!" - und lachte, als Nikitin in der Jubeltraube verschwand.

Die Reds waren geschockt, wirkten kurz wie ein Schiff ohne Kompass. Zwar hatten sie etwas mehr Ballbesitz (52,6 Prozent, laut Statistikfan im Publikum, der mitrechnete), doch die Pirates hatten die klareren Ideen. In der 42. Minute war es wieder Nikitin, der diesmal als Passgeber glänzte: Sein Steilpass auf Hugo Assis war so präzise, dass man meinen konnte, er hätte das Tor schon mit eingezeichnet. Assis vollendete eiskalt zum 0:2 - und Bristol-Coach Phi Ung ballte die Fäuste. "Wir wollten zeigen, dass wir auch auswärts zustechen können", erklärte er später, "und das haben wir wörtlich genommen."

Zur Pause roch es nach einem sicheren Sieg der Gäste. In der Kabine der Reds hingegen muss es laut geworden sein. "Ata hat uns so angebrüllt, dass die Fenster beschlagen sind", verriet Verteidiger Luke Featherstone. Lameck selbst wollte das nicht bestätigen, sagte aber trocken: "Ich habe nur laut gesprochen, weil einige wohl ihre Ohren in der ersten Halbzeit verloren hatten."

Nach dem Seitenwechsel zeigte Margate tatsächlich mehr Biss. Lameck brachte Connor Gayheart und Noah Eliot, um das Mittelfeld zu stabilisieren und vorne für Wirbel zu sorgen. Es dauerte jedoch bis zur 73. Minute, ehe sich der Aufwand auszahlte: Didier Marceau legte von links mustergültig quer, und Gayheart stocherte den Ball über die Linie. Das Stadion explodierte. "Ich hab gar nicht gesehen, dass er drin war", sagte Gayheart später, "ich bin einfach losgelaufen, weil alle geschrien haben."

Die Reds drückten nun, spielten offensiver, warfen alles nach vorne. Elf der zwölf Torschüsse der Gastgeber landeten in dieser Phase auf dem Notizblock der Statistik. Doch Bristol verteidigte mit Zähnen, Klauen und Alessandro Sosti - bis der in der 92. Minute die Nerven verlor und nach einem rustikalen Einsteigen glatt Rot sah. "Ich bin zu spät gekommen, aber nur um eine Sekunde", murrte Sosti, während er vom Platz trottete. Seine Mitspieler hielten die letzten Minuten trotzdem irgendwie durch.

In der Nachspielzeit noch einmal Aufregung: Featherstone sah Gelb, als er den Ball nach einem Pfiff wütend wegdrosch - Symbolbild eines Abends, an dem Margate zwar kämpfte, aber zu spät verstand, dass Punkte nicht nach Einsatz, sondern nach Toren vergeben werden.

Trainer Phi Ung lobte sein Team: "Wir waren heute nicht perfekt, aber clever. Manchmal reicht das." Ata Lameck hingegen stapfte mit verschränkten Armen vom Platz und knurrte nur: "Manchmal reicht’s eben nicht."

Taktisch war’s ein Duell auf Augenhöhe: Beide Teams spielten offensiv, beide suchten den schnellen Abschluss. Bristol mit dem Mut der Freibeuter ("ANYTIME"-Schussverhalten, wie die Analysten später sagten), Margate eher mit dem Versuch, sicher aufzubauen - was, wie man weiß, nicht immer der schnellste Weg zum Glück ist.

Am Ende blieb das Gefühl, dass Margate zu spät den Anker gelichtet hat. Bristol segelte davon, drei Punkte im Gepäck, und ließ ein Stadion zurück, das noch minutenlang summte. Ein Fan der Reds meinte beim Hinausgehen: "Wenn wir so anfangen würden, wie wir aufhören, wären wir Meister." - Vielleicht. Aber an diesem Abend waren die Pirates die einzigen, die wussten, wie man ein Spiel kapert.

Und irgendwo in der Ferne, beim Klang der Stadionglocke, lachte Kornej Nikitin - der Mann, der Margate an diesem Abend den Wind aus den Segeln nahm.

28.01.643991 00:00
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