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Piraten kentern in 26 Minuten - Southampton segelt locker zum 3:1-Sieg

Ein lauer Februarabend, 57.690 Zuschauer, und die Bristol Pirates hatten sich so viel vorgenommen. "Heute zeigen wir, dass man auch mit jungen Wilden großen Fußball spielen kann", versprach Trainer Phi Ung vor dem Spiel. Am Ende aber spielten vor allem die Gäste aus Southampton Fußball - und zwar in einer Qualität, die Bristol phasenweise schwindelig werden ließ. 1:3 hieß es schließlich, und wer nur die zweite Halbzeit gesehen hat, könnte glauben, das sei knapp gewesen. Wer die erste sah, weiß: Das war es nicht.

Denn in den Minuten 18 bis 26 zerlegte Southampton die Heimmannschaft in ihre Einzelteile. Zunächst traf Rechtsverteidiger Leo Broderick, der vermutlich selbst überrascht war, wie frei er da stand. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er später, "aber dann hat der Ball plötzlich beschlossen, ins Tor zu gehen." Keine zwei Minuten später folgte Jan Ovesen, der nach Vorarbeit von Nicolaas Derrick eiskalt vollstreckte. Und weil drei bekanntlich eine schöne Zahl ist, legte Manuel Tiago nach - 26. Minute, Vorlage Billy Benett, 0:3.

Das war kein Fußballspiel, das war eine Lehrstunde. Bristol hatte zwar sogar ein bisschen mehr Ballbesitz (51 Prozent), aber was nützt das, wenn man mit dem Ball nur bis zur Mittellinie kommt? Die Pirates wirkten wie ein Schiff ohne Kompass. Southampton hingegen kombinierte mit kühler Präzision und ließ den Ball laufen, als wäre er an einem unsichtbaren Gummiband festgebunden. Zehn Torschüsse standen am Ende für die Gäste zu Buche, sechs für Bristol - eine hübsche Statistik, die aber den Spielverlauf nur unzureichend beschreibt.

Trainer Michael Böning von Southampton wirkte nach dem Spiel fast entschuldigend: "Wir waren effektiv, ja. Aber ehrlich gesagt, nach dem dritten Tor haben wir’s ein bisschen zu locker genommen." Tatsächlich schalteten die Gäste nach der Pause in den Verwaltungsmodus, stellten auf Konterfußball um und ließen Bristol gewähren.

Die Pirates kamen kämpferisch aus der Kabine, gleich drei Wechsel zur Pause - frische Kräfte, frische Hoffnung. Torwart Marco Maniche ersetzte den 17-jährigen Tomas Klinka, der in der ersten Halbzeit dreimal hinter sich greifen musste, ohne viel dafür zu können. "Ich hab zu ihm gesagt: Kopf hoch, Junge, heute lernst du was fürs Leben", meinte Phi Ung später.

Die größte Szene des Abends für Bristol gehörte dann Bradley Landry. In der 74. Minute verwertete der bullige Mittelstürmer eine feine Flanke von Björn Mortensen zum 1:3 - das Stadion explodierte kurz, als hätte jemand den Glauben an ein Wunder neu entzündet. "Ich dachte, wenn wir jetzt noch eins machen, kippt das Ding", sagte Landry. Es kippte nicht. Southampton antwortete mit einem kontrollierten Ballbesitzspiel, das zwar nicht mehr spektakulär, aber gnadenlos effizient war.

In der Schlussphase wechselte Böning noch den jungen Liam Allington ein, um das Mittelfeld zu stabilisieren, während Kai Whitman, der erfahrene Linksverteidiger, unter Applaus vom Feld ging. "Das war ein cleverer Schachzug", urteilte ein Sky-Kommentator trocken, "Southampton spielt das hier runter wie ein Uhrwerk." Und genau das taten sie.

Die Zuschauer verließen das Stadion mit gemischten Gefühlen - einerseits enttäuscht, andererseits beeindruckt. Bristol hatte sich nach dem 0:3 wenigstens nicht aufgelöst, sondern Moral gezeigt. Felix Ingimarsson prüfte den Gästekeeper Alberto Mancuso zweimal gefährlich, und der 17-jährige Connor Reid hatte in der 64. Minute sogar eine Großchance, die das 2:3 hätte bringen können. Doch Mancuso parierte mit den Fingerspitzen - sinnbildlich für die Coolness der Gäste.

Trainer Phi Ung brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "Wir haben 51 Prozent Ballbesitz, aber null Prozent Zielgenauigkeit in der ersten Halbzeit. Da kannst du auch Schiffe zählen, statt Tore." Sein Gegenüber Böning grinste nur: "Manchmal reicht’s, wenn man die Segel richtig setzt."

Am Ende stand ein verdienter Auswärtssieg für Southampton, der sie in der Tabelle weiter nach oben bringt - und Bristol mit der Erkenntnis zurücklässt, dass Ballbesitz keine Garantie für Punkte ist. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wir hatten den Ball. Sie hatten den Plan."

Und so bleibt für die Pirates nur, die Kanonen zu putzen und sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Vielleicht dann ohne Sturm im eigenen Strafraum.

13.04.643990 16:45
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