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Piraten entern die Reds - Bristol ringt Liverpool 3:2 nieder

Ein Valentinstag voller Leidenschaft, Grätschen und Torjubel: Vor 59.000 Zuschauern im prall gefüllten Bristol Stadium lieferten sich die Bristol Pirates und die Liverpool Reds ein Duell, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Am Ende jubelten die Gastgeber über einen 3:2-Heimsieg - und die Fans sangen, als hätten sie gerade die Weltmeisterschaft gewonnen.

Trainer Phi Ung grinste nach dem Abpfiff verschmitzt in die Mikrofone. "Ich habe den Jungs gesagt, Liebe liegt in der Luft - und drei Punkte auch. Sie haben beides gefunden." Liverpool-Coach Kurt Kaiser hingegen wirkte weniger romantisch: "Wir haben zu sehr auf Konter gesetzt. Bristol hat uns im eigenen Strafraum fast ein Liebesgedicht geschrieben - mit Stollenabdruck."

Dabei hatte alles nach einem offenen Schlagabtausch ausgesehen. Schon in der Anfangsphase feuerten die Piraten aus allen Rohren. 21 Torschüsse am Ende sprechen Bände. Ragip Gürsoy prüfte früh die Handschuhe von Reds-Keeper Charlie Leachman, bevor Reece Claude in der 17. Minute nach feiner Vorarbeit von Taylan Karaman eiskalt vollstreckte - 1:0. Der Jubel war laut, die Bengalos bunt, und der Stadionsprecher übertönte kurzzeitig sogar den Regen, der quer über den Rasen peitschte.

Doch Liverpool wäre nicht Liverpool, wenn sie sich so einfach entern ließen. Nur vier Minuten später bediente Innenverteidiger Henry Badham seinen Kollegen Filipe Arias, der aus halblinker Position präzise ins untere Eck traf - 1:1. Kaum hatte die Anzeigetafel das Ergebnis aktualisiert, lag der Ball schon wieder im Netz der Piraten: Diesmal bediente Arias den jungen Robert Warriner, der zum 1:2 einschob (22.). Der Gästeblock tobte, und Trainer Kaiser ballte die Faust.

"Da dachte ich kurz, jetzt kippt das ganze Schiff", gab Phi Ung später zu. Doch seine Crew bewies Seemannsherz. In der 39. Minute segelte eine Flanke von Nico Fiedler auf den zweiten Pfosten, wo Ragip Gürsoy lauerte und zum 2:2 einköpfte. Vier Minuten später setzte Reece Claude noch einen drauf: Nach Vorarbeit von Owen Hannigan jagte er den Ball zum 3:2 unter die Latte (43.). Zwei Tore für Claude - und ein halbes Stadion, das seinen Namen skandierte.

"Ich wollte eigentlich flanken", grinste Claude hinterher, "aber manchmal hört der Ball einfach auf mich."

Nach dieser ersten Halbzeit - fünf Tore, keine Atempause - konnte die zweite nur verblassen. Liverpool blieb zwar mit etwas mehr Ballbesitz (52 Prozent) feldüberlegen, doch zwingende Chancen blieben rar. Bristol verteidigte mit Herz, Härte und gelegentlichen Ermahnungen des Schiedsrichters. Roman Trojan sah in der 74. Minute Gelb, ebenso Alessandro Sosti kurz darauf. "Das war kein Foul, das war ein Liebesbeweis", rief Trojan lachend in Richtung Linienrichter.

Die Reds wechselten munter durch: Leon Ross ersetzte Jorge Salinas, William Ross kam für Thomas Lester, und in der 60. Minute durfte der junge Keeper Christopher Perlman sein Debüt feiern. "Ich hatte gehofft, weniger Arbeit zu bekommen", sagte er später trocken - denn die Pirates ballerten bis in die Nachspielzeit weiter.

Trotz Pressingversuchen der Gäste blieb die Defensive der Hausherren standhaft. Sosti und Trojan klärten kompromisslos, Keeper Servet Kaloglu pflückte hohe Bälle wie Kirschen im Sommer. Und wenn Liverpool doch einmal durchkam, fehlte die Präzision. Filipe Arias verfehlte in der 65. Minute knapp, Alessandro Marcedusa in der 79. Noch ein Tor lag in der Luft - nur eben nicht für die Reds.

Als Schiedsrichter Howard in der 94. Minute abpfiff, fiel der Jubel der Pirates fast so laut aus wie der Wind, der durch das Stadion fegte. Trainer Ung umarmte jeden seiner Spieler, inklusive Ersatzkeeper Julio Costa, der keine Minute gespielt, aber lautstark mitgejubelt hatte.

"Das war kein perfektes Spiel, aber ein ehrliches", fasste Ung zusammen. "Wir haben gekämpft, als ginge es um Gold - oder wenigstens um Rum."

Liverpool-Coach Kaiser verabschiedete sich mit versteinertem Lächeln: "Wir haben zu spät gemerkt, dass Piraten keine Angst vor Wasser haben."

Ein Abend, der in Bristol sicher noch lange Thema sein wird - und ein Spiel, das zeigte, dass Fußball manchmal mehr mit Herzblut als mit Ballbesitz zu tun hat.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions formulierte: "Manchmal reicht’s, wenn du einfach ein bisschen mehr willst - und ein Reece Claude in der Mannschaft hast."

19.08.643990 00:03
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