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Piraten entern die Reds - Bristol fegt Margate mit 3:0 vom Platz

Wenn ein Fußballspiel sinnbildlich für einseitige Verhältnisse stehen kann, dann war das am Sonntagabend in Bristol der Fall. 56.598 Zuschauer sahen eine Partie, in der die Bristol Pirates die Margate Reds mit 3:0 (1:0) bezwangen - und das Ergebnis war fast schmeichelhaft für die Gäste. 33:0 Torschüsse, 62 Prozent Ballbesitz und eine Dominanz, die an Trainingseinheiten gegen Hütchen erinnerte.

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass Margate nur einen Plan hatte: Überleben. Trainer Ata Lameck hatte sein Team tief in der eigenen Hälfte eingegraben, in der Hoffnung auf einen glücklichen Konter. Doch Glück, so viel zeigte sich, hatte sich an diesem Abend lieber ein Ticket in den Heimblock gekauft.

Bereits in der ersten Minute prüfte Everhart Derrick den Margate-Keeper Henry Thuringer - und das war nur der Anfang einer wahren Schussorgie. Javier Costinha, Anselm Uggla, Kornej Nikitin - sie alle durften sich früh am Kanonenschießen beteiligen. "Ich hatte irgendwann Angst, dass uns die Bälle ausgehen", witzelte Pirates-Coach Phi Ung nach dem Spiel.

In der 42. Minute platzte dann endlich der Knoten: Nikitin spielte einen dieser butterweichen Pässe in den Strafraum, Anselm Uggla startete durch, ließ Thuringer keine Chance und versenkte eiskalt zum 1:0. Das Stadion tobte, Uggla jubelte mit ausgestreckten Armen, und Margate wirkte, als würde es lieber in der Kabine bleiben.

Nach der Pause - Margate brachte gleich drei frische Kräfte - änderte sich das Bild nicht. Im Gegenteil: Nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff schlug Uggla erneut zu. Wieder war es Nikitin, der den Ball klug in die Schnittstelle spielte. "Wir sehen uns im Albtraum wieder", murmelte ein frustrierter Margate-Verteidiger Richtung Mitspieler, als Uggla den Doppelpack perfekt machte.

Die Reds fanden keinerlei Mittel, selbst nur in die Nähe des gegnerischen Strafraums zu kommen. Kein einziger Schuss aufs Tor - nicht einmal ein harmloser Versuch. Wenn die Statistik eine Geschichte erzählt, dann hier die eines Teams, das schlicht nicht anwesend war. "Wir wollten kontern, aber dafür braucht man den Ball", erklärte Lameck trocken auf der Pressekonferenz, während er demonstrativ seine Wasserflasche öffnete - wahrscheinlich das Einzige, was ihm an diesem Abend noch gelang.

Die Pirates hingegen spielten sich in einen Rausch. Linksverteidiger Josip Ljubicic holte sich zwar in der 26. Minute Gelb ab - vielleicht um nicht völlig vergessen zu werden -, wurde aber zur Pause durch den 18-jährigen Sigmund Abelson ersetzt. Auch Torhüter Servet Kaloglu durfte Feierabend machen; Nachwuchskeeper Marco Maniche bekam seine ersten Minuten, allerdings ohne auch nur einen Ball halten zu müssen.

In der 83. Minute setzte Ragip Gürsoy den Schlusspunkt eines Spiels, das längst entschieden war. Wieder leitete Nikitin den Angriff ein, Gürsoy zog von links nach innen und schlenzte den Ball ins lange Eck - 3:0, und die Tribüne jubelte, als wäre es das Tor zum Meistertitel. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Gürsoy später lachend. "Aber wenn’s aussieht wie Absicht, sag ich natürlich, das war so geplant."

Beim Abpfiff konnte man fast Mitleid mit den Reds haben. Finlay Eliot musste nach einem Zweikampf verletzt raus, und der Rest seiner Mitspieler sah aus, als wolle man lieber gleich den Bus starten.

Trainer Phi Ung fasste das Geschehen in gewohnt launiger Manier zusammen: "Wir haben heute Fußball gespielt, sie haben zugeschaut. Ich hoffe, sie haben was gelernt." Sein Gegenüber Ata Lameck nickte nur und meinte bitter: "Ja - Ballbesitz ist wohl doch nicht überbewertet."

Für Bristol war es ein Statement-Sieg: Offensiv, spielfreudig, zielstrebig. Besonders der überragende Nikitin, der alle drei Treffer vorbereitete, wurde nach Spielende von den Fans gefeiert.

Und so verließen die Zuschauer das Stadion mit dem Gefühl, Zeuge eines kleinen Fußballlehrstücks geworden zu sein. Margate hingegen dürfte die Rückfahrt als längste Busreise des Jahres empfinden - mit dem unbequemen Wissen, dass man 90 Minuten lang nicht einmal auf das gegnerische Tor geschossen hat.

Oder, wie ein Bristol-Fan beim Hinausgehen süffisant bemerkte: "Wenn das ein Boxkampf gewesen wäre, hätte der Ringrichter schon nach zehn Minuten abgebrochen."

22.02.643987 19:49
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Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.
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