Noticiero VeneVision
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Penta Portugal siegt mit Stil - und etwas Selbstironie

Ein lauer Abend in Caracas, 36.013 Zuschauer, und ein Spiel, das mehr Geschichten als Statistiken bot: Penta Portugal besiegt Aragua FC mit 2:1 - und das mit einer Mischung aus portugiesischer Geduld, südamerikanischer Leidenschaft und gelegentlichem Chaos in der Defensive.

Robin Ritter, der Trainer der Hausherren, grinste nach Abpfiff: "Ich habe selten ein Spiel gesehen, in dem wir gleichzeitig so souverän und so nervös waren. Aber hey - drei Punkte sind drei Punkte." Und recht hat er. Sein Team kontrollierte das Geschehen mit fast 60 Prozent Ballbesitz, 15 Abschlüssen aufs Tor und jener unaufgeregten Präzision, die man sonst nur bei Uhrmachern aus Genf erwartet.

Von Beginn an drückte Penta Portugal aufs Tempo. Bereits in der dritten Minute prüfte Franck Bode den Gästekeeper Silvestre Herrero mit einem satten Schuss - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. Aragua FC versuchte zwar, mutig über die Flügel zu kontern, doch die Hintermannschaft um Marcio Jordao und Arnau Urrutia ließ zunächst nichts zu, auch wenn Urrutia später noch Gelb sah (75.) - "rein taktisch", wie er mit einem Augenzwinkern erklärte.

In der 19. Minute fiel dann das verdiente 1:0: Guillermo Barros, nach feinem Zuspiel von Bode, traf eiskalt ins lange Eck. Der Jubel? Laut, aber nicht übertrieben - die Fans wussten: Hier geht noch mehr. Und sie sollten recht behalten. Nur 18 Minuten später erhöhte Fabio Oliveira nach Vorlage von Diego Claverias auf 2:0. Ein Tor, das in jedem Lehrbuch stehen könnte - Ball erobert, schnelles Umschalten, Abschluss. "Ich hatte kurz das Gefühl, im Training zu sein. Nur dass diesmal 36.000 Leute zugeschaut haben", lachte Oliveira später.

Aragua FC wirkte zur Pause angezählt, Trainerin Claire Werk schritt mit verschränkten Armen in die Kabine. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen endlich so spielen, als wäre das kein Freundschaftsspiel," verriet sie später. Offenbar fruchtete die Ansprache. Denn die Gäste kamen mit frischem Elan zurück, stellten auf aggressiveres Pressing und traten deutlich mutiger auf.

Der Lohn: In der 68. Minute erzielte Radu Cocis nach Vorarbeit des erfahrenen Carlos Meira den Anschlusstreffer. Ein wuchtiger Schuss, der Torhüter Denis Simin keine Chance ließ. Auf der Bank von Penta Portugal wurde es plötzlich unruhig. Ritter brüllte Anweisungen, die vermutlich auch in der fünften Reihe noch zu verstehen waren. "Ich wollte einfach, dass sie den Ball mal wieder länger als zehn Sekunden halten", erklärte er später süffisant.

Aragua witterte die Chance. Damian Santos und Jason Adam prüften Simin mehrfach, doch der Keeper hielt mit Katzenreflexen und einer Prise Dramatik - einmal blieb er nach einer Parade kurz liegen, nur um Sekunden später wieder aufzustehen und den Ball theatralisch zu küssen. "Er liebt halt seinen Job", kommentierte Kapitän Jordao trocken.

Die Schlussphase war wild. Penta verteidigte tief, Oliveira und der unermüdliche Laurent Gariepy lauerten auf Konter. In der 83. Minute hätte Oliveira alles klar machen können, doch sein Schuss strich Zentimeter am Pfosten vorbei. Ritter schlug die Hände über dem Kopf zusammen, während hinter ihm ein Balljunge murmelte: "Das war’s wohl mit dem Hattrick."

Claire Werk wechselte noch dreimal, warf alles nach vorne - selbst Rechtsverteidiger Paulo Morais durfte ran. Doch am Ende blieb es beim 2:1. Die Statistiken erzählten eine klare Geschichte: Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Kontrolle für Penta Portugal - aber auch ein Gegner, der sich nie aufgab.

Nach Abpfiff applaudierten beide Fanlager. "Wir haben Moral gezeigt", sagte Cocis, der Torschütze, und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Aber vielleicht sollten wir das nächste Mal vor der 60. Minute aufwachen."

Ein Spiel, das weniger durch Perfektion als durch Charakter glänzte. Penta Portugal bleibt damit im oberen Tabellendrittel, während Aragua FC weiter um Konstanz kämpft. Ritter resümierte mit typisch trockenem Humor: "Wir sind auf einem guten Weg - solange niemand auf die Idee kommt, das Spiel 95 Minuten dauern zu lassen."

Und während die Nacht über das Stadion fiel, blieb die Erkenntnis: Fußball ist manchmal Statistik, manchmal Zufall - und manchmal einfach nur verdammt unterhaltsam.

01.01.643988 11:35
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