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Pavel Ne?as schießt Vitkovice zum 2:1-Heimsieg gegen Hradec Kralove

Es war einer dieser kühlen Januarabende in Ostrava, an denen der Atem dampft und der Fußball umso heißer glüht. 16.000 Zuschauer im Stadion von FC Vitkovice erlebten ein Spiel, das weniger durch filigrane Kunst als durch beherzten Kampf und eine Prise Chaos in Erinnerung bleiben wird. Am Ende jubelte der Gastgeber über ein 2:1 gegen Hradec Kralove - und ein Mann stand dabei ganz besonders im Rampenlicht: Pavel Nečas.

Der 30-jährige Rechtsaußen traf doppelt (39. und 49. Minute) und wurde damit zum unbestrittenen Helden des Abends. Sein erstes Tor war ein Musterbeispiel für Entschlossenheit: Nach einem langen Ball von Innenverteidiger Pavel Kulic stürmte Nečas in den Strafraum, ließ seinen Gegenspieler aussehen wie ein Laternenpfahl und vollendete eiskalt ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, weil ich mir dachte, schlimmer als daneben kann’s nicht werden", grinste Nečas später in die Mikrofone.

Doch die Freude währte nur drei Minuten. Hradec Kralove antwortete prompt: Zivojin Despotovic, der auffällige zentrale Mittelfeldmotor der Gäste, veredelte in der 42. Minute eine Vorlage des jungen Zdenek Cerny zum 1:1-Ausgleich. Es war ein Treffer mit Ansage - Hradec hatte bis dahin mehr vom Spiel, führte bei den Torschüssen (13 zu 9) und beim Ballbesitz (51 zu 49 Prozent). "Wir wollten früh Druck machen, das hat auch funktioniert - bis wir vergessen haben, dass man Tore verhindern muss", sagte Gästecoach Thomas Michael Rinesch mit einem bitteren Lächeln.

Nach der Pause schien Vitkovice plötzlich aufgewacht. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff schlug wieder Nečas zu - diesmal nach einer feinen Kombination über die rechte Seite. Ohne große Umschweife drückte er den Ball aus 14 Metern flach ins Eck, und das Stadion kochte. "Ich hab in der Kabine gesagt, wir müssen einfach mehr Bälle auf Pavel bringen. Der Mann hat heute Magnetfüße", verriet ein zufriedener Mitspieler, der lieber anonym bleiben wollte.

Von da an entwickelte sich ein Spiel, das weniger ästhetisch als nervenaufreibend war. Hradec drückte, Vitkovice konterte - aber so richtig gefährlich wurde es selten. Antonio Garcia prüfte Keeper Nelson Viqueira mehrfach (in der 3., 43. und 48. Minute), doch der 34-jährige Routinier im Tor der Hausherren hatte einen dieser Abende, an denen er offenbar magnetische Handschuhe trug.

In der 69. Minute sah Hradecs Rechtsverteidiger Pau Morales Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen Jiri Hubnik - "der hat mich fast bis zur Werbebande geschoben", kommentierte der gefoulte Mittelfeldspieler später trocken. Kurz vor Schluss dann der Schreckmoment: Hubnik verletzte sich bei einem Zweikampf und musste in der 87. Minute ausgewechselt werden. Für ihn kam Zdenek Cizek, der prompt versuchte, das Spiel zu beruhigen - was ihm mit viel Erfahrung, aber wenig Eleganz auch gelang.

Die letzten Minuten waren ein Lehrbuchbeispiel für Verteidigung mit Herzklopfen. Hradec stürmte mit allem, was noch laufen konnte, Vicente Zorrilla prüfte Viqueira in der 85. und 86. Minute gleich doppelt, doch der Schlussmann blieb unüberwindbar. Auf der Tribüne hielt man bereits kollektiv den Atem an, als der Schiedsrichter drei Minuten Nachspielzeit anzeigte. Statt Zittern gab’s aber fast noch Jubel: Philippos Lekkas tauchte in der 93. Minute frei vor dem Gästetor auf, scheiterte aber an Claude Gaudin - der Franzose im Tor der Gäste rettete zumindest die Ehre seiner Mannschaft.

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich die Vitkovicer Spieler in den Armen, während Trainer Rinesch mit verschränkten Händen in den Nachthimmel blickte, als wolle er dort eine Antwort finden. "Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht", sagte er später, "aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Heute hat Effizienz gewonnen."

Und so blieb das Fazit eines intensiven Abends: Hradec Kralove spielte gefällig, aber FC Vitkovice traf. Zwei Tore von Nečas, ein aufopferungsvoller Kampf und ein bisschen Glück - das war die Formel für drei Punkte am 8. Spieltag der 1. Liga Tschechien.

"Manchmal muss man nicht besser, nur schlauer sein", meinte Vitkovice-Verteidiger Kulic augenzwinkernd in der Mixed Zone. Vielleicht war das der Satz des Abends - oder zumindest der ehrlichste.

10.04.643987 04:02
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Ottmar Hitzfeld ist noch nie auf die Tribüne verbannt worden, ich auch nicht. Aber bei mir wird es sicher nicht mehr lange dauern.
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