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Ein lauer Januarabend, 43.500 Zuschauer, und ein Heimteam, das offenbar vergessen hatte, dass Winterpause war. Partinico Calcio fegte am 12. Spieltag der 1. Liga Italien den Gast aus Gela mit 5:3 vom Platz - ein Ergebnis, das so wild war wie die Vulkane Siziliens. Wer zu spät kam, verpasste das halbe Torfestival: Schon nach einer halben Stunde stand es 4:1, und die Fans rieben sich ungläubig die Augen. "Ich musste mich zwicken, ob das wirklich passiert", lachte Partinicos Trainerin Meggi Ryana nach Abpfiff. "Offensiv war das ein Gedicht, defensiv eher ein Krimi." Dass ihre Mannschaft in den ersten 45 Minuten gleich fünfmal traf, war kein Zufall - es war der logische Ausdruck einer Taktik, die in der Kategorie "Angriff ist die beste Verteidigung" geschrieben worden war. Los ging das Torfeuerwerk in der 8. Minute. Pedro de Almeida traf nach feiner Vorarbeit von Lionel Garcia - ein Schuss aus der Drehung, der Gela-Keeper Willem Veeder so alt aussehen ließ wie ein Museumsstück. Zwei Minuten später antwortete Gela durch Javier Vazques, der nach einer Ecke abstaubte. "Da dachten wir, jetzt wird’s ein normales Spiel", meinte Partinicos Mittelfeldmotor Felipe Jorge. "Falsch gedacht." Denn ab der 14. Minute spielte nur noch die Heimmannschaft. Asier Verdasco vollendete ein rasantes Kombinationsspiel über Duarte Galisteo zum 2:1. Adriano Eusebio legte in Minute 22 nach, nachdem Innenverteidiger Hansen Westerveldt plötzlich seine kreative Ader entdeckt hatte. Und kaum hatte das Publikum wieder Luft geholt, knallte Felipe Jorge den Ball in der 24. Minute ins rechte Kreuzeck - Vorlage de Almeida, der an diesem Abend an fast allem beteiligt war, was nach Offensivlust roch. Der fünfte Streich kam in der 31. Minute: Mario Lupus, der laufstarke Rechtsaußen, profitierte von einem Eusebio-Zuspiel und netzte trocken ein. 5:1 - die Fans tobten, die Trainerin grinste, und der arme Gela-Coach Michael Müller sah aus, als suche er innerlich nach der Reset-Taste. Kurz vor der Pause kam Gela durch Javier Garcia auf 2:5 heran. "Wir wollten wenigstens zeigen, dass wir auch noch da sind", erklärte der bullige Mittelstürmer später, "aber ehrlich gesagt wusste ich da schon, dass das heute ein langer Abend wird." Die zweite Halbzeit begann mit einer Gelben Karte für Partinicos Linksverteidiger Jose Minambres - ein Symbol für den etwas rustikaleren Ton, den das Spiel nun anschlug. Gela wechselte, rannte, kämpfte, aber Partinico kontrollierte das Geschehen mit 54 Prozent Ballbesitz und einer gewissen nonchalanten Eleganz. In der 63. Minute durfte Gela immerhin noch einmal jubeln: Marco Frechaut traf nach Zuspiel von Patrik Licka zum 3:5. Ein kleiner Trost für die Gäste, deren Offensive zwar 10 Torschüsse verbuchte, aber meist an der aufmerksamen Abwehr oder Torwart Bruno Costinha scheiterte. "Wir haben zu spät begriffen, dass Partinico heute in einer anderen Liga spielt", gab Trainer Müller zu. "Vielleicht lag’s an der Pasta vor dem Spiel - zu al dente." Seine Mannschaft kämpfte bis zum Schluss, doch die Heimelf blieb gefährlicher: 16 Torschüsse, ständige Bewegung, und selbst in der Nachspielzeit prüfte Felipe Jorge den Gästetorwart noch einmal. In der 84. Minute gab’s einen Schreckmoment, als Knud Hennig nach einem Sprint verletzt vom Platz musste. "Ich hab nur gehört, wie’s ’knack’ gemacht hat", erzählte Mitspieler Minambres, "aber er hat noch gescherzt: ’Immerhin führe ich beim Sprintduell gegen mich selbst.’" Am Ende stand ein 5:3, das sich eher wie 8:5 anfühlte. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit tosendem Applaus und einer La-Ola, die sich durch das ganze Stadion wälzte. Ryana fasste es trocken zusammen: "Ich hab schon viele Spiele gesehen, aber so etwas? Das war wie ein Espresso auf leerem Magen - heftig, aber erfrischend." Gela hingegen reiste mit hängenden Köpfen ab, aber immerhin mit Humor. "Drei Tore auswärts, das ist ja fast ein Punkt wert", murmelte Müller auf dem Weg in den Bus. Ein Fazit, das bleibt: Partinico Calcio hat gezeigt, dass man mit Spielfreude, Präzision und einem Schuss Wahnsinn auch in der 1. Liga Italien für Begeisterung sorgen kann. Und wenn sie so weitermachen, werden bald noch mehr Fans sagen: "Lieber ein Ticket für Partinico als ein ruhiger Abend zu Hause." Oder, wie Pedro de Almeida es grinste: "Wir spielen Fußball, keine Schachpartie." Recht hat er. 26.05.643987 13:27 |
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