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Ligue 1 | 34. Spieltag | 08.08.26 | Cabris Niortais - Paris St. Michel 0:2 Schon in der Anfangsphase wurde klar, wer an diesem Abend den Ball und wer vor allem die Hoffnung hatte. Cabris kam durch David Galisteo in der 2. Minute zum ersten Abschluss, Sergi Andrade legte in der 27. Minute nach. Marcel Gramont versuchte es zwei Minuten später ebenfalls. Viel mehr war offensiv zunächst nicht zu verzeichnen. Paris St. Michel dagegen schoss sich beinahe im Minutentakt warm. Gerard Lessard, Eric Tremblay und Xavier Simons prüften die Heimabwehr früh, Tremblay allein brachte den Ball mehrfach in Richtung Tor. Louis Barre tauchte ebenfalls gefährlich auf, während die Niortais defensiv alle Hände und vermutlich auch einige Stoßgebete benötigten. Zur Pause stand es dennoch 0:0. Cabris hatte sich mit 45,6 Prozent Ballbesitz tapfer behauptet, Paris kam auf 54,4 Prozent. Die Statistik war höflich formuliert: Die Gäste hatten deutlich mehr vom Spiel. "Wir wollten ruhig bleiben und nicht jedem Ball hinterherlaufen wie einem entlaufenen Hund", sagte Trainer Franz Huber in einem zugeschriebenen, hier sinngemäß wiedergegebenen O-Ton. Benjamin Blümel von Cabris hätte in der Kabine wohl antworten können: "Wenn wir schon nicht mehr Chancen haben, müssen wir wenigstens die vorhandenen nutzen." Beides wären an diesem Abend durchaus vernünftige Gesprächsbeiträge gewesen. Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: Paris kontrollierte, Cabris verteidigte. Die taktischen Vorgaben blieben auf beiden Seiten bemerkenswert unverändert. Ausgewogene Ausrichtung, ausgewogenes Passspiel, kontrollierte Abschlüsse - bei den Gästen sogar mit einem Pressing, das erst im Rückstand greifen sollte. Da Paris aber nicht in Rückstand geriet, musste es nicht einmal hektisch werden. Ein taktischer Plan mit eingebautem Sicherheitsgurt. In der 65. Minute fiel dann das längst fällige 1:0. Eric Tremblay bereitete vor, Louis Barre vollendete für Paris St. Michel. Barre hatte zuvor mehrfach angeklopft; diesmal öffnete ihm die Tür. Cabris musste nun aufmachen, doch dadurch wurde es nicht zwingend gefährlicher, sondern vor allem geräumiger. Sechs Minuten später schlug Paris erneut zu. Alain Ouellet legte auf, Gerard Lessard traf zum 2:0. Der rechte Flügelspieler hatte bereits zuvor wiederholt den Abschluss gesucht und bekam schließlich seine Belohnung. "Ich dachte kurz, der Ball wolle heute überhaupt nicht ins Tor", lautete der fiktive, augenzwinkernde O-Ton, der Lessard nach dem Spiel zugeschrieben werden könnte. Diesmal wollte er offenbar doch. Cabris versuchte zu reagieren. Andrade kam in der 68. und 73. Minute noch zu Abschlüssen, doch Paris blieb gefährlicher. Am Ende standen 28 Torschüsse der Gäste gerade einmal fünf der Heimelf gegenüber. Auch bei den Zweikämpfen hatte Paris mit 57,9 Prozent die Nase vorn. Christian Turcotte sah in der 19. Minute Gelb, Alain Ouellet in der 76. Minute - die einzigen Karten eines insgesamt kontrollierten Abends. Trainer Benjamin Blümel konnte seiner Mannschaft den Einsatz kaum absprechen, aber Einsatz allein ersetzt bekanntlich keine Treffer. Paris St. Michel nahm drei Punkte mit, Cabris Niortais blieb nur die Erkenntnis, dass eine gute erste Halbzeit manchmal vor allem dann auffällt, wenn die zweite schlechter endet. Und so verließen 36.000 Zuschauer das Stadion mit zwei sehr unterschiedlichen Gefühlen: Die einen zufrieden, die anderen mit dem festen Vorsatz, beim nächsten Mal früher zu gehen - oder wenigstens früher zu schießen. 08.08.2026 22:39 |
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Jens Jeremies