Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Panserraikos demontiert Chersonissos - 3:0 schon nach 25 Minuten

Es gibt Fußballabende, an denen man lieber das Licht im Stadion ausmacht und so tut, als sei der Strom ausgefallen. Für Chersonissos war der 31. Spieltag der griechischen Superliga genau so ein Abend. Vor 21.360 Zuschauern im eigenen Stadion setzte es ein krachendes 0:3 gegen ein bestens gelauntes Panserraikos - und das schon zur Halbzeit. Danach hätte man eigentlich pünktlich zur Tagesschau abpfeifen können.

Die Partie begann, wie sie enden sollte: mit Panserraikos am Drücker. Kaum war der Anpfiff verklungen, schickte Linksverteidiger Kleanthes Christopoulos einen butterweichen Ball nach vorn, und Emmanouil Georgiadis tat das, was Rechtsaußen eben so tun - er versenkte das Ding eiskalt (7.). Heimtrainer Harry Kane, der an der Seitenlinie mit verschränkten Armen stand, murmelte da angeblich nur: "Das war nicht der Plan."

Nur sieben Minuten später kam der nächste Nackenschlag. Achilleas Kotsios, sonst eher der unscheinbare Arbeiter auf der rechten Seite, zog nach Vorlage von Evripidis Iosifidis trocken ab - 0:2 (14.). Die Fans von Chersonissos schauten sich irritiert an, als wollten sie fragen: "War das Teil des Abendprogramms?"

Panserraikos spielte weiter, als wären sie zu Hause im Trainingsspiel. In der 25. Minute durfte dann auch Hugo Deluguerre jubeln, der von Kotsios perfekt bedient wurde und mit links vollendete. 0:3 - und noch nicht einmal die Hälfte der ersten Halbzeit war vorbei. Chersonissos hatte zu diesem Zeitpunkt weder Torschuss noch erkennbare Idee, wie man aus der eigenen Hälfte herauskommen sollte.

Statistisch gesehen war das Ganze fast grotesk: 51,9 Prozent Ballbesitz für Chersonissos - klingt gut, bis man merkt, dass kein einziger Schuss aufs Tor dabei heraussprang. Panserraikos dagegen feuerte 22 Mal auf den Kasten, als hätten sie eine interne Wette laufen, wer den Ball öfter auf den Keeper schießen darf.

"Wir wollten einfach Spaß haben", grinste Panserraikos-Stürmer Georgiadis nach der Partie. "Und wenn man Spaß hat, dann fliegt der Ball halt manchmal ins Netz." Sein Trainer - ein stoisch bleibender Mann, der offenbar keine großen Worte liebt - fügte nur hinzu: "Disziplin, Balance, Präzision. Das reicht oft."

Harry Kane hingegen versuchte es mit Galgenhumor: "Wir hatten mehr Ballbesitz. Also haben wir das Spiel dominiert - zumindest zwischen den Strafräumen." Dann lachte er kurz, ehe er etwas ernster wurde: "Aber Ballbesitz gewinnt keine Punkte. Wir müssen mutiger werden, zielstrebiger. Und vielleicht auch einfach mal aufs Tor schießen."

Die zweite Halbzeit war dann eine Art Zivilisationspause. Panserraikos nahm das Tempo raus, Chersonissos rannte an, aber ohne jede Durchschlagskraft. Der junge Mittelstürmer Emmanouil Domazos versuchte es ein paar Mal, doch seine Vorstöße verliefen irgendwo zwischen Verzweiflung und jugendlichem Übermut.

In der 75. Minute sah Christopoulos noch Gelb - offenbar aus purer Langeweile, nachdem sein Gegenspieler einfach nicht kam. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch auf dem Platz bin", witzelte er später in der Mixed Zone. Neben ihm grinste Torhüter Lucas Cromwell, der den Abend vermutlich mit einer Tasse Tee und einem guten Buch hätte verbringen können: "Ich musste nichts halten. Nicht mal eine Rückgabe. Ich hätte fast eingefroren."

Die Fans von Chersonissos verabschiedeten ihr Team mit höflichem Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Dankbarkeit, dass es keine zweite Halbzeit wie die erste wurde.

So blieb am Ende ein Ergebnis, das klarer kaum sein konnte: 0:3 (0:3). Panserraikos zeigte, was Effektivität bedeutet, und Chersonissos lieferte den Beweis, dass Ballbesitz allein keinen Schönheitspreis gewinnt.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel wurde Trainer Kane gefragt, ob er Konsequenzen ziehen werde. "Ja", sagte er trocken, "nächste Woche trainieren wir das Schießen aufs Tor. Vielleicht auch zweimal."

Ein rundum verdienter Sieg für Panserraikos, die mit Humor und Präzision den Gastgeber auseinandernahmen. Und für Chersonissos? Ein Abend zum Vergessen - oder zum Lernen. Je nachdem, ob man Optimist oder Statist ist.

Vielleicht bleibt aus Sicht der Heimfans nur ein Trost: Schlechter kann’s kaum laufen. Und wer weiß - vielleicht geht demnächst ja wirklich mal ein Schuss aufs Tor.

21.03.643990 14:51
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