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Owls stürzen ab - Tigers reißen das Ruder nach der Pause herum

Ein Abend, der für die Sheffield Owls so verheißungsvoll begann, endete in einer jener Fußballtragödien, die man nur mit einem tiefen Seufzer und einem Pint Ale verdauen kann. Vor 16.000 Zuschauern im Hillsborough-Stadion führten die Owls zur Pause noch 2:1, doch am Ende jubelten die Gäste aus Hull - die Tigers bissen sich mit einem 4:2-Sieg durch und nahmen die Punkte mit auf die Heimreise.

Dabei sah in der ersten Halbzeit alles nach einem gemütlichen Eulenabend aus. Zwar gingen die Hull Tigers früh in der 14. Minute durch Marvin Eder in Führung - ein klassischer Mittelstürmertreffer aus kurzer Distanz, vorbereitet von dem flinken Jürgen Petersen. Doch die Antwort der Gastgeber ließ keine zwanzig Minuten auf sich warten: Logan Lansbury, der junge Rechtsaußen mit der Energie eines Duracell-Hasen, traf nach feinem Zuspiel von Hanson Van Vranken zum Ausgleich (33.). Keine sechzig Sekunden später legte derselbe Lansbury mit einem trockenen Schuss zum 2:1 nach.

"In der Pause dachte ich, das Ding sei durch", gab Owls-Spielmacher Matthew Cantwell später zu. "Wir hatten den Ball, die Fans, das Selbstvertrauen. Tja - und dann kam die zweite Halbzeit."

Die Statistik gibt ihm recht - zumindest was den Ballbesitz betrifft. 59 Prozent sprechen für die Owls, ebenso 7 Torschüsse. Doch die Tigers schossen doppelt so oft aufs Tor, 13 Mal insgesamt, und die Effektivität war geradezu britisch-pragmatisch: kurz, schmerzlos, erfolgreich.

Trainer Mathias Oergel von Hull hatte anscheinend in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Nach der Pause brachte er den quirligen Luca Engelhardt für den blassen Ewan Caviness sowie Antonio Hernando für Lewis Payne. Kaum war Engelhardt auf dem Platz, servierte er mustergültig für Petersen, der in der 62. Minute das 2:2 markierte. Nur drei Minuten später war es wieder Engelhardt, der einen präzisen Pass durch die Mitte auf Marvin Eder spielte - 2:3! Die Tigers hatten das Spiel gedreht, und die Owls flatterten hilflos hinterher.

"Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon offensive Eulen seid, dann fliegt wenigstens in Formation", knurrte ein sichtlich genervter Sheffield-Coach nach dem Spiel, der namentlich gar nicht erst genannt werden wollte. "Aber wir haben uns vom eigenen Flügelschlag irritieren lassen."

Der Schlusspunkt kam in der 76. Minute - Antonio Hernando, eben erst eingewechselt, nahm sich aus 20 Metern ein Herz und versenkte den Ball flach im Eck. Christopher Lujan, eigentlich Innenverteidiger, hatte den Angriff eingeleitet - ein Sinnbild für Hulls Mut und Flexibilität.

Danach passierte nicht mehr viel, außer einer Gelben Karte für Hulls Linksverteidiger Noe Agirre (67.), der offenbar das Memorandum "keine Geschenke" etwas zu wörtlich genommen hatte. Sheffield versuchte noch einmal, die Partie zu drehen, brachte Matthew Cantwell in die Nähe des Strafraums, doch seine Schüsse in der 84. Minute fanden nur den Keeper Joel Eliot, der einen geruhsamen Abend hatte - zumindest nach der Pause.

"Wir wollten kompakt bleiben und auf unsere Chancen warten", erklärte Oergel mit einem zufriedenen Grinsen. "Und dann haben wir sie einfach genutzt. Simpel, oder?"

Simpel, ja - und effektiv. Während Hulls Offensive in der zweiten Halbzeit fast wie im Training kombinierte, wirkten die Owls fahrig, fast schläfrig. Greger Ohlsson kassierte noch vor der Pause Gelb, weil er seine Frustration nicht im Zaum halten konnte, und auch der sonst souveräne Keeper Bailey Morrison wirkte beim dritten Gegentor eher wie ein Zuschauer auf der Südtribüne.

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Hull-Spieler ausgelassen vor den mitgereisten Fans, während die Owls bedröppelt in Richtung Kabine schlichen. Logan Lansbury, Doppeltorschütze und tragischer Held zugleich, fasste das Spiel treffend zusammen: "Wir hatten sie im Sack - und dann ist der Boden aufgerissen."

Vielleicht war es Überheblichkeit, vielleicht auch einfach die gnadenlose Effizienz der Tigers. Fakt ist: Sheffield spielt schönen Ball, aber Hull spielt cleveren. Und clever gewinnt bekanntlich öfter.

Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne es murmelte, während er die letzte Wurst im Brötchen drehte: "Eulen können fliegen, ja - aber Tiger landen besser."

04.10.643990 07:18
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